Ergebnisse, Produktion/Absatz

RĂŒstungszulieferer Renk wĂ€chst zum Jahresstart krĂ€ftig - Aktie fĂ€llt

15.05.2024 - 15:20:15 | dpa.de

AUGSBURG - Der Panzergetriebe-Hersteller Renk DE000RENK730 hat angesichts des RĂŒstungsbooms im ersten Quartal stark zugelegt.

(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, weitere Analystenstimme, Kurs)

AUGSBURG (dpa-AFX) - Der Panzergetriebe-Hersteller Renk DE000RENK730 hat angesichts des RĂŒstungsbooms im ersten Quartal stark zugelegt. Die Nachfrage zur Sicherung und StĂ€rkung der VerteidigungsfĂ€higkeit Deutschlands und seiner BĂŒndnispartner sei weiterhin hoch, sagte Firmenchefin Susanne Wiegand am Mittwoch laut Mitteilung. Renk zog zum Jahresstart aber deutlich weniger neue AuftrĂ€ge an Land. Die Prognose bestĂ€tigte der RĂŒstungszulieferer. Die Aktie gab am Nachmittag trotzdem nach.

Im frĂŒhen Handel stieg das Papier in der Spitze um mehr als vier Prozent, drehte dann bis zu 2,6 Prozent ins Minus und gab zuletzt noch 0,6 Prozent auf 27,62 Euro nach. Renk war erst Anfang des Monats fĂŒr den Batteriekonzern Varta DE000A0TGJ55 in den Nebenwerte-Index SDax DE0009653386 aufgerĂŒckt. Haupteigner Triton hatte Renk im Februar zu einem Ausgabepreis von 15 Euro an die Börse gebracht. Die darauffolgende Rekordjagd ist mittlerweile ins Stocken geraten, jĂŒngst bewegte sich die Aktie ĂŒberwiegend seitwĂ€rts.

Renk steigerte den Umsatz zum Jahresstart im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22,5 Prozent auf 237,7 Millionen Euro, wie der Börsenneuling am Mittwoch in Augsburg mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) kletterte um fast die HÀlfte auf 27,8 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 9,9 auf 11,7 Prozent. Laut Renk habe sich die Optimierung der Produktionsprozesse und ein vorteilhafter Produktmix bemerkbar gemacht.

Zum Jahresstart brach der Auftragseingang des RĂŒstungszulieferers mit 208,2 Millionen Euro allerdings um mehr als die HĂ€lfte ein. Das hĂ€nge mit zwei GroßauftrĂ€gen ein Jahr zuvor zusammen, hieß es. Außerdem hĂ€tten sich AuftragseingĂ€nge verschoben. Das VerhĂ€ltnis von Auftragseingang zu Umsatz lag zum Jahresstart bei 0,9 und signalisierte damit eine schwĂ€chelnde Nachfrage.

Trotzdem kommt Renk beim Abarbeiten der bestehenden AuftrĂ€ge kaum hinterher. Das Auftragspolster stieg um 3,7 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Berenberg-Analyst George McWhirter bezeichnete den Auftragsbestand als vielversprechend, neue Bestellungen dĂŒrften im restlichen Jahr wieder anziehen. Ein 100 Millionen US-Dollar (rund 92 Mio Euro) schwerer Auftrag der US-Armee werde beispielsweise im zweiten Quartal verbucht.

WĂ€re dieser Auftrag noch ins erste Quartal gefallen, hĂ€tte das VerhĂ€ltnis von Auftragseingang zu Umsatz 1,3 betragen, sagte Renk-Finanzchef Christian Schulz in einer Telefonkonferenz. Die Kennziffer werde sich kĂŒnftig wieder verbessern. Des Weiteren zeigte sich Schulz zuversichtlich, dass der Auftragsbestand weiter anwĂ€chst. Firmenchefin Wiegand wies in der Konferenz obendrein darauf hin, dass der Jahresauftakt saisonal schwĂ€cher sei.

Diese SaisonalitĂ€t bekam auch Rheinmetall DE0007030009 zu spĂŒren. Der RĂŒstungskonzern berichtete bereits am Dienstag zwar von einem deutlich gestiegenen Auftragseingang im ersten Quartal. Verzögerte Auslieferungen ließen den Umsatz aber nicht ganz so krĂ€ftig steigen, wie Analysten erhofft hatten. Bei Renk sei im Vergleich zu Rheinmetall und auch Hensoldt DE000HAG0005 aber das organische Umsatzwachstum auffallend positiv, kommentierte JPMorgan-Analyst David Perry. Renk dĂŒrfe 2024 das obere Ende der Prognosespannen erreichen.

Unter dem Strich machte Renk von Januar bis Ende MĂ€rz 2,8 Millionen Euro Verlust und rutschte damit gut 41 Prozent tiefer in die roten Zahlen als ein Jahr zuvor - maßgeblich wegen einer höheren Steuerlast. Das Unternehmen stellt Getriebe fĂŒr Panzer, Fahrzeuge und Schiffe her, aber auch fĂŒr Industrieanlagen. Außerdem gehören Kupplungen, Gleitlager und PrĂŒfsysteme zum Angebot.

FĂŒr das laufende Jahr rechnet Renk weiterhin mit einem Umsatzanstieg auf 1 bis 1,1 Milliarden Euro. Vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten sollen davon 16 bis 18 Prozent operativer Gewinn ĂŒbrig bleiben. Mittelfristig will der Vorstand den Umsatz um etwa 10 Prozent pro Jahr steigern. Die Marge soll dann auf 19 bis 20 Prozent klettern.

So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | DE000RENK730 | ERGEBNISSE | boerse | 65242188 |