ROUNDUP, Wadephul

Wadephul macht WestbalkanlÀndern Mut: Reformen fortsetzen

17.11.2025 - 18:40:15 | dpa.de

Außenminister Johann Wadephul hat die EU-Aspiranten auf dem westlichen Balkan aufgefordert, fĂŒr einen EU-Beitritt in absehbarer Zukunft Reformen kraftvoll fortzusetzen.

"Wir sind bereit, zu unterstĂŒtzen. Deutschland war immer ein erweiterungsfreundlich gesinntes Land. Aber es ist die Aufgabe der KandidatenlĂ€nder, die Bedingungen zu erfĂŒllen", sagte der CDU-Politiker am Abend nach einem GesprĂ€ch mit seiner albanischen Kollegin Elisa Spiropali in der Hauptstadt Tirana.

Dies sei weder in Albanien noch in Montenegro, das er unmittelbar zuvor besucht hatte, oder in den anderen Staaten der Region der Fall, schrĂ€nkte Wadephul ein. AbkĂŒrzungen könne es auf dem Weg in die EU nicht geben.

Wadephul fordert noch mehr Einsatz gegen Korruption

Gleich zu Beginn seines Albanien-Besuches hatte der Minister den Leiter der Sonderstaatsanwaltschaft zur BekÀmpfung von Korruption, Organisierter KriminalitÀt und Terrorismus, Altin Dumani, gesprochen. Zwar lobte er im Anschluss, dass Albanien eine solch starke Institution besitze, die konkrete Fortschritte bei der Aufarbeitung und BekÀmpfung von Korruption erziele. Zugleich sei hier "eine besondere Konzentration der Arbeit" erforderlich.

Der Bundesregierung bereitet Sorgen, dass Albanien - wie im Grunde alle Staaten auf dem Westbalkan - mit Korruption und organisierter KriminalitĂ€t zu kĂ€mpfen hat, die oft Hand in Hand mit der internationalen Drogenmafia geht. Anschließend waren politische GesprĂ€che geplant.

In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica hatte Wadephul nach getrennten Treffen mit PrĂ€sident Jakov Milotovic, MinisterprĂ€sident Milojko Spajic und seinem Kollegen Ervin Ibrahimovic erklĂ€rt, die Erweiterung der EU "liegt in unserem ureigensten Interesse". Gerade in Zeiten geopolitischer UmwĂ€lzung mĂŒsse man sich "darauf besinnen, was uns verbindet: Ein Raum des Rechts, der trotz aller Herausforderungen eine bedeutende Wirtschaftskraft und ein politisches Gewicht hat, das Freiheit ermöglicht."

Die albanische Außenministerin Spiropali sagte, Tirana hoffe, 2027 die Beitrittsverhandlungen abzuschließen und innerhalb dieses Jahrzehnts EU-Mitglied zu werden. Der montenegrinische Außenminister Ibrahimovic dankte Wadephul fĂŒr die UnterstĂŒtzung fĂŒr den EU-Kurs seines Landes. "Montenegro ist ein verlĂ€sslicher Partner", versicherte er.

Balkanstaaten unterschiedlich weit im EU-Beitrittsprozess

Die sechs WestbalkanlĂ€ndern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien streben teils seit Jahrzehnten einen EU-Beitritt an. Montenegro wird als am weitesten im Beitrittsprozess gesehen, ein Datum fĂŒr eine Aufnahme steht aber nicht in Aussicht. Mit Montenegro und Serbien fĂŒhrt die EU seit 2012 beziehungsweise 2014 Beitrittsverhandlungen. Mit Albanien und Nordmazedonien wurde der Verhandlungsprozess 2022 gestartet. Bosnien-Herzegowina hat den Beitrittskandidaten-Status, ist aber noch nicht in Verhandlungen. Das Kosovo ist potenzieller Beitrittskandidat.

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