Börse Frankfurt-News: Zone der Zufriedenheit (Marktstimmung)
24.07.2024 - 15:52:56Lediglich einige professionelle BĂ€ren gehen raus. Insgesamt ein Szenario mit Sommerloch-Potential, wie Goldberg vermutet.
24. Juli 2024. Auch an den Handelstagen, die auf unsere vergangene Sentiment-Erhebung gefolgt sind, ist es dem DAX nicht gelungen, einen gröĂeren Trend loszutreten. Dennoch lĂ€sst sich dieser Zeitraum in zwei HĂ€lften teilen, die durch das vergangene Wochenende getrennt werden. Hatte sich bis dahin das Börsenbarometer seit vergangenem Mittwoch um 1,8 Prozent abgeschwĂ€cht, folgte in dieser Woche ein erneuter ordentlicher Aufschwung, der allerdings ebenfalls nicht nachhaltig war. Am Ende hat der DAX im Punktvergleich zu unserer vergangenen Erhebung sogar 0,6 Prozent an Wert verloren.
Gut möglich, dass der RĂŒckzug Joe Bidens als PrĂ€sidentschaftskandidat fĂŒr die im November anstehenden Wahlen in den USA dabei eine Rolle gespielt hat. Zumindest gehört deren Ausgang zu den von internationalen Fondsmanagern in der von der Bank of America zuletzt veröffentlichten Umfrage genannten Extremrisiken. Allerdings nicht an erster Stelle. Rang 1 wird vielmehr von den Gefahren eingenommen, die von geopolitischen Konflikten ausgehen könnten. Die Angst vor Inflation oder einer US-Rezession war bei dieser Umfrage interessanterweise deutlich weniger stark als noch im Vormonat ausgeprĂ€gt. Indes - keine Nachricht der vergangenen Tage war dazu geeignet, den DAX auch nur in die NĂ€he der von uns zuletzt genannten Angebots- bzw. Nachfrageniveaus zu bewegen.
Weitere RĂŒckkĂ€ufe
Unterdessen hat sich die Stimmung unter den von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont weiter verbessert. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 6 Punkte auf einen neuen Stand von +3 gestiegen. Allerdings nicht, weil etwa das Bullenlager gröĂeren Zulauf bekommen hĂ€tte. TatsĂ€chlich hat sich die Zahl der Optimisten nur unwesentlich vergröĂert, wĂ€hrend Pessimisten weiter Positionen zurĂŒckgedeckt haben. Diese Tendenz wird im Zwei-Wochen-Vergleich sogar noch deutlicher, denn seither hat sich die Gruppe der BĂ€ren um 10 Prozentpunkte verringert, wĂ€hrend bei den Bullen nur ein Plus von 2 Prozentpunkten verbucht werden konnte. Folglich hat die Gruppe der neutral gestimmten Akteure heute zum zweiten Mal hintereinander zulegen können.
Bei den Privatanlegern ist die Stimmung nun bereits seit sechs Wochen weitgehend unverĂ€ndert. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieses Panels steigt um 2 Punkte auf einen neuen Stand von +8, wobei es unter dem Strich eine minimale Verschiebung von den BĂ€ren zu den Bullen gab. Allerdings bleiben wie bereits in den Vorwochen die ĂŒber Social Media befragten Privatanleger wesentlich optimistischer als die ĂŒbrigen Teilnehmer dieses Panels.
In der Hand von langfristigen Kapitalströmen
Per Saldo hat sich bei der heutigen Befragung die Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren weiter verringert. WĂ€hrend sich bei den Privatanlegern der Optimismus auf Sicht von drei und sechs Monaten relativiert, und man insofern von einer neutralen Stimmungslage sprechen kann, gilt dies nicht fĂŒr die institutionellen Pendants. Letztere sind bei dieser Sichtweise etwas optimistischer als es der absolute Wert von +3 vermittelt. Allerdings ist dieser Optimismus nicht dazu geeignet, gröĂere Schieflagen in diesem Panel vermuten zu lassen.
Und so hat sich auch an den bisherigen Niveaus, an denen wir Angebot bzw. Nachfrage, resultierend aus den derzeitigen Engagements, vermuten, nichts geĂ€ndert. An der Oberseite sprechen wir von 18.840/890 ZĂ€hlern, wĂ€hrend das vergleichbare Nachfrageniveau knapp unter 18.000 liegen dĂŒrfte. Allerdings ist die Unterseite gegenĂŒber der Vorwoche weicher einzuschĂ€tzen, als das mögliche Angebot, das wir in der NĂ€he des bisherigen Allzeithochs erwarten. TatsĂ€chlich dĂŒrften die Positionierung der heimischen Investoren nicht zuletzt auch wegen der Urlaubszeit jedoch nicht dazu geeignet sein, die derzeitige Komfortzone des DAX aufzubrechen. Es bleibt also den langfristig orientierten (internationalen) Investoren vorbehalten, im Zweifel den DAX aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Sentiment-Index institutioneller Anleger*innen
DAX (VerÀnderung zu vergangener Erhebung): 18.380 (-120 zur Vorwoche)Börse Frankfurt Sentiment-Index institutionell Anlegende: 3 Punkte (+6 zur Vorwoche)
Sentiment-Index privater Anleger*innen
DAX (VerÀnderung zu vergangener Erhebung): 18.380 (-120 zur Vorwoche)Börse Frankfurt Sentiment-Index privat Anlegende: +8 Punkte (+2 Punkte zur Vorwoche)
Von Joachim Goldberg
24. Juli, 2024, © Goldberg & Goldberg fĂŒr boerse-frankfurt.de
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

