Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Telekom bringt Smartphone ohne sichtbare Apps auf den Markt

03.03.2025 - 16:30:11 | dpa.de

BARCELONA/BONN - Die Deutsche Telekom DE0005557508 bringt ein eigenes Smartphone auf den Markt, bei dem Nutzer dank eines mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteten Sprachassistenten nicht mehr auf Apps zugreifen mĂŒssen.

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BARCELONA/BONN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom DE0005557508 bringt ein eigenes Smartphone auf den Markt, bei dem Nutzer dank eines mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) ausgestatteten Sprachassistenten nicht mehr auf Apps zugreifen mĂŒssen. "Es ist ein App-freies Erlebnis", sagte Telekom-TechnikvorstĂ€ndin Claudia Nemat bei der Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona ĂŒber das "KI-Phone", das eine Weiterentwicklung des konzerneigenen T-Phones ist. Das KI-Phone werde in der zweiten JahreshĂ€lfte in die Shops kommen. "Es wird erschwinglich sein."

Die Idee hatte Nemat bereits vor einem Jahr als "Designkonzept" prÀsentiert. Nun ist das GerÀt weitgehend fertig, nur noch letzte technische Arbeiten fehlen.

Bei dem KI-Phone berĂŒhrt der Nutzer das Display und kann dann mit dem KI-Assistenten sprechen, der die KI-Suchmaschine Perplexity nutzt. Nemat gab auf der BĂŒhne Beispiele fĂŒr die Nutzung: Sie fragte den KI-Assistenten nach der besten Tapas-Bar in Barcelona und nach einer einfachen Definition von Quantenphysik. Daraufhin wurde ihr der Text auf dem Handydisplay angezeigt und eine KI-Stimme las die Informationen vor. Der KI-Assistent kann zudem Anrufe beginnen, KalendereintrĂ€ge machen, ein Taxi bestellen oder VorschlĂ€ge zu passenden Geschenken machen. Außerdem können Dokumente abfotografiert und ĂŒbersetzt oder deren Inhalt komprimiert erklĂ€rt werden.

Apps verschwinden aus dem Blickfeld

Das Besondere an dem Handy ist, dass Nutzer nicht mehr auf verschiedene Apps zugreifen mĂŒssen, um sich Informationen kleinteilig bei Diensten zusammenzusuchen. "Niemand muss sich mehr in einem Wust an Apps zurechtfinden, die er auf seinem Handy hat - der KI-Assistent ĂŒbernimmt das", sagt Nemat. "Er orchestriert die App-Nutzung."

Ganz neu ist das nicht: Auch Google US02079K1079 mit Gemini und Apple US0378331005 mit "Apple Intelligence" setzen darauf, Apps im Hintergrund per KI auszulösen.

Ohne Apps kommt das Smartphone allerdings nicht aus: Sie sind auf dem Handy gespeichert, aber hinter der OberflÀche des KI-Assistenten verborgen. Wer will, kann die OberflÀche wegwischen und dann auf Apps zugreifen.

Mit dem Vorhaben des KI-Phones forciert der Bonner Konzern seine BemĂŒhungen, im Hardware-Markt etwas stĂ€rker Fuß zu fassen und dabei ein innovatives Image zu pflegen, mit dem man mehr Kunden gewinnt. Bislang fĂŒhrt das T-Phone ohne den nun entwickelten KI-Assistenten eher ein Schattendasein, Verkaufszahlen dazu publiziert das Unternehmen nicht.

Vergangenes Jahr hatte die Telekom zwei mögliche Versionen des KI-Phones vorgestellt: Das nun finalisierte Mittelklasse-Smartphone und eine teurere Version mit einem Highspeed-Prozessor von Qualcomm. Bei dieser Smartphone-Version sollte die KI auch Antworten geben, wenn der Nutzer offline ist. Diese Version sei nicht weiterverfolgt worden, sagt Nemat.

Die KI als proaktiver Begleiter

Bei der Vorstellung beim MWC trat auch Perplexity-Chef Aravind Srinivas auf die BĂŒhne. Seinen Worten zufolge verĂ€ndern sich Smartphones von einem reinen GerĂ€t hin zu einem Wegbegleiter und Assistenten. Die KI werde dabei immer besser, sie werde von reaktiv zu proaktiv. "Perplexity verĂ€ndert sich von einem reinen Antwortautomaten zu einer Aktionsmaschine: Sie beantwortet nicht einfach nur Fragen, sondern macht etwas fĂŒr Dich - sie macht Reservierungen fĂŒr Dich, verschickt fĂŒr Dich Mails und Nachrichten, tĂ€tigt Anrufe und erinnert Dich an Sachen."

Dadurch werde der Alltag einfacher. "Du kannst Deine Zeit und Energie dann darauf fokussieren, Probleme zu lösen." Arbeit werde dadurch einfacher und kreativer, sagte Srinivas.

Konkurrenten gehen andere Wege

Und was sagt die Konkurrenz zu dem Telekom-Vorhaben? O2 Ă€ußert sich zurĂŒckhaltend. O2-Chef Markus Haas rechnet weiter mit einer hohen Nachfrage nach direkter App-Nutzung. "Wir werden sehen, ob sich die Sprachassistenten auf dem Smartphone so stark durchsetzen, dass sie letztendlich die Apps verdrĂ€ngen." Der Netzbetreiber sieht sich angesichts verĂ€nderter Konsumentengewohnheiten auf der Gewinnerseite. Neue KI-Anwendungen brĂ€uchten mehr Daten, also werde das Datenvolumen pro Nutzer steigen.

Vodafone GB00BH4HKS39 möchte ebenfalls kein eigenes KI-Smartphone auf den Markt bringen. KĂŒnstliche Intelligenz könne die Handybedienung zwar vereinfachen. Aber: "Um hilfreiche KI-Dienste auf die Handys zu unseren Kunden zu bringen, setzen wir auf Partnerschaften, beispielsweise mit Google", sagt Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot.

Positives Feedback von Branchenexperten

UnabhÀngige Fachleute werten das Telekom-Vorhaben positiv. Analyst Ben Wood vom Marktforschungsinstitut CCS Insight sieht KI-Assistenten, auch KI-Agenten genannt, als einen Trend auf der diesjÀhrigen Mobilfunk-Messe MWC. Damit solle die Smartphone-Nutzung intuitiver werden.

"Das ist ein lobenswertes Ziel, wenngleich es in der RealitĂ€t nur schwer zu erreichen ist", sagt Wood. "KI ist ein Game-Changer, und sie wird wahrscheinlich die zukĂŒnftige Art der Interaktion mit Smartphones tiefgreifend verĂ€ndern." Wood sieht das Telekom-Vorhaben als weiteren Beleg, dass die Preise fĂŒr umfangreiche KI-FunktionalitĂ€ten in Smartphones sinken.

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