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Banken wollen Russland-Garantien von Linde zurĂŒck

Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 16:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Vor dem Frankfurter Landgericht hat ein erster Prozess um millionenschwere Zahlungen im Zusammenhang mit einem gescheiterten Gasprojekt in Russland begonnen.

Die Deutsche Bank DE0005140008 fordert vom Industriegaskonzern Linde IE000S9YS762 rund 260 Millionen Euro, die als Garantieauszahlung an die Gazprom US3682872078-Beteiligung RCA geflossen sind. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" sind Klagen weiterer Garantiebanken gegen Linde in Höhe von gut 550 Millionen Euro in MĂŒnchen anhĂ€ngig.

Hintergrund ist das geplatzte Großprojekt einer Gasverarbeitungsanlage bei St. Petersburg, das Linde und RCA gemeinsam umsetzen wollten. Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges stoppte Linde das Projekt, um westliche Sanktionen nicht zu verletzen. Eine Vorauszahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar zahlte der Konzern aber nicht zurĂŒck, sodass sich die Russen bei den BĂŒrgschaftsbanken schadlos hielten und nach Prozessen in Russland entsprechende BetrĂ€ge beschlagnahmten.

FĂŒnf BĂŒrgschaftsbanken betroffen

Laut einer Aufstellung des "Handelsblatts" geht es insgesamt um 1,11 Milliarden Euro Verlust bei den fĂŒnf BĂŒrgschaftsbanken Hypovereinsbank, BayernLB, Deutsche Bank, Commerzbank DE000CBK1001 und LBBW.

In der Verhandlung ließ die Vorsitzende Richterin die vorlĂ€ufige EinschĂ€tzung erkennen, dass die Bank ihrer Ansicht nach nicht fĂŒr das Risiko einstehen mĂŒsse. Ein Sprecher des Kreditinstituts begrĂŒĂŸte die AusfĂŒhrungen, wollte sich darĂŒber hinaus aber nicht weiter zu dem laufenden Verfahren Ă€ußern. Das Gericht vertagte sich nach der Anhörung auf den 20. Oktober. Gegen ein Urteil wĂ€re Berufung möglich (Az. LG Frankfurt 2-12 O 29/25).

Linde sieht sich weiterhin im Recht: Es gehe um grundlegende Fragen des europĂ€ischen Sanktionsrechts, die viele europĂ€ische Unternehmen betrĂ€fen, die in Russland Unrecht erfahren hĂ€tten. Es gehe darum zu klĂ€ren, wie EU-Sanktionen praktisch angewandt werden und wer die Risiken trĂ€gt. Ein Sprecher erklĂ€rt schriftlich: "Linde hat sich zu jeder Zeit an die europĂ€ischen Sanktionen gehalten. Wir glauben weiterhin, dass die Deutsche Bank ihre rechtlichen und vertraglichen Verpflichtungen nicht erfĂŒllt hat - letztlich zum Nachteil von Linde."

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