Apple verkauft neue MacBooks in Europa ohne Netzteil
05.03.2026 - 04:30:19 | boerse-global.deAb sofort mĂŒssen europĂ€ische Kunden fĂŒr das LadegerĂ€t ihrer neuen Apple-Laptops extra bezahlen. Mit der gesamten 2026er Modellreihe dehnt der Konzern seine umstrittene âUnbundlingâ-Strategie aus â und begrĂŒndet dies mit Umweltschutz.
Die Entscheidung betrifft alle diese Woche vorgestellten Modelle: das gĂŒnstige MacBook Neo, die M5 MacBook Air sowie die High-End-MacBook Pros mit M5 Pro und M5 Max Chips. WĂ€hrend KĂ€ufer in den USA und anderen MĂ€rkten das passende Netzteil weiterhin kostenlos in der Box finden, enthĂ€lt die Verpackung in der EU und GroĂbritannien nur noch den Laptop und ein Kabel. Das bedeutet: Wer kein kompatibles LadegerĂ€t besitzt, muss es separat erwerben.
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Einheitliche Verpackung fĂŒr ganz Europa
Die neuen GerĂ€te, darunter das am 4. MĂ€rz prĂ€sentierte Einsteigermodell MacBook Neo, sollen ab dem 11. MĂ€rz ausgeliefert werden. In den Onlineshops Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Spaniens und GroĂbritanniens ist klar vermerkt: Das Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten. Stattdessen liegt je nach Modell ein USB-C- oder ein MagSafe-3-Kabel bei.
Diese Praxis ist nicht komplett neu. Apple testete sie erstmals im Oktober 2025 beim 14-Zoll-M5-MacBook Pro. Jetzt wird sie auf die gesamte Laptop-Palette ausgeweitet. Interessant ist die Einbeziehung GroĂbritanniens, das nicht mehr EU-Mitglied ist. Experten vermuten, dass Apple so seine Lieferkette vereinfachen will: Eine einheitliche Verpackung fĂŒr den gesamten europĂ€ischen Raum ist logistisch effizienter.
EU-Richtlinie als Vorwand fĂŒr eigene Strategie?
Als Apple im Herbst 2025 erstmals das Netzteil weglieĂ, kursierten schnell Berichte, eine EU-Verordnung zwinge den Konzern dazu. Doch ein Blick auf die sogenannte Common Charger-Richtlinie zeigt ein anderes Bild. Die EU-Regelung hat zwei Ziele: den einheitlichen USB-C-Anschluss und die Reduzierung von Elektroschrott.
Dazu schreibt das Gesetz vor, dass Hersteller Verbrauchern die Option bieten mĂŒssen, ein GerĂ€t ohne LadegerĂ€t zu kaufen. Es verbietet aber nicht, ein Netzteil kostenlos beizulegen. Apple könnte also beides anbieten â hat sich jedoch entschieden, das Zubehör standardmĂ€Ăig zu entfernen und es gegen Aufpreis zu verkaufen. Juristen und Technologieanalysten sehen darin eine geschĂ€ftliche Entscheidung, die ĂŒber die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht.
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Versteckte Zusatzkosten fĂŒr Kunden
Die direkte Folge fĂŒr Verbraucher sind zusĂ€tzliche Ausgaben. Die Listenpreise der Laptops blieben in vielen Regionen stabil, doch wer ein originales Apple-Netzteil benötigt, muss tiefer in die Tasche greifen.
- FĂŒr die leistungsstarken M5 MacBook Pro-Modelle ist ein 70-Watt-USB-C-Netzteil nötig, das in der EU 65 Euro kostet.
- Besitzer eines M5 MacBook Air, die die Schnellladefunktion nutzen wollen, benötigen mindestens das 40-Watt- oder das 70-Watt-Modell â zu Ă€hnlichen AufschlĂ€gen.
- Besonders relevant ist dies fĂŒr das MacBook Neo, das als Apples gĂŒnstigster Laptop gezielt Studierende und preisbewusste KĂ€ufer anspricht. Der erhoffte Preisvorteil schmilzt fĂŒr alle, die kein passendes 20-Watt- oder leistungsstĂ€rkeres Netzteil besitzen.
Zwar gibt es gĂŒnstigere Drittanbieter-Adapter, doch Hardware-Experten raten aus GrĂŒnden der Batteriegesundheit und Sicherheit zu zertifizierten, hochwertigen Produkten.
Umweltschutz oder Gewinnmaximierung?
Apple verteidigt den Schritt mit seinem Engagement fĂŒr die Umwelt. Seit 2020 liefert der Konzern iPhones ohne Netzteil aus, spĂ€ter folgten iPads. Die Argumentation: Kleinere Verpackungen reduzieren den CO?-FuĂabdruck beim Transport, und der Verzicht auf Millionen möglicherweise ĂŒberflĂŒssiger Adapter spart Rohstoffe und verringert Elektroschrott.
UmweltschĂŒtzer unterstĂŒtzen grundsĂ€tzlich die Reduzierung von E-MĂŒll. Viele Haushalte besitzen heute bereits mehrere USB-C-LadegerĂ€te. Marktbeobachter stellen jedoch fest, dass die Nachhaltigkeitsagenda perfekt mit den finanziellen Interessen des Konzerns zusammenfĂ€llt.
Durch das âEntbĂŒndelnâ senkt Apple seine Produktions- und Versandkosten. Gleichzeitig generiert es lukrative ZusatzverkĂ€ufe im hochprofitablen Zubehörsegment. Da die Laptop-Preise nicht angepasst wurden, steigt die Gewinnmarge bei jedem Kunden, der ein Original-Netzteil dazukauft.
Der europĂ€ische Markt wird nun zum Testfeld fĂŒr diesen neuen Standard. Sollte sich die Strategie als erfolgreich erweisen, ohne die Verkaufszahlen zu beeintrĂ€chtigen, könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Apple â und womöglich seine Wettbewerber â die netzteilfreie Laptop-Politik auch auf die USA und den Rest der Welt ausdehnen.
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