ASML Aktie: Washingtons Verdacht belastet Kurs
21.06.2026 - 00:55:31 | boerse-global.de
Europas wertvollstes Technologieunternehmen hatte eine starke Woche — bis Washington eine Verdächtigung in die Welt setzte, die den Kurs am Freitag belastete.
Rekord am Donnerstag, RĂĽcksetzer am Freitag
Am Donnerstag, dem 18. Juni, markierte ASML mit 1.691,00 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Einen Tag später schloss die Aktie bei 1.661,20 Euro — ein Minus von 1,47 Prozent. Auslöser war eine Meldung aus Washington: US-Behörden hegen den Verdacht, China könnte in den Besitz einer EUV-Maschine von ASML gelangt sein.
ASML wies das entschieden zurück. In einer schriftlichen Erklärung gegenüber Reuters stellte das Unternehmen klar: „ASML hat nie eine EUV-Maschine nach China geliefert — auch keine Komponente oder Baugruppe, die speziell für eine EUV-Maschine entwickelt wurde." Öffentlich präsentierte Belege für einen tatsächlichen Transfer gibt es bislang nicht.
Ein Verdacht, kein Befund
Der Kontext macht die Allegation noch schwerer nachvollziehbar. Jede EUV-Maschine wiegt rund 180 Tonnen, enthält über 100.000 Bauteile und erfordert laufende Wartung durch ASML selbst. Eine verdeckte Lieferung wäre logistisch kaum zu bewerkstelligen.
Die Niederlande verbieten EUV-Exporte nach China seit 2019 — auf Druck der USA. ASML bestätigt, in diesem gesamten Zeitraum keine einzige EUV-Maschine an chinesische Kunden geliefert zu haben. US-Handelsminister Howard Lutnick soll das Thema bei bilateralen Gesprächen mit ASML-Führungskräften angesprochen haben.
Das eigentliche Risiko liegt woanders
Unabhängig vom EUV-Vorwurf wächst der Druck auf ASMLs China-Geschäft. Rund 20 Prozent des Umsatzes 2026 erwartet das Unternehmen aus bereits genehmigten Lieferungen — hauptsächlich ältere DUV-Maschinen.
Ein parteiübergreifender Gesetzentwurf, der im April den Ausschuss passierte, würde auch DUV-Lieferungen nach China verbieten. Das wäre ein konkreter Einschnitt ins laufende Geschäft — und ein Risiko, das unabhängig vom EUV-Verdacht besteht.
Starke Woche, starke Analysten
Vor dem Freitag-Rücksetzer war die Stimmung konstruktiv. ASML meldete laufende Aktienrückkäufe im Rahmen seines bis zu zwölf Milliarden Euro schweren Programms für 2026 bis 2028. Bernstein Research bestätigte sein „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 1.700 Euro. JPMorgan hob das Ziel auf 1.900 Euro an, Morgan Stanley auf 1.660 Euro — beide mit „Overweight". BofA Securities hält an seiner Kaufempfehlung fest und traut ASML bis 2030 einen Umsatz von 73 Milliarden Euro zu, was die Bruttomarge über 60 Prozent treiben würde.
Die längerfristige Dynamik bleibt intakt. Auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie knapp 25 Prozent zu, seit Jahresbeginn sind es über 68 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 593,60 Euro im August 2025 hat sich der Kurs fast verdreifacht. Ob Washington aus dem Verdacht einen formellen Befund macht, wird die entscheidende Frage für ASMLs regulatorisches Umfeld in den kommenden Wochen sein.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 21. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
