BASF, Aktie

BASF Aktie: Nettoergebnis explodiert auf 4,1 Milliarden

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 14:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BASF überrascht mit starken Q2-Zahlen dank Coatings-Verkauf und hebt die Jahresprognose an. Analysten zeigen sich gespalten.

BASF übertrifft Erwartungen und hebt Jahresprognose an
Abstrakte Darstellung der Chemieindustrie mit dynamischen, aufsteigenden Lichtstreifen und Raucheffekten, die Wachstum und positive Finanzergebnisse symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BASF hat am 15. Juli 2026 vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, die deutlich über den Erwartungen lagen. Der Konzern erhöhte zugleich seine Jahresprognose für 2026. Auslöser für den Ergebnissprung war vor allem der Verkauf des Coatings-Geschäfts an den Finanzinvestor Carlyle, der am 30. Juni 2026 vollzogen wurde.

Buchgewinn lässt Nettoergebnis explodieren

Das vorläufige Nettoergebnis des zweiten Quartals kletterte auf 4,1 Milliarden Euro, nach nur 79 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Den größten Teil dieses Sprungs macht ein Buchgewinn von 3,9 Milliarden Euro vor Steuern aus, der aus dem Coatings-Verkauf resultiert. Auch operativ lief das Geschäft besser als erwartet: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro und übertraf den Vara-Konsens von 16,5 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte auf 2,4 Milliarden Euro, verglichen mit einem Konsens von 2,1 Milliarden Euro und 1,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Prognose für das Gesamtjahr angehoben

Auf Basis dieser starken vorläufigen Zahlen hob BASF die Jahresprognose 2026 für das EBITDA vor Sondereinflüssen an. Die neue Spanne liegt bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro, zuvor hatte der Konzern 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die vollständigen Halbjahreszahlen sowie weitere Details will das Unternehmen am 29. Juli 2026 im Rahmen des Halbjahresfinanzberichts vorlegen, begleitet von einer Analysten- und Pressekonferenz.

Analysten mit gegensätzlichen Signalen

Die Reaktionen der Analysten auf die Zahlen fielen konträr aus. Berenberg-Analyst Sebastian Bray senkte am 17. Juli 2026 sein Kursziel für die BASF-Aktie von 52 Euro auf 47 Euro und beließ die Einstufung bei „Hold“. Als Begründung nannte er sinkende Preise für Basischemikalien und schwache Konjunkturdaten aus China. Bernstein Research bestätigte am selben Tag eine positive Einstufung mit einem Kursziel von 61 Euro und verwies dabei auf die Eckdaten des zweiten Quartals, die über den Erwartungen gelegen hatten. Die Spanne zwischen beiden Kurszielen zeigt, wie unterschiedlich die Häuser das operative Geschäft und die Branchenaussichten derzeit gewichten.

Branchenumfeld bleibt schwierig

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) meldete am 16. Juli 2026 einen Produktionsrückgang in der deutschen Chemiebranche von 3 Prozent für das erste Halbjahr 2026. Der Verband sprach trotz punktueller Belebung von einer weiterhin stagnierenden Trendwende. Dieses Umfeld dürfte die zurückhaltende Einschätzung von Berenberg mit erklären, während BASF mit dem Coatings-Verkauf und der operativen Entwicklung im zweiten Quartal einen Kontrapunkt setzte.

Parallel zu den Finanzzahlen trieb BASF operative Projekte voran. Am 16. Juli 2026 weihte der Konzern am Standort Düsseldorf eine neue Produktionsanlage für Spezial-Emollientien ein, Inhaltsstoffe für Hautpflege- und Sonnenschutzprodukte. Das Investitionsvolumen liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Zudem berichteten Medien am 14. Juli 2026 über konkretisierte Pläne für einen Teilbörsengang der Sparte Agricultural Solutions, der für das zweite Quartal 2027 vorgesehen ist. Die Aktionäre hatten den dafür notwendigen Carve-out bereits auf der Hauptversammlung im April 2026 genehigt.

Kursreaktion bleibt verhalten

Die Aktie schloss am Freitag bei 48,60 Euro, ein Plus von 0,58 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert das Papier weiterhin rund 11,72 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das am 14. April 2026 erreicht wurde. Die verhaltene Kursbewegung nach der Prognoseanhebung deutet darauf hin, dass der Markt die gegensätzlichen Analystensignale und das schwierige Branchenumfeld noch verarbeitet. Der vollständige Halbjahresbericht am 29. Juli 2026 dürfte weitere Klarheit darüber liefern, wie tragfähig die operative Verbesserung jenseits des Carlyle-Effekts tatsächlich ist.

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