Keine Einigung mit USA bei Grönland-KrisengesprÀch
14.01.2026 - 20:34:17Zwischen den Parteien bestehe weiterhin eine "fundamentale Meinungsverschiedenheit", sagte der dĂ€nische AuĂenminister Lars LĂžkke Rasmussen nach dem Treffen mit US-AuĂenminister Marco Rubio und US-VizeprĂ€sident JD Vance, an dem auch die fĂŒr die grönlĂ€ndische AuĂenpolitik zustĂ€ndige Ministerin Vivian Motzfeldt teilnahm.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte schon vor dem gut einstĂŒndigen GesprĂ€ch in einem GebĂ€ude der US-Regierung nahe dem WeiĂen Haus klargemacht, von seinem Gebietsanspruch keinen Millimeter abzuweichen. Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei "inakzeptabel", schrieb Trump auf seinem Sprachrohr Truth Social.
Rasmussen sagte, sie seien nach "einer Reihe, wie soll ich sagen, bemerkenswerter öffentlicher ĂuĂerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis" nach Washington gereist. "Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen."
Man habe sich darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe auf hoher Ebene zu bilden, um herauszufinden, ob man einen gemeinsamen Weg finden könne, der sowohl die amerikanischen Sicherheitsinteressen als auch die roten Linien des Königreichs DĂ€nemark berĂŒcksichtige, sagte Rasmussen. Diese Arbeitsgruppe solle innerhalb von Wochen erstmals zusammenkommen.
Trump bleibt hart: "Alles andere ist inakzeptabel"
Trump hatte seinen Anspruch in den vergangenen Tagen immer wieder mit Sicherheitsfragen und eine Bedrohung durch Russland und China begrĂŒndet. Die US-Regierung hatte eine gewaltsame Einnahme der Insel nicht ausgeschlossen.
Die Zugehörigkeit zur Nato sei kein ausreichender Schutz - weder fĂŒr Grönland noch die USA, hatte Trump vor dem Treffen geschrieben. Grönland sei elementar fĂŒr den Aufbau der geplanten Raketenabwehr "Golden Dome", die Nato solle daher den Weg fĂŒr eine US-Ăbernahme der Insel bereiten, schrieb Trump. In Versalien drohte er, dass dies sonst China oder Russland tun wĂŒrden. Das werde er verhindern. Trump hatte immer wieder auf eine zunehmende PrĂ€senz russischer und chinesischer Schiffe in der Region verwiesen.
Stimmt das mit der russischen und chinesischen PrÀsenz?
Vor allem China bereitet westlichen MilitĂ€rs Sorgen. Der Oberbefehlshaber der Nato-StreitkrĂ€fte in Europa, Alexus G. Grynkewich, sagte jĂŒngst zu möglichen Bedrohungen durch China, das Land trete vor allem im hohen Norden immer aggressiver auf. So schickten die Chinesen Forschungsschiffe in die Region, die dann unter wissenschaftlichem Deckmantel vermutlich militĂ€rische Erkundungen vornĂ€hmen. In der jĂŒngsten eisfreien Jahreszeit seien Schiffe auĂerordentlich lange vor der NordkĂŒste Alaskas geblieben. Zudem gebe es gemeinsame Patrouillen mit den Russen.
DĂ€nemark erhöhte am Mittwoch mit UnterstĂŒtzung von Schweden und Norwegen die MilitĂ€rprĂ€senz auf Grönland. Dies geschehe im Zusammenhang mit militĂ€rischen Ăbungen sowohl mit Flugzeugen, Schiffen als auch Soldaten - und in enger Zusammenarbeit mit Nato-VerbĂŒndeten, hieĂ es in einer Mitteilung des AuĂenministeriums und des grönlĂ€ndischen Ministeriums fĂŒr ĂuĂeres und Forschung.
Der dĂ€nische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen antwortete wĂ€hrend einer Pressekonferenz auf die Frage, wie das MilitĂ€r auf einen Angriff reagieren wĂŒrde, dass dies eine "hypothetische" Situation sei. "Aber der Befehl ist, dass man das Königreich verteidigen muss, wenn man angegriffen wird", sagte er.
Welche Rolle spielt die Nato?
Um den Konflikt zu entschĂ€rfen, hatten sich mehrere BĂŒndnisstaaten zuletzt fĂŒr eine stĂ€rkere PrĂ€senz des BĂŒndnisses in der Region ausgesprochen - auch Deutschland. Im GesprĂ€ch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Ăberwachungseinsatzes mit dem Namen "Arctic Sentry" (deutsch etwa: WĂ€chter der Arktis). Dies wĂ€re ein anderer Einsatz als der, ĂŒber den DĂ€nemark am Mittwoch Auskunft gab.
Trump lĂ€sst sich davon aber bislang nicht von seinem Weg abbringen. Die Nato könne nur dank der USA eine wirksame Abschreckung entfalten, schrieb der US-PrĂ€sident und fĂŒgte hinzu, das sei sein Verdienst durch die StĂ€rkung der US-StreitkrĂ€fte wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit. Die Nato werde weitaus beeindruckender und effektiv mit einem von den USA gesteuerten Grönland.
Das EuropĂ€ische Parlament verurteilte diese und vorherige ĂuĂerungen der Trump-Regierung ĂŒber Grönland als "inakzeptabel". Jeder Versuch, "die SouverĂ€nitĂ€t und die territoriale IntegritĂ€t DĂ€nemarks und Grönlands zu untergraben, verstöĂt gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen", teilte das EU-Parlament mit.

