Antidepressiva könnten Demenz-Verlauf beschleunigen
09.02.2026 - 22:00:12Eine große schwedische Studie zeigt einen beunruhigenden Zusammenhang: Die Einnahme von Antidepressiva bei Demenz geht mit einem schnelleren kognitiven Abbau einher. Die Forscher betonen jedoch, dass die Ursache noch unklar ist.
Studie mit Zehntausenden Patienten
Forscher des Karolinska-Instituts analysierten die Daten von fast 18.750 Demenzpatienten über durchschnittlich vier Jahre. Das Ergebnis: Die rund 4.270 Personen, die Antidepressiva erhielten, verloren pro Jahr etwa 0,30 Punkte mehr im standardisierten Kognitionstest (MMST) als die Vergleichsgruppe.
Am häufigsten wurden Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) verschrieben. Innerhalb dieser Klasse schien der Wirkstoff Escitalopram mit dem stärksten Abbau verbunden zu sein.
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Nicht alle Demenzformen betroffen
Die Analyse offenbarte deutliche Unterschiede. Besonders betroffen waren Patienten mit:
* Alzheimer-Demenz
* Lewy-Körperchen-Demenz
* Gemischter Demenz
Eine Überraschung gab es bei der frontotemporalen Demenz: Hier war die Medikamenteneinnahme sogar mit einer Verlangsamung des Abbaus assoziiert. Zudem wies die Antidepressiva-Gruppe ein leicht erhöhtes Risiko für Knochenbrüche auf.
Verursachen die Pillen den Abbau?
Die zentrale Frage bleibt unbeantwortet. Lassen die Medikamente die Patienten schneller abbauen? Oder erhalten gerade jene mit schwereren Verläufen und Depressionen häufiger Antidepressiva?
Experten warnen vor voreiligen Schlüssen. „Eine Depression an sich kann den Demenzverlauf negativ beeinflussen“, so Stimmen aus der Fachwelt. Ein pauschales Absetzen notwendiger Therapien wäre falsch. Die Studie soll Ärzte vielmehr zu einer noch sorgfältigeren Abwägung anregen.
Ein widersprüchliches Forschungsfeld
Die neuen Daten passen in ein uneinheitliches Bild. Ältere Studien deuteten sogar auf einen schützenden Effekt von SSRI hin. Die aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt bei Depressionen im Rahmen einer Demenz zwar Mirtazapin oder Sertralin, verweist aber auf eine dünne Datenlage.
Eine mögliche Erklärung für die widersprüchlichen Ergebnisse: Die hirnstrukturellen Veränderungen durch die Demenz könnten die Wirkweise der Antidepressiva beeinträchtigen.
Was bedeutet das für die Behandlung?
Der Bedarf an klärenden Folgestudien ist groß. Bis dahin rücken individualisierte Therapien in den Fokus. Die schwedischen Ergebnisse können helfen, Wirkstoffe mit potenziell geringeren Nebenwirkungen auf die Kognition zu bevorzugen.
Fachgesellschaften raten, den oft langjährigen Einsatz von Antidepressiva bei Demenz regelmäßig zu überprüfen. Das Ziel ist eine maßgeschneiderte Behandlung, die die Lebensqualität erhält – ohne die kognitiven Fähigkeiten unnötig zu gefährden.
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