BaFin warnt vor WhatsApp-Betrug mit Trade Republic
13.02.2026 - 03:41:12Die deutsche Finanzaufsicht BaFin warnt vor einer neuen Welle von Anlagebetrug über WhatsApp. Kriminelle nutzen den Namen seriöser Banken wie Trade Republic, um Anleger in die Falle zu locken. Dieser Vorfall zeigt die wachsenden Sicherheitsrisiken der WhatsApp-Kanäle, die zum Einfallstor für organisierten Betrug werden. Gleichzeitig gerät der Messenger-Dienst selbst unter Druck der EU-Regulierung.
So funktioniert das perfide Betrugsschema
Die Täter locken ihre Opfer über Anzeigen in sozialen Netzwerken in WhatsApp-Gruppen oder -Kanäle. Dort versprechen sie exklusive Börsentipps und hohe Gewinne. In den Gruppen bauen Komplizen oder Bots mit gefälschten Erfolgsberichten künstlichen sozialen Druck auf.
Die ahnungslosen Anleger werden schließlich gedrängt, sich auf unseriösen Handelsplattformen anzumelden und Geld zu investieren. Auszahlungen verweigern die Betrüger dann systematisch – für die Opfer bedeutet das oft den Totalverlust. Die BaFin stellt klar: Es handelt sich um illegalen Identitätsmissbrauch.
Warum WhatsApp-Kanäle für Betrüger ideal sind
Die Struktur der Kanäle als reines Broadcast-Medium spielt den Kriminellen in die Hände. Nutzer können dort nicht interagieren oder kritische Rückfragen stellen. So verbreiten die Täter ihre Narrative ungestört und errichten eine professionelle Fassade.
Um noch glaubwürdiger zu wirken, setzen sie zunehmend auf KI-Technologie. Berichten zufolge kommen Deepfakes von Finanzexperten und täuschend echte Bot-Konversationen zum Einsatz. Eine besonders perfide Methode ist das sogenannte „GhostPairing“: Opfer scannen einen QR-Code und verknüpfen so unwissentlich ihr Konto mit dem Gerät eines Angreifers. Der erhält vollen Zugriff und kann den Betrug im Namen des Opfers weiterverbreiten.
Die Risiken beschränken sich nicht auf Finanzbetrug. Die unkontrollierte Verbreitung von Inhalten hat auch die EU auf den Plan gerufen. Die Kommission stufte WhatsApp-Kanäle kürzlich als „sehr große Online-Plattform“ ein. Grund: Die Nutzerzahl in der EU überschritt die Schwelle von 45 Millionen.
Diese Einstufung nach dem Digital Services Act (DSA) hat Konsequenzen. WhatsApp muss nun proaktiv gegen illegale Inhalte, Hassrede und Desinformation in öffentlichen Kanälen vorgehen. Das Unternehmen hat vier Monate Zeit, die strengeren Regeln umzusetzen. Die Kanalfunktion wird damit regulatorisch einer Social-Media-Plattform gleichgestellt.
Datenschutz in Kanälen: Nicht so sicher wie gedacht
WhatsApp bewirbt seine Kanäle zwar als datenschutzfreundlich, doch es gibt entscheidende Unterschiede zu privaten Chats. Die entscheidende Lücke: Die Inhalte in öffentlichen Kanälen sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt.
Zwar bleiben Telefonnummern der Abonnenten verborgen, Profilinformationen wie Name und Bild können für Kanal-Admins jedoch sichtbar sein. Hinzu kommen allgemeine Sicherheitslücken: Googles „Project Zero“ deckte kürzlich eine Schwachstelle beim automatischen Mediendownload in Gruppen auf, die als Angriffsvektor dienen könnte.
Wenn Sie sich vor solchen WhatsApp-Betrugsmaschen und den zugrundeliegenden Cyber-Risiken schützen möchten, bietet ein kompakter Gratis-Report praxisnahe Schutzmaßnahmen. Das kostenlose E‑Book erklärt aktuelle Bedrohungen (Phishing, Deepfakes, GhostPairing) verständlich und zeigt sofort umsetzbare Schritte wie Zwei-Faktor-Authentifizierung, Geräteüberprüfung und sichere Einstellungen. Jetzt kostenloses Cyber-Security-E-Book herunterladen
So schützen Sie sich vor WhatsApp-Betrug
Die Verantwortung liegt auch bei den Nutzern. Experten und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) raten zu konkreten Maßnahmen:
- Bleiben Sie skeptisch: Misstrauen Sie unaufgeforderten Nachrichten und unrealistischen Gewinnversprechen.
- Geben Sie keine Codes weiter: Teilen Sie niemals Verifizierungscodes aus SMS-Nachrichten mit.
- Überprüfen Sie verknüpfte Geräte: Kontrollieren Sie regelmäßig in den Einstellungen, ob unbekannte Geräte mit Ihrem Konto verbunden sind.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Sie bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene.
- Deaktivieren Sie automatische Downloads: Schalten Sie den automatischen Download von Medien in den Einstellungen aus.
- Melden und blockieren Sie: Verdächtige Kanäle, Gruppen und Kontakte sollten Sie direkt bei WhatsApp melden und blockieren.
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


