Apple kÀmpft vor neuer iPhone-Saison mit Bauteil-EngpÀssen
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Problem seien aktuell vor allem knappe ProduktionskapazitĂ€ten bei kombinierten Chipsystemen, die das HerzstĂŒck von Apple-GerĂ€ten wie iPhones und Mac-Computern sind, sagte Konzernchef Tim Cook. Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits hoher Absatzprognosen unterschĂ€tzt, gestand Cook, der im September nach 15 Jahren seinen Posten rĂ€umt.
In anderen Jahren wĂ€re das kein allzu groĂes Problem gewesen - als Riesen-Kunde hat Apple viel Gewicht bei Zulieferern. Doch aktuell gebe es "weniger FlexibilitĂ€t" als ĂŒblich, beklagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Deshalb gebe es gravierende EngpĂ€sse und nur eingeschrĂ€nkte Möglichkeiten zum Gegensteuern. Die ChipkapazitĂ€ten sind ausgebucht, weil wegen des boomenden GeschĂ€fts mit KĂŒnstlicher Intelligenz gerade enorm viele Halbleiter fĂŒr den beschleunigten Ausbau von Rechenzentren bestellt werden.
Dabei ist jetzt die Zeit, in der Apple traditionell die Produktion neuer iPhone-Modelle rechtzeitig zur MarkteinfĂŒhrung im Herbst hochfĂ€hrt. Wie immer Ă€uĂerte sich der Konzern nicht dazu, ob neue Modelle des Telefons auch diesmal wieder im September vorgestellt werden. Branchenkenner gehen aber fest davon aus. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll in diesem Jahr auch das erste aufklappbare iPhone-Modell auf den Markt kommen.
Starkes iPhone-Quartal
Im vergangenen Quartal stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um nahezu 22 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro). Damit ĂŒbertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Marktforschern zufolge legte der iPhone-Absatz im vergangenen Vierteljahr zu - und auch der durchschnittliche Verkaufspreis dĂŒrfte höher gewesen sein. Eigene Absatzzahlen nennen die groĂen Anbieter schon lange nicht mehr.
Das iPhone ist damit weiterhin das wichtigste Apple-Produkt. Es macht rund die HĂ€lfte des GeschĂ€fts aus. Insgesamt stieg der Apple-Umsatz um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Unterm Strich legte der Gewinn um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar zu. Dazu trugen laut Apple auch bereits verbuchte RĂŒckzahlungen von US-Importzöllen bei, die dem Konzern zustehen, nachdem das Oberste Gericht der USA einige MaĂnahmen von PrĂ€sident Donald Trump gekippt hatte.
Bei Dienstleistungen und dem GeschĂ€ft in der Region China konnte Apple trotz ZuwĂ€chsen die noch höheren Erwartungen der Analysten nicht erfĂŒllen. Die Aktie gab im nachbörslichen US-Handel um rund sechs Prozent nach.
Teure Speicherchips
Wie auch anderen Computer-Anbietern macht Apple der drastische Preisanstieg bei Speicherchips zu schaffen. Unter Verweis auf die Kostenexplosion erhöhte der Konzern vor wenigen Wochen die Preise fĂŒr mehrere GerĂ€tekategorien. Die iPhones blieben davon ausgenommen. Cook verwies nun darauf, dass der DRAM-Speichermarkt nur drei groĂe Anbieter habe. "Es wĂ€re gut, wenn es mehr Lieferanten gĂ€be", sagte er. In der Branche wird das als Aufruf gedeutet, Apple und anderen US-Firmen den Kauf chinesischer Speicherchips zu erlauben. Dagegen gibt es aufgrund des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking WiderstĂ€nde in der US-Regierung.
Das Ende Juni abgeschlossene Vierteljahr war das letzte volle Quartal unter Cooks Regie. Er ĂŒbergibt die KonzernfĂŒhrung zum September an den bisherigen Hardware-Boss John Ternus.
