AUTO1 Group Aktie: Margen enttäuschen
25.02.2026 - 11:16:43 | boerse-global.deDie AUTO1 Group hat heute ihre Jahreszahlen vorgelegt – und die fallen zunächst beeindruckend aus. Der Online-Gebrauchtwagenhändler steigerte 2025 seinen Absatz um 22 Prozent auf 842.271 Fahrzeuge. Der Umsatz kletterte um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, der Bruttogewinn um 37 Prozent auf 991 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA schoss sogar um 81 Prozent auf 198 Millionen Euro in die Höhe – alles Rekordwerte in der 14-jährigen Unternehmensgeschichte.
Doch die Börse reagierte ernüchtert. Die Aktie sackte im XETRA-Handel um 6,8 Prozent auf gut 18 Euro ab. Damit scheiterte ein Bodenbildungsversuch nach den herben Verlusten zwischen Ende Januar und Mitte Februar. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 gehört der Titel mit einem Minus von über einem Drittel zu den größten MDAX-Verlierern.
Guidance-Mathematik bereitet Kopfzerbrechen
Der Grund fĂĽr den Kursrutsch liegt im Ausblick fĂĽr 2026. AUTO1 rechnet mit 940.000 bis 1 Million verkauften Fahrzeugen und einem Bruttogewinn zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA soll 250 bis 275 Millionen Euro erreichen. Auf den ersten Blick solide Wachstumszahlen.
Das Problem: Die implizierte Gewinnmarge pro Fahrzeug liegt bei der Guidance unterhalb des Niveaus aus dem vierten Quartal 2025. Damals erzielte AUTO1 einen Bruttogewinn von 1.202 Euro pro verkauftem Auto. Die Mittelpunkte der Prognosespannen für 2026 deuten hingegen auf niedrigere Margen hin – und das, obwohl das margenstärkere Privatkundengeschäft Autohero schneller wächst als das Händlergeschäft.
RBC-Analystin Wassachon Udomsilpa bezeichnete den Quartalsbericht zwar als "qualitativ gut", merkte aber an, dass die Markterwartungen bereits am oberen Ende des Ergebnisausblicks lägen. Sie behält ihre "Outperform"-Einstufung mit Kursziel 30 Euro bei, will auf der Analystenkonferenz jedoch klären, ob die Guidance konservativ kalkuliert ist oder geplante Investitionen die Margen belasten werden.
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Konsens liegt deutlich ĂĽber Guidance
Die Diskrepanz zwischen Unternehmensausblick und Analystenschätzungen ist beträchtlich. Der Visible-Alpha-Konsens für das bereinigte EBITDA 2026 lag bei 276 Millionen Euro – rund 5 Prozent über dem oberen Ende der Guidance-Spanne von 275 Millionen Euro. Diese Lücke dürfte in den kommenden Wochen für Diskussionen sorgen.
Jefferies-Analyst Giles Thorne verwies darauf, dass die Aktie bereits vor der Zahlenvorlage unter Druck stand. Der Markt habe damit gerechnet, dass AUTO1 im Ausblick Wachstum gegenüber Profitabilität priorisieren würde – genau so kam es nun.
Einen Hoffnungsschimmer bietet die strategische Ausrichtung. CFO Christian Wallentin, der erst kürzlich zum Unternehmen stieß, kündigte an, Finanzierungslösungen als nächsten Wachstumshebel auszubauen. Die AUTO1 Group hält inzwischen einen Marktanteil von 3,1 Prozent am europäischen Gebrauchtwagenmarkt – ein Plus von 50 Basispunkten gegenüber 2024. Ob das ausreicht, um die enttäuschten Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.
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