Anthropics, Claude

Anthropics KI Claude übernimmt jetzt den Desktop

24.03.2026 - 15:53:51 | boerse-global.de

Die KI Claude von Anthropic kann nun per 'Computer Use' macOS-Desktops visuell bedienen und komplexe Workflows automatisieren. Die Funktion ist zunächst für Pro- und Max-Abonnenten verfügbar.

Anthropics KI Claude übernimmt jetzt den Desktop - Foto: über boerse-global.de
Anthropics KI Claude übernimmt jetzt den Desktop - Foto: über boerse-global.de

KI-Assistent Claude kann ab sofort persönliche Computer direkt bedienen. Anthropic integriert die neue „Computer Use“-Funktion in seine Entwickler- und Business-Tools, um die Lücke zwischen Chat-Fenster und realer Arbeitsumgebung zu schließen.

Die Fähigkeit, wie ein Mensch zu klicken, zu tippen und durch Betriebssysteme zu navigieren, steht ab heute als Forschungsvorschau für Abonnenten der Pro- und Max-Tarife zur Verfügung. Zunächst richtet sich das Angebot an macOS-Nutzer, eine Erweiterung auf Windows ist für die kommenden Monate geplant. Claude agiert damit als aktiver Agent, der mehrstufige Workflows über verschiedene Anwendungen hinweg ausführen kann – ohne spezielle Schnittstellen.

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Vom Chat-Partner zum aktiven Desktop-Agenten

Der Kern des Updates ist die visuelle Steuerung. Statt sich auf direkte Software-Verbindungen zu verlassen, „sieht“ Claude den Bildschirm des Nutzers. Die KI erkennt Buttons, Menüs und Textfelder, um auch Legacy-Software oder Nischen-Tools zu bedienen, für die es keine API gibt.

In einer Demonstration der Firma zeigte Claude, was das bedeutet: Auf Anweisung exportierte der Assistent eine Präsentation als PDF, suchte die Datei im System und hängte sie eigenständig an eine Meeting-Einladung an. Diese Autonomie soll das lästige „Fragen-und-Warten“ früher KI-Interaktionen beenden.

Zwei Wege zur Automatisierung: Code und Cowork

Die neue Funktion kommt in beiden Produktlinien von Anthropic zum Einsatz, die unterschiedliche Zielgruppen bedienen:

Claude Code ist das Terminal-Tool für Software-Entwickler, das seit Mai 2025 allgemein verfügbar ist und auf GitHub über 80.000 Sterne gesammelt hat. Hier erweitert „Computer Use“ die Kommandozeilen-Fähigkeiten um die Interaktion mit visuellen Debugging-Tools oder Browser-Dokumentation.

Claude Cowork hingegen ist der jüngere, benutzerfreundlichere Bruder für Wissensarbeiter. Die auf Electron basierende Plattform debütierte im Januar 2026 und wird von Industrie-Veteran Felix Rieseberg geleitet. Sie läuft in einer abgeschotteten virtuellen Maschine und soll „unordentliche“ Aufgaben automatisieren – wie das Organisieren verstreuter Dateien oder das Zusammenstellen von Forschungsberichten. Die Sandbox-Umgebung bietet eine Sicherheitsebene, die Claudes Aktionen vom Hauptsystem isoliert.

Workflow über Gerätegrenzen hinweg

Ein Schlüsselelement ist die Integration mit „Dispatch“, einer Funktion, die Anthropic erst vor einer Woche einführte. Sie erlaubt einen persistenten, asynchronen Arbeitsfaden zwischen Mobilgerät und Desktop-PC.

Ein Nutzer kann so komplexe Aufgaben per Smartphone-App anweisen, während er unterwegs ist. Die Instruktion wird an Claude Cowork oder Claude Code auf dem heimischen Rechner weitergeleitet, wo der Agent die Arbeit lokal ausführt. Branchenbeobachter sehen darin einen strategischen Schachzug: Claude soll sich nicht als einfacher Browser-Tab, sondern als „Betriebsschicht“ für die tägliche Arbeit etablieren.

Sicherheitsvorkehrungen und Konkurrenzdruck

Die Fähigkeit einer KI, einen Live-Desktop zu steuern, wirft erhebliche Sicherheits- und Datenschutzfragen auf. Anthropic betont einen vorsichtigen Ansatz: Claude muss um Erlaubnis bitten, bevor er neue Anwendungen öffnet oder risikoreiche Aktionen wie das Löschen von Dateien durchführt. Für Claude Code gibt es „intermediate permission modes“, um autonome Geschwindigkeit mit menschlicher Aufsicht in Einklang zu bringen.

Während der Forschungsvorschau rät das Unternehmen davon ab, die Funktion mit Anwendungen zu nutzen, die hochsensible oder finanzielle Daten enthalten. Das System scannt zwar nach Schwachstellen wie Prompt-Injections, räumt aber ein, dass die Technologie im Vergleich zu Claudes etablierten Text- und Coding-Fähigkeiten noch in den Kinderschuhen steckt.

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Der Launch wird auch als Antwort auf den rasanten Aufstieg von OpenClaw gewertet. Das Open-Source-Projekt erlangte Ende 2025 große Popularität mit der Idee persistenter, persönlicher KI-Arbeiter, die rund um die Uhr über Messenger wie Telegram angesprochen werden können. Als Gegenmaßnahme veröffentlichte Anthropic am 20. März 2026 „Channels“ für Claude Code, das die Kommunikation mit KI-Agenten über ähnliche Messaging-Apps ermöglicht.

Marktreaktion und Produktivitätsversprechen

Die Bewegung hin zu „agentischer KI“ ist ein branchenweiter Trend. Doch Anthropics Kombination aus einem polierten Consumer-Produkt und einem robusten Entwickler-Toolkit bietet einen einzigartigen Doppeleinstieg in den Unternehmensmarkt.

Erste Berichte aus der Software-Entwicklung deuten auf Produktivitätssteigerungen um das Zwei- bis Dreifache bei umfangreichen Refactoring-Aufgaben hin. Diese intensiven Agenten-Sessions haben ihren Preis: Sie können Hunderttausende von Tokens verbrauchen, da die KI den vollständigen Kontext ihrer Aktionen über mehrere Schritte hinweg behalten muss. Als Reaktion darauf startete Anthropic kürzlich eine Aktion, die Nutzungskontingente außerhalb der Stoßzeiten verdoppelt, um ungenutzte GPU-Kapazitäten besser auszulasten.

Die langfristige Vision des Unternehmens ist eine Welt, in der KI-Agenten als Mitwirkende im wissenschaftlichen und professionellen Prozess agieren. Sie übernehmen die Ausführung routinehafter Aufgaben, damit sich menschliche Nutzer auf übergeordnete Ziele konzentrieren können. Technische und soziologische Herausforderungen – von Jobverlagerung bis Datensicherheit – bleiben bestehen. Doch der Start von „Computer Use“ markiert einen definitiven Schritt hin zu einer integrierteren und autonomen Beziehung zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz.

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