Bosch-Betriebsrat, Konfrontationskurs

Bosch-Betriebsrat geht auf Konfrontationskurs - Aktionen geplant

08.03.2024 - 17:21:36

Arbeitnehmervertreter wollen sich die geplanten Stellenstreichungen beim Technologiekonzern Bosch nicht gefallen lassen.

Der Gesamtbetriebsrat der Zuliefersparte ruft daher am 20. MĂ€rz zu einem Aktionstag auf. Das geht aus einem internen Rundschreiben an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. "Wir erwarten von allen BeschĂ€ftigten, sich an den Aktionen zu beteiligen und so ein Zeichen fĂŒr den Erhalt der ArbeitsplĂ€tze zu setzen", heißt es dort.

In dem Schreiben appelliert der Gesamtbetriebsrat an die GeschĂ€ftsfĂŒhrung: "Nehmen Sie GesprĂ€che mit uns (...) wieder auf, um ĂŒber Alternativen zum einseitigen Personalabbau und gemeinsam ĂŒber Zukunftschancen fĂŒr die deutschen Standorte zu sprechen." Zuvor hatte das "Manager Magazin" darĂŒber berichtet. Demzufolge wollen die BeschĂ€ftigten vor die Konzernzentrale in Gerlingen bei Stuttgart ziehen. An anderen deutschen Standorten sollen zeitgleich Aktionen organisiert werden. Eine Sprecherin des Betriebsrats wollte sich zunĂ€chst nicht zu den PlĂ€nen Ă€ußern.

In dem Schreiben geht der Betriebsrat die GeschĂ€ftsfĂŒhrung um Bosch-Chef Stefan Hartung hart an. Das Management treibe die Eskalation voran, ein solches Verhalten habe man noch nie erlebt. "Bosch will weiter kraftvoll wachsen. Der Umsatz und das Ergebnis sollen massiv gesteigert werden und bei uns will man die Kolleginnen und Kollegen rausschmeißen. Nicht mit uns!" Langfristiger Erfolg gehe nur mit den BeschĂ€ftigten und nicht gegen sie.

In den vergangenen Monaten waren PlĂ€ne von Bosch bekannt geworden, weltweit Stellen zu streichen. Über alle GeschĂ€ftsbereiche hinweg stehen bislang mehr als 7000 Jobs zur Disposition - davon bis zu 3200 in der Zulieferung. Betroffen sind grĂ¶ĂŸtenteils deutsche Standorte in der Antriebssparte sowie in Bereichen fĂŒr Fahrzeugelektronik, Software und SteuergerĂ€te. Bosch betonte zuletzt immer wieder, dass man mit Arbeitnehmervertretern im Austausch stehe und der Abbau sozialvertrĂ€glich ablaufen solle - unter anderem durch Vorruhestandsregelungen und Qualifizierungsprogramme fĂŒr Wachstumsbereiche.

Geschuldet sind die Schritte unter anderem der Transformation zur E-MobilitÀt. Bosch muss sich teils neu erfinden und Hunderte Millionen Euro investieren. Zugleich stockt der Hochlauf bei den E-Autos und die Weltwirtschaft schwÀchelt.

Bosch-BeschĂ€ftigte in Deutschland bangen bereits lĂ€nger um ihre Jobs. Zahlreiche ArbeitsplĂ€tze hĂ€ngen noch vom klassischen GeschĂ€ft mit dem Verbrennungsmotor ab. Außerdem gibt es Sorgen, dass Fertigung ins Ausland verlagert wird. Bereits vergangenes Jahr waren deshalb Tausende BeschĂ€ftigte zu einer Sonderbetriebsversammlung zusammengekommen. Im Sommer einigten sich die Parteien auf eine Zukunftsvereinbarung, welche betriebsbedingte KĂŒndigungen fĂŒr die knapp 80 000 BeschĂ€ftigten im deutschen Zuliefererbereich bis Ende 2027 ausschließt und den BetriebsrĂ€ten eine intensivere Beteiligung zusichert.

@ dpa.de