WDH: Rund jeder Siebte zahlt mehr als halben Monatslohn fĂŒr Miete
08.06.2025 - 14:08:28(ausgefallenes Wort "in" im vierten Absatz ergÀnzt)
BERLIN (dpa-AFX) - Bei 15 Prozent der Menschen in Deutschland geht einer Umfrage zufolge jeden Monat mehr als die HĂ€lfte ihres Nettolohns fĂŒr die Miete drauf. Drei Prozent der Befragten zahlen sogar mehr als 70 Prozent fĂŒr die Miete. Das ergab eine reprĂ€sentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Daran nahmen mehr als 4000 Menschen teil, knapp 2400 davon waren Mieter.
Auch das andere Ende der Skala wurde abgefragt: Nur 8 Prozent der Menschen geben fĂŒr die Miete weniger als 20 Prozent ihres Nettolohns aus. Fast die HĂ€lfte der Befragten zahlt zwischen 20 und 39 Prozent fĂŒr die Miete. Weitere 17 Prozent wenden zwischen 40 und 49 Prozent ihres monatlichen Nettolohns fĂŒr die Miete auf.
Wenige Menschen leben beengt
Die Umfrage zeigt weiter, dass die Menschen in Deutschland im Durchschnitt recht groĂzĂŒgig wohnen. Mehr als die HĂ€lfte der befragten Mieter (53 Prozent) antwortete, dass in ihrer Wohnung mehr Zimmer als Menschen seien. Weitere 37 Prozent gaben an, dass in der Wohnung, die sie etwa mit ihrer Familie mieten, rechnerisch auf jeden Bewohner ein Zimmer komme. Nur sechs Prozent sagten, es gebe weniger Zimmer als Menschen. Drei Prozent machten keine Angabe. WohnverhĂ€ltnisse gelten dann als beengt, wenn es weniger Zimmer als Bewohner gibt.
Noch groĂzĂŒgiger sind die WohnverhĂ€ltnisse bei den Menschen, die in ihrer Eigentumswohnung leben. Drei Viertel von ihnen (76 Prozent) gaben an, dass es bei ihnen mehr Zimmer als Bewohner gebe. Die meisten von ihnen hatten sogar ĂŒber zwei Zimmer mehr als Menschen.
Wohnraummangel in einigen Bevölkerungsgruppen
Allerdings geht die Schere weit auseinander. So zeigen andere Erhebungen, dass rund jeder Neunte in Deutschland mit beengten WohnverhĂ€ltnissen zurechtkommen muss. Nach Zahlen des europĂ€ischen Statistikamts Eurostat lebten im vergangenen Jahr 11,5 Prozent der Menschen hierzulande in einer ĂŒberbelegten Wohnung.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2024 besonders Alleinerziehende und ihre Kinder, armutsgefÀhrdete Personen und Erwachsene mit auslÀndischem Pass von beengten WohnverhÀltnissen betroffen. Zudem litten Menschen in StÀdten rund dreimal so hÀufig unter Wohnraummangel wie Bewohner lÀndlicher Gebiete.

