Apple-GerÀte in Gefahr: Alte iPhones werden zum Ziel von Cyberkriminellen
09.03.2026 - 00:00:11 | boerse-global.de
Ein neu entdeckter Schadcode bedroht Millionen iPhones mit veralteter Software â und wirft ein grelles Licht auf die Sicherheitsrisiken alter Smartphones. Google-Forscher haben einen hochkomplexen Angriff identifiziert, der gezielt GerĂ€te mit iOS 13 bis 17.2.1 ins Visier nimmt. Diese SicherheitslĂŒcke zeigt, wie die Software-Architektur von 2019 die digitale Landschaft bis heute prĂ€gt und zum Problem wird.
Der âCorunaâ-Exploit: Eine neue Bedrohung fĂŒr alte iPhones
Anfang MĂ€rz 2026 schlugen Google und das Sicherheitsunternehmen iVerify Alarm. Sie entdeckten das âCorunaâ-Exploit-Kit, das auch unter dem Namen CryptoWaters bekannt ist. Das Schadprogramm nutzt 23 verschiedene Schwachstellen in fĂŒnf ausgeklĂŒgelten Angriffsketten. Es zielt spezifisch auf iPhones ab, die noch mit Betriebssystemen von iOS 13 bis 17.2.1 laufen.
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Die Malware umgeht zentrale iOS-Sicherheitsvorkehrungen. Sie erkennt ĂŒber kompromittierte Websites zunĂ€chst das genaue GerĂ€temodell und das Betriebssystem, bevor sie eine maĂgeschneiderte Schadsoftware installiert. Diese durchsucht das GerĂ€t nach KryptowĂ€hrungs-Wallets, Zugangsdaten und Bankinformationen.
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA nahm die betroffenen Schwachstellen bereits am 5. MĂ€rz 2026 in ihren Katalog bekannter SicherheitslĂŒcken auf. Experten betonen: WĂ€hrend das Kit fĂŒr Ă€ltere Software hochgefĂ€hrlich ist, bleibt es gegen die neuesten iOS-Versionen wirkungslos. Die Behörden fordern eine Behebung der LĂŒcken bis Ende MĂ€rz und drĂ€ngen alle Nutzer zum sofortigen Update.
RĂŒckblick: iOS 13 â Ein Meilenstein mit Langzeitfolgen
Die aktuelle Krise lenkt den Blick zurĂŒck auf den Start von iOS 13 am 19. September 2019. Das Update markierte einen Wendepunkt fĂŒr Apple. Es fĂŒhrte den systemweiten Dark Mode ein und setzte mit âSign In with Appleâ neue, strenge Datenschutzstandards. Nutzer konnten sich erstmals mit ihrer Apple-ID bei Apps anmelden, anstatt Drittanbieter-Dienste zu nutzen â ein groĂer Schritt gegen heimliche Datensammlung.
Gleichzeitig trennte Apple die Wege von iPhone und iPad und fĂŒhrte iPadOS ein. iOS 13 setzte auch eine neue Hardware-Untergrenze: Es unterstĂŒtzte keine GerĂ€te mit weniger als 2 GB Arbeitsspeicher mehr, darunter das iPhone 5s und die iPhone-6-Serie. Wegen anfĂ€nglicher Softwarefehler veröffentlichte Apple nur fĂŒnf Tage spĂ€ter, am 24. September 2019, bereits das Stabilisierungs-Update iOS 13.1.
Das Dilemma: Lange GerÀtelebensdauer, kurze Sicherheitsupdates
Die anhaltende Bedrohung durch iOS-13-Schwachstellen zeigt das grundlegende Problem: Smartphones leben oft lĂ€nger, als ihre Software gesichert wird. Historisch gesehen konnte jedes GerĂ€t, das iOS 13 ausfĂŒhren konnte, auch auf iOS 14 oder 15 aktualisiert werden. Dennoch verharren Millionen GerĂ€te weltweit auf der alten Software â aus Bequemlichkeit, wegen Unternehmensrichtlinien oder weil sie auf dem Gebrauchtmarkt landeten.
Apple zeigt ein gespaltenes VerhĂ€ltnis zu alter Hardware. Ende Januar 2026 veröffentlichte der Konzern ĂŒberraschend Zertifikats-Updates fĂŒr uralte Systeme wie iOS 12.5.8. Diese Patches stellen lediglich sicher, dass Dienste wie iMessage und FaceTime bis 2027 funktionieren. Gegen moderne, komplexe Angriffe wie das Coruna-Kit bieten sie jedoch keinen Schutz. GerĂ€te, die auf iOS 13 eingefroren sind, bleiben damit extrem angreifbar.
Gefahr fĂŒr den Gebrauchtmarkt: Wenn Spyware zum MassenphĂ€nomen wird
Die SicherheitslĂŒcke trifft den boomenden Gebrauchtmarkt fĂŒr Smartphones besonders hart. Analysten warnen, dass sich hochkomplexe Spionagesoftware, einst Werkzeug von Geheimdiensten, nun in die HĂ€nde finanziell motivierter Cyberkrimineller verlagert. Das Coruna-Kit ist ein erstes Beispiel fĂŒr diesen besorgniserregenden Trend.
GerĂ€te aus der Ăra von 2019 sind in SchwellenlĂ€ndern, in Unternehmen und Wiederaufbereitungsprogrammen noch weit verbreitet. Sicherheitsexperten warnen vor einem aktiven Handel mit Schwachstellen fĂŒr gebrauchte Hardware. Diese Dynamik zwingt Hersteller zu einem schwierigen Balanceakt: Sie mĂŒssen die ökologischen Vorteile langer GerĂ€tenutzung gegen die steigenden Risiken veralteter Software abwĂ€gen.
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Was Nutzer jetzt tun mĂŒssen
Die Cybersicherheits-Community rechnet damit, dass Angreifer veraltete Betriebssysteme ohne vollwertige Sicherheitsupdates immer hÀufiger ins Visier nehmen werden. Die Entdeckung des Coruna-Kits beweist, dass Hacker systematisch alte Schwachstellen sammeln, um vielseitige Angriffswerkzeuge zu bauen.
Die dringende Empfehlung lautet: Jedes GerĂ€t mit iOS 13 sollte sofort auf die neueste unterstĂŒtzte Firmware aktualisiert werden. FĂŒr Hardware, die keine neuen iOS-Versionen mehr erhĂ€lt, raten Forscher zum Aktivieren des speziellen âLockdown-Modusâ oder zum kompletten Austausch des GerĂ€ts.
Experten erwarten, dass internationale Regulierungsbehörden bald verbindliche Mindestlaufzeiten fĂŒr Sicherheitsupdates bei MobilgerĂ€ten vorschreiben werden. Bis dahin liegt die Verantwortung bei Verbrauchern und Unternehmen: Sie mĂŒssen Bedrohungsberichte aufmerksam verfolgen und veraltete Hardware, die auf der Technologie von 2019 basiert, systematisch austauschen.
