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Anthropic Aktie: 5-Milliarden-Deal mit AMD

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 05:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD beteiligt sich mit bis zu fünf Milliarden Dollar an Anthropic und liefert KI-Chips im Gigawatt-Maßstab. Die Kooperation umfasst auch eine enge Software-Partnerschaft.

AMD investiert Milliarden in Anthropic: KI-Partnerschaft mit Gigawatt-Ambitionen
Abstrakte Darstellung eines modernen Hochleistungs-Rechenzentrums mit leuchtenden Glasfaserkabeln und Server-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der KI-Entwickler Anthropic und der Halbleiterhersteller AMD haben eine weitreichende strategische Partnerschaft angekündigt. Die Kooperation umfasst sowohl eine massive Erweiterung der Rechenkapazitäten für die Claude-KI-Modelle als auch eine finanzielle Beteiligung in Milliardenhöhe. AMD beabsichtigt, bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic zu investieren, wobei die Tranchen an spezifische Meilensteine bei der Bereitstellung der Infrastruktur geknüpft sind.

Gigawatt-Skalierung der KI-Infrastruktur

Im Zentrum der Vereinbarung steht die Beschaffung von Rechenleistung in einer bisher kaum erreichten Größenordnung. Anthropic plant den Einsatz von AMD Instinct MI450-Grafikprozessoren (GPUs) mit einer Gesamtkapazität von bis zu 2 Gigawatt (GW). Die Implementierung soll in sogenannten Helios-Rack-Lösungen erfolgen. Diese Systeme sind hochspezialisiert: Ein einzelnes Helios-Rack bündelt 72 GPUs und erreicht eine Rechenleistung von 1,4 Exaflops im FP8-Format sowie eine Speicherkapazität von 31 Terabyte HBM4.

Die Auslieferung der ersten Tranche mit einer Kapazität von 1 Gigawatt ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant. Laut Berichten von Reuters umfasst der Deal zudem den Kauf von KI-Servern im Gesamtwert von mehreren zehn Milliarden US-Dollar. Anthropic greift damit auf eine breite Palette an AMD-Technologien zurück, zu der neben den MI450-Beschleunigern auch EPYC-Prozessoren der kommenden Venice-Generation sowie Netzwerktechnik von Pensando gehören. Bereits heute nutzt das Start-up AMD-Hardware in Form von MI355X-GPUs.

Strategische Allianz bei der Softwareentwicklung

Die Partnerschaft geht über eine reine Lieferantenbeziehung hinaus und sieht eine mehrjährige technische Zusammenarbeit vor. AMD wird die Claude-Modelle von Anthropic nutzen, um die eigene Softwareplattform ROCm zu optimieren und die Softwareentwicklung innerhalb der eigenen Engineering-Teams zu beschleunigen. Durch die Integration von Claude in die Produktentwicklung will AMD die Effizienz seiner Entwicklungsprozesse steigern.

Gleichzeitig arbeitet Anthropic daran, seine Abhängigkeiten zu diversifizieren. Während das Unternehmen weiterhin Rechenkapazitäten von Partnern wie Google und Amazon bezieht und Infrastruktur von SpaceX mietet, stellt die AMD-Allianz einen bedeutenden Schritt dar, um im Wettbewerb um KI-Beschleuniger unabhängiger vom Marktführer Nvidia zu werden. Analysten von Morningstar bewerten die Partnerschaft als strategisch sinnvoll, weisen jedoch darauf hin, dass der Umfang mit 2 Gigawatt noch hinter vergleichbaren Zusagen für Meta oder OpenAI zurückbleibt, die jeweils rund 6 Gigawatt an AMD-Ressourcen reserviert haben sollen.

Marktbewertung nähert sich der Billionen-Grenze

Die Nachricht über die Kooperation und das Investment löste am Aktienmarkt positive Reaktionen für AMD aus; die Papiere verzeichneten zeitweise Kursgewinne von über zwei Prozent. Für Anthropic selbst markiert der Deal einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem möglichen Börsengang. In Finanzkreisen wird für das Unternehmen eine Zielbewertung von rund 965 Milliarden US-Dollar bis hin zu über einer Billion US-Dollar diskutiert.

Trotz der enormen Summen warnen Marktbeobachter vor den Risiken einer zirkulären Finanzierung, da ein Teil des von AMD investierten Kapitals durch Hardwarekäufe direkt an den Geldgeber zurückfließen dürfte. Dennoch unterstreicht das Abkommen die wachsende Bedeutung von Anthropic im KI-Sektor. Neben der AMD-Kooperation führt das Unternehmen Berichten zufolge Gespräche mit Meta über weitere Kapazitätsmieten im Wert von bis zu 10 Milliarden US-Dollar, um den steigenden Rechenbedarf für künftige Modellgenerationen abzusichern.

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