Bahnchefin Palla: 'Es wird erst mal nicht besser'
16.11.2025 - 17:15:50Zahlreiche Bahnanlagen mĂŒssten frĂŒher erneuert werden als bisher gedacht, sagte Bahnchefin Evelyn Palla der "SĂŒddeutschen Zeitung". "Das hatten wir in unseren Prognosen in dieser Dramatik bislang nicht abgebildet", fĂŒgte die Vorstandsvorsitzende des Konzerns hinzu.
"Seit dem Sommer sehen wir, dass die Bahnanlagen noch schneller altern als bisher angenommen. Das betrifft Stellwerke, Schienen, Weichen und Oberleitungen. Diesen AbwĂ€rtstrend mĂŒssen wir jetzt stoppen", fĂŒhrte Palla aus.
In diesem Jahr werde die durchschnittliche PĂŒnktlichkeit im Fernverkehr unter 60 Prozent liegen. FĂŒr das kommende Jahr wĂ€ren laut Palla 55 Prozent "vom Anspruchsniveau tatsĂ€chlich deutlich zu niedrig". Eine konkret angestrebte PĂŒnktlichkeitsquote nannte sie nicht.
Anlagen mĂŒssen frĂŒher ersetzt werden - mehr ungeplante Baustellen
Wegen der schnelleren Alterung der Anlagen habe die Bahn "deutlich mehr Langsamfahrstellen und deutlich mehr ungeplante Baustellen im Netz. 2025 werden wir insgesamt 26.000 Baustellen haben, das sind 5.000 mehr als im letzten Jahr. Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich ĂŒber 28.000 sein", sagte Palla.
Das sei "eine sehr groĂe Belastung fĂŒr das Schienennetz. Und es wird erst mal nicht besser, so ehrlich mĂŒssen wir sein", machte die Bahnchefin deutlich. "2026 geht es vor allem darum, die PĂŒnktlichkeit zu stabilisieren und den AbwĂ€rtstrend zu stoppen."
Palla ist seit 1. Oktober im Amt. Sie löste Richard Lutz ab, der den bundeseigenen Konzern fast acht Jahre lang gefĂŒhrt hatte.

