Arbeitszeit-Debatte: Regierung will Flexibilität, Arbeitnehmer kürzere Tage
13.02.2026 - 04:51:12Die Bundesregierung plant eine Flexibilisierung des Acht-Stunden-Tags – doch die Mehrheit der Beschäftigten will genau das Gegenteil. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele wünschen sich kürzere Arbeitszeiten und eine Vier-Tage-Woche.
Regierung setzt auf wöchentliche Höchstarbeitszeit
Ende Januar brachte die Bundesregierung eine Reform des Arbeitszeitgesetzes auf den Weg. Der starre Acht-Stunden-Tag soll fallen. Stattdessen plant die Koalition eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.
Das Ziel? Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen mehr Spielraum geben. Branchen wie das Gastgewerbe oder das Baugewerbe begrüßen den Vorstoß. Sie argumentieren, dass längere Arbeitstage es ermöglichen, Baustellen schneller abzuschließen – und den Beschäftigten dafür ein längeres Wochenende zu gewähren.
Umfrage offenbart klaren Wunsch nach Entlastung
Doch was wollen die Arbeitnehmer selbst? Eine Anfang Februar veröffentlichte Umfrage zeichnet ein anderes Bild:
* Mehr als jeder Zweite möchte weniger als 35 Stunden pro Woche arbeiten.
* Modelle wie die Vier-Tage-Woche oder generelle Teilzeit sind sehr beliebt.
* Drei Viertel lehnen eine Ausweitung der Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden ab.
Als Hauptgründe nennen die Befragten mehr Zeit für Familie, Hobbys und gesundheitliche Aspekte. Interessant: Trotz dieser Wünsche bleibt die 40-Stunden-Woche das mit Abstand verbreitetste Modell.
Wirtschaft jubelt, Gewerkschaften warnen
Die Reaktionen auf die Regierungspläne fallen gespalten aus. Wirtschaftsverbände aus Tourismus und Handwerk loben die Flexibilisierung als Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Gewerkschaften wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) schlagen dagegen Alarm. Sie warnen vor Gesundheitsrisiken durch regelmäßig lange Arbeitstage. Zudem fürchten sie, dass die Planbarkeit für Familien leidet, wenn Einsätze kurzfristig verlängert werden.
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New Work vs. alte Debatten
Die Diskussion findet im Spannungsfeld des Wandels zur „New Work“ statt. Politische Forderungen nach mehr Arbeitszeit – Stichwort „Lifestyle-Teilzeit“ – stehen im Widerspruch zu Statistiken über unbezahlte Überstunden.
Experten betonen: Der Wunsch nach kürzeren Tagen ist kein Zeichen mangelnder Arbeitsmoral. Vielmehr geht es um ein nachhaltigeres Lebensmodell. Die große Herausforderung bleibt, den Fachkräftemangel zu bekämpfen, ohne das Wohl der Beschäftigten zu gefährden.
Steht ein harter Verhandlungsmarathon bevor?
Die Regierung will die Gesetzesänderung noch in diesem Jahr durchbringen. Der Weg dorthin dürfte jedoch steinig werden. Der Widerstand von Gewerkschaften und Teilen der Gesellschaft ist erheblich.
Kann ein Kompromiss gelingen, der Flexibilität für Unternehmen mit besserer Work-Life-Balance für Arbeitnehmer vereint? Die kommenden Monate werden es zeigen. Unternehmen, die heute schon mit attraktiven Modellen punkten, könnten im Kampf um Fachkräfte einen klaren Vorteil haben.
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