Apple, Google

Apple und Google verpflichten sich zu faireren App-Stores

10.02.2026 - 20:13:11

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat umfassende Zugeständnisse von Apple und Google erwirkt, um die App-Store-Praktiken fairer und transparenter zu gestalten.

Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat von den Tech-Giganten umfassende Zugeständnisse erwirkt. Sie sollen Entwicklern mehr Fairness und Transparenz bieten.

Das Duopol von Apple und Google im mobilen Ökosystem gerät unter Druck. Nach ihrer Einstufung als Unternehmen mit „strategischer Marktstellung“ im Oktober 2025 haben sich die Konzerne nun zu tiefgreifenden Änderungen in ihren App-Stores verpflichtet. Die britische Competition and Markets Authority (CMA) gab die Einigung heute bekannt. Sie betrifft den Zugang für Hunderttausende Entwickler, von denen viele auch auf dem deutschen Markt aktiv sind.

Transparenz bei Bewertung und Ranking

Kern der Zugeständnisse ist eine Überarbeitung der oft als intransparent kritisierten Prozesse für die App-Prüfung und das Ranking. Apple und Google verpflichten sich, künftig fair, objektiv und nachvollziehbar zu bewerten. Ein zentrales Versprechen: Sie werden eigene Apps nicht mehr bevorzugen oder Konkurrenzprodukte benachteiligen. Das betrifft direkt Bereiche wie Musik-Streaming oder digitale Bezahldienste, in denen die Plattformbetreiber selbst antreten.

Zudem werden die Systeme für Suchresultate und Charts transparenter. Die Unternehmen müssen der CMA künftig Daten zu ihren Prüfverfahren liefern – etwa zur Anzahl eingereichter, genehmigter und abgelehnter Apps sowie zu Bearbeitungszeiten. Die Behörde will diese Zahlen veröffentlichen.

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Schutz von Entwickler-Daten und mehr Interoperabilität

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Umgang mit sensiblen Entwicklerdaten. Beide Konzerne versichern, diese Informationen aus dem Einreichungsprozess nicht für einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Bisher fürchteten Entwickler, dass ihre Daten zur Entwicklung konkurrierender hauseigener Dienste missbraucht werden könnten.

Speziell Apple geht eine zusätzliche Verpflichtung ein: Das Unternehmen wird Anträge von Entwicklern auf interoperablen Zugang zu iOS- und iPadOS-Funktionen künftig fair prüfen. Dies könnte Innovationen im Fintech-Bereich beflügeln, wo eine enge Systemintegration entscheidend ist.

Ein Testfall für die neue regulatorische Macht Großbritanniens

Die Einigung ist der erste große Erfolg des neuen britischen Digital Markets, Competition and Consumers (DMCC) Act. „Diese sofortigen Zugeständnisse zeigen die Flexibilität und Stärke unseres neuen Regulierungswerks“, sagte CMA-Chefin Sarah Cardell. Die Behörde setzte auf kooperative Lösungen und umging so ein langwieriges formelles Verfahren.

Die Entwicklung spiegelt einen globalen Trend wider. Bereits der Digital Markets Act (DMA) der EU zwingt die Tech-Riesen zu Anpassungen. Die pragmatische Vorgehensweise der CMA könnte nun weltweit Schule machen. Google betonte, man halte die bisherigen Praktiken für fair, begrüße aber die kooperative Lösung.

Wird die App-Ökonomie nun fairer?

Branchenbeobachter werten die Zugeständnisse als wichtigen ersten Schritt. Jahrelang klagten Entwickler über intransparente Regeln und den Interessenkonflikt der Plattformbetreiber. Die neuen Prinzipien könnten, konsequent umgesetzt, mehr Wettbewerb und Innovationsmut bei kleineren Anbietern entfachen.

Die erhöhte Transparenz bei den Prüfmetriken ist ein Schlüsselelement. Sie ermöglicht erstmals eine öffentliche Kontrolle der Fairness‑Versprechen. Der wahre Erfolg hängt jedoch von der Umsetzung und Durchsetzung ab. Die CMA macht klar: Sollten Apple oder Google ihre Zusagen brechen, folgen umgehend rechtlich bindende „Verhaltensanforderungen“.

Nächste Schritte: Konsultation und Inkrafttreten

Bis zum 3. März 2026 können sich App-Entwickler und Interessensgruppen in einer öffentlichen Konsultation zu den Plänen äußern. Vorbehaltlich des Feedbacks sollen die neuen Fairness-Regeln im April 2026 in Kraft treten.

Für die CMA ist dies nur der Anfang. Die Behörde untersucht bereits weitere Bereiche, darunter fairere Vertragsbedingungen für die App-Verteilung und mehr Wettbewerb bei digitalen Geldbörsen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Ankündigungen zu einem spürbaren Wandel in der milliardenschweren App-Wirtschaft führen.

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