BaFin, Betrugs-Apps

BaFin warnt vor neuen Betrugs-Apps auf WhatsApp

11.02.2026 - 22:52:12

Finanzaufsicht BaFin alarmiert vor digitalen Betrugsmaschen mit gefälschten Handels-Apps und Messenger-Gruppen. Neue EU-Regeln für Sofortüberweisungen sollen Verbraucher ab 2025 besser schützen.

Eine Welle digitaler Finanzbetrügereien über Messenger und gefälschte Apps alarmiert die Aufseher. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat in den letzten Tagen mehrere dringende Warnungen vor unseriösen Investmentgruppen auf WhatsApp und betrügerischen Handels-Apps veröffentlicht. Die Kriminellen nutzen autorisierte Push-Zahlungen (APP) – ihre Opfer überweisen das Geld dabei scheinbar freiwillig.

So locken die Betrüger in die Falle

Die Masche folgt einem ausgeklügelten Muster. Oft startet sie mit Werbeanzeigen in sozialen Medien, die schnelle Gewinne versprechen und zum Beitritt in geschlossene WhatsApp-Gruppen auffordern. Dort bauen angebliche Experten durch anfängliche Mini-Gewinne Vertrauen auf. Anschließend drängen sie die Opfer, hohe Summen in nicht lizenzierte Handels-Apps zu investieren.

Konkret warnte die BaFin vor Apps wie „Schw“ und „IB-KundenDienst“. Die Betreiber bieten Bankgeschäfte offenbar ohne die erforderliche Erlaubnis an. In einem Fall gaben sich die Täter sogar als Mitarbeiter einer bekannten US-Großbank aus. Die Aufseher raten: Vor jeder Überweisung den Anbieter in der BaFin-Datenbank auf eine Zulassung prüfen.

Warum APP-Betrug so tückisch ist

Bei Betrug durch autorisierte Push-Zahlungen (APP-Fraud) geben die Opfer die Überweisung selbst in Auftrag. Kriminelle manipulieren sie durch psychologischen Druck und Täuschung. Das macht es für Banken und Geschädigte später extrem schwer, das Geld zurückzuholen – die Transaktion war formal korrekt.

Die Methoden werden immer raffinierter. KI-gestützte Tools erzeugen heute fehlerfreie Texte, täuschend echte Stimmen und gefälschte Videos. Die Grenze zwischen echt und falsch verschwimmt.

Anzeige

Wer sich effektiv gegen Messenger-Betrug, gefälschte Apps und KI-gestützte Täuschungen schützen will, findet praxisnahe Schutzmaßnahmen im kostenlosen E-Book „Cyber Security Awareness Trends“. Der Leitfaden erklärt einfache Erkennungsmerkmale, konkrete Verhaltensregeln für sichere Zahlungen und welche Schritte im Verdachtsfall helfen – kompakt und sofort anwendbar. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

EU schreibt Banken mehr Sicherheit vor

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verschärft die Europäische Union die Regeln. Ein zentraler Baustein ist die neue EU-Verordnung für Sofortüberweisungen. Sie verpflichtet Zahlungsdienstleister ab Oktober 2025, einen IBAN-Namens-Check anzubieten. Vor der Überweisung wird geprüft, ob Name und Kontonummer des Empfängers zusammenpassen.

Die kommende Zahlungsdienste-Richtlinie PSD3 wird die Sicherheitsanforderungen für Banken und Fintechs weiter erhöhen. Die politische Botschaft ist klar: Die Verantwortung für die Betrugsprävention soll stärker bei den Finanzinstituten liegen.

Banken geraten zunehmend in die Pflicht

Der Boom digitaler Zahlungen schafft neue Angriffsflächen. Während Banken früher oft auf die autorisierte Anweisung verwiesen, ändert sich die Rechtslage. Jüngste Urteile deuten darauf hin, dass Institute eine Mitschuld tragen können, wenn ihre Sicherheitssysteme versagen oder sie offensichtliche Warnsignale ignorieren.

Ein Urteil des OLG Karlsruhe stärkte die Verbraucher: Die einmalige Registrierung einer Karte für einen Dienst wie Apple Pay gilt nicht als pauschale Autorisierung für alle Folgezahlungen.

So schützen Sie sich effektiv

Die neuen EU-Regeln erhöhen den Druck auf die Banken. Der wichtigste Schutz bleibt aber die eigene Wachsamkeit. Verbraucherschützer raten zu diesen Maßnahmen:

  • Skepsis bei unaufgeforderten Angeboten: Seien Sie extrem misstrauisch bei Anlage-Tipps aus sozialen Medien oder WhatsApp.
  • Anbieter prüfen: Immer die BaFin-Datenbank vor einer Investition konsultieren.
  • Links und Apps: Keine Links aus verdächtigen Nachrichten anklicken. Finanz-Apps nur aus offiziellen Stores laden.
  • Druck standhalten: Betrüger erzeugen künstliche Dringlichkeit. Nehmen Sie sich Zeit für Entscheidungen.
  • Sicherheit aktivieren: Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung fürs Online-Banking und kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge.
@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.