BadBox 2.0: Millionen Android-GerÀte ab Werk infiziert
15.09.2025 - 07:41:01GefÀhrliche Malware verwandelt Streaming-Boxen und Smart-TVs in kriminelle Netzwerke.
Millionen gĂŒnstige Android-GerĂ€te werden mit vorinstallierter Schadsoftware verkauft und machen ahnungslose KĂ€ufer zu unfreiwilligen Komplizen internationaler CyberkriminalitĂ€t. Das FBI und Google schlagen Alarm.
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Eine massive Malware-Kampagne namens „BadBox 2.0“ hat weltweit Millionen nicht-zertifizierte Android-GerĂ€te kompromittiert. Die Schadsoftware ist bereits bei der Herstellung auf gĂŒnstigen GerĂ€ten aus China vorinstalliert â bevor Verbraucher sie ĂŒberhaupt auspacken.
Das FBI warnt eindringlich: VerdÀchtige GerÀte sollten sofort vom Netzwerk getrennt werden. Die Bedrohung trifft vor allem Smart-TVs, Streaming-Boxen und Tablets ohne offizielle Google-Zertifizierung.
Wie das Botnet funktioniert
BadBox 2.0 ist eine Weiterentwicklung der bereits 2023 entdeckten Schadsoftware. Anders als herkömmliche Malware wird sie nicht nachtrÀglich installiert, sondern sitzt tief in der Firmware des GerÀts. Manche GerÀte werden bereits bei der Herstellung infiziert, andere durch manipulierte Updates bei der ersten Einrichtung.
Die Malware verwandelt jedes befallene GerĂ€t heimlich in einen Teil eines Botnets â eines Netzwerks ferngesteuerter Computer. Cyberkriminelle nutzen diese Armee von GerĂ€ten fĂŒr verschiedene illegale AktivitĂ€ten: Sie schalten unerwĂŒnschte Werbung, fĂŒhren Denial-of-Service-Attacken durch, stehlen persönliche Daten und verschleiern andere kriminelle Operationen.
Bedrohung von gewaltiger Dimension
Die Zahlen sind erschreckend: SchĂ€tzungen gehen von zehn Millionen aktiv infizierten GerĂ€ten aus. WĂ€hrend das ursprĂŒngliche BadBox-Botnet „nur“ Hunderttausende GerĂ€te betraf, explodierte die Zahl bei der 2.0-Version regelrecht.
Die Bedrohung ist global und erstreckt sich ĂŒber 222 LĂ€nder. Besonders betroffen sind Nord- und SĂŒdamerika, einschlieĂlich Brasilien und den USA. Typische Ziele sind unzertifizierte Android-GerĂ€te wie TV-Boxen der Modelle T95 und X88 Pro 10, aber auch verschiedene Tablets und andere vernetzte GerĂ€te.
Der Grund fĂŒr die weite Verbreitung? Diese GerĂ€te locken mit extrem niedrigen Preisen, verzichten aber auf Googles Play Protect-Zertifizierung â die wichtigste Sicherheitsbarriere gegen solche Angriffe.
FBI und Google schlagen zurĂŒck
Das FBI hat gemeinsam mit Google und Cybersecurity-Unternehmen die Offensive gestartet. Bei einer koordinierten Aktion gelang es, die Kommunikation zwischen ĂŒber 500.000 infizierten GerĂ€ten und ihren Steuerungsservern zu unterbrechen.
Doch die Behörden warnen: Das Botnet wĂ€chst weiter, da tĂ€glich neue kompromittierte Produkte auf den Markt kommen. Google hat rechtliche Schritte eingeleitet und bezeichnet BadBox 2.0 als das gröĂte jemals entdeckte Botnet bei internetfĂ€higen Fernsehern.
Googles Play Protect-Service, der auf zertifizierten Android-GerĂ€ten standardmĂ€Ăig lĂ€uft, kann vor solchen Bedrohungen schĂŒtzen. Doch genau dieser Schutz fehlt bei den betroffenen Billig-GerĂ€ten.
Das Problem der Lieferkette
Die BadBox 2.0-Krise deckt eine gefĂ€hrliche Schwachstelle im Elektronikmarkt auf: die Verbreitung unzertifizierter GerĂ€te. Zwar ist Android als Open-Source-System frei verfĂŒgbar, doch der Zugang zu Googles offiziellem Ăkosystem erfordert strenge Sicherheitstests.
Viele Hersteller umgehen diese Play Protect-Zertifizierung, um Kosten zu sparen. Das Ergebnis: GerĂ€te ohne regelmĂ€Ăige Sicherheitsupdates und permanente HintertĂŒren fĂŒr Kriminelle. Die Malware wird dabei direkt in den ROM-Speicher eingeschleust â fĂŒr normale Nutzer nicht entfernbar.
Was Verbraucher jetzt tun können
Das FBI empfiehlt klare SchutzmaĂnahmen: Finger weg von unbekannten Marken und GerĂ€ten, die als „vollstĂ€ndig entsperrt“ oder mit „kostenlosen Premium-Inhalten“ beworben werden.
Vor dem Kauf eines Android-GerÀts sollten Verbraucher nach dem Google Play Protect-Logo auf der Verpackung suchen. Zeigt ein GerÀt verdÀchtiges Verhalten wie unerklÀrlichen Netzwerkverkehr, muss es sofort vom Internet getrennt werden.
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Die Botschaft ist klar: Bei Elektronik fĂŒhrt der Weg ĂŒber den Preis oft direkt in die Cybercrime-Falle. Wer auf Nummer sicher gehen will, investiert in zertifizierte GerĂ€te etablierter Hersteller.

