Aktien Europa: EuroStoxx nach Hoch seit 2001 knapp im Minus
29.01.2024 - 11:35:41Der Leitindex der Eurozone stand am spĂ€ten Vormittag 0,11 Prozent tiefer bei 4630,45 Punkten, weil Anleger vereinzelt Gewinne mitnahmen. Am Freitag hatte er es erstmals seit 23 Jahren wieder ĂŒber die Marke von 4600 Punkten geschafft. Er konnte sich aber ĂŒber dieser Schwelle behaupten.
Am Markt hieĂ es, Anleger positionierten sich zu Wochenbeginn vorsichtig fĂŒr den am Mittwoch erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Auch die Immobilienkrise in China sowie die Konflikte im Nahen Osten zehrten an der Bereitschaft der Anleger, auf erhöhtem Niveau noch zu kaufen. Im Mittelpunkt stand zudem die Berichtssaison, die auch in Europa Fahrt aufgenommen hat.
Auf LĂ€nderebene zeigte vor allem der deutsche Dax DE0008469008 SchwĂ€che, an anderen Leitbörsen war das Bild solide: Der französische Cac 40 FR0003500008 stand mit 7638,30 Punkten zuletzt 0,05 Prozent ĂŒber Vortagsniveau. Der britische FTSE 100 GB0001383545 legte gestĂŒtzt auf steigende Ălwerte 0,16 Prozent auf 7647,31 Punkte zu. Die Aktien von Shell GB00BP6MXD84 und BP GB0007980591 gewannen in London bis zu 1,6 Prozent an Wert.
Der Ălsektor dominierte einmal mehr wegen steigender Ălpreise und der Lage im Nahen Osten die Gewinnerliste. Ausschlaggebend sind zunehmende Spannungen in der Region um das Rote Meer. Am Freitag hatten jemenitische Huthi-Rebellen nach eigenen Angaben im Golf von Aden einen britischen Tanker angegriffen. In Jordanien kamen am Wochenende bei einem Drohnen-Angriff drei US-Soldaten ums Leben. Das Risiko einer Ausweitung des Gaza-Kriegs nimmt somit zu.
Selbstverschuldet geriet die Philips NL0000009538-Aktie mit 6,2 Prozent deutlich unter Druck. Der Hersteller von Gesundheitstechnik berichtete Jahreszahlen und kĂŒndigte an, dass der Verkauf von BeatmungsgerĂ€ten fĂŒr die Schlaftherapie in den USA ausgesetzt wird. Dies geschieht nach einer Einigung mit der US-Aufsichtsbehörde wegen fehlerhafter medizinischer GerĂ€te. Analyst Julien Dormois von Jefferies Research hob kritisch hervor, dass der Auftragseingang von Philips das sechste Quartal in Folge zurĂŒckgegangen ist.
Nicht gut kamen auch die Resultate von Ryanair IE00BYTBXV33 an, wie die 2,7 Prozent schwĂ€chere Aktie des Billigfliegers zeigte. Dieser habe im dritten Quartal wegen hoher Kosten die Erwartungen verfehlt, sagte der JPMorgan-Analyst Harry Gowers. Das Unternehmen senkte seine Gewinn-Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr. Neben gestiegenen Treibstoffkosten trĂŒbten auch Probleme des Flugzeugbauers Boeing US0970231058 die GeschĂ€ftsaussichten.
FĂŒr Anleger bessere Nachrichten hatte Holcim CH0012214059 parat, hier stieg der Kurs um 3,3 Prozent. Eine Abspaltung des US-GeschĂ€fts durch den schweizerischen Baukonzern sorgte am Montag fĂŒr Kursfantasie. Neben der Mitteilung, dass das dortige GeschĂ€ft als eigenes Unternehmen an die Börse kommen soll, wurde auch ein neuer Konzernchef ernannt.
Besonders stark unter Druck geriet mit Eutelsat Communications FR0010221234 ein Nebenwert. Die Aktien des Satelliten-Netzwerkbetreibers brachen um 15 Prozent wegen eines gesenkten Jahresausblicks.

