Bayer, Aktie

Bayer Aktie: 7,25-Milliarden-Glyphosat-Vergleich am 19. August

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 22:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayer erwartet im August entscheidende Impulse: Quartalszahlen und Glyphosat-Anhörung könnten den Kurs bestimmen.

Bayer Aktie vor richtungsweisendem August mit Quartalszahlen und Glyphosat-Urteil
Ein hölzerner Auktionshammer auf einem dunklen Tisch vor einem unscharfen Bürogebäude bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bayer steuert auf einen Monat zu, der über die weitere Kursrichtung entscheiden könnte. Am 4. August legt der Konzern Halbjahreszahlen vor. Am 19. August folgt eine Gerichtsanhörung in Missouri, die über einen milliardenschweren Glyphosat-Vergleich entscheidet. Zwei Termine, ein gemeinsamer Nenner: Beide könnten zeigen, ob sich der Kursanstieg der vergangenen Monate fortsetzt.

Die Aktie schloss am Freitag bei 46,01 Euro, ein leichtes Minus von 0,35 Prozent zur Vorwoche. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 24,32 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 42,14 Euro liegt bei 9,19 Prozent — der mittelfristige Aufwärtstrend bleibt damit intakt.

Verkauf des Verhütungsmittel-Geschäfts rückt näher

Medienberichten vom Wochenende zufolge treibt Bayer den Abbau seiner Schulden voran. Im Zentrum steht der mögliche Verkauf des Geschäfts mit Verhütungsmitteln. Eine Einigung soll kurz bevorstehen, das Transaktionsvolumen wird auf rund drei Milliarden Euro taxiert.

Das Geld soll helfen, verbliebene US-Rechtsrisiken zu adressieren und die Bilanz zu stärken. Parallel läuft der Konzernumbau unter dem Namen "Dynamic Shared Ownership" weiter. Am Freitag wurde bekannt: Bayer bündelt seine Aktivitäten in Hawaii, Standorte auf Oahu und Maui werden zusammengelegt. Rund 76 Stellen fallen ab September 2026 weg.

Zahlen am 4. August: Deutliche Verbesserung erwartet

Der Halbjahresbericht am Dienstag dürfte die Aufmerksamkeit zunächst auf sich ziehen. Analysten rechnen mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,77 Euro für das zweite Quartal. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 0,20 Euro zu Buche.

Beim Umsatz erwartet der Konsens rund 10,73 Milliarden Euro. Offen bleibt, ob das Management die Jahresziele trotz Währungsschwankungen und schwacher Agrarmärkte bestätigt.

Glyphosat-Anhörung als zweiter Prüfstein

Der eigentliche Prüfstein für die Bewertung könnte aber der 19. August werden. An diesem Tag findet in Missouri die Anhörung zum geplanten Glyphosat-Sammelvergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar statt. Der Termin war Anfang Juli bereits einmal verschoben worden.

Marktteilnehmer hoffen nun auf die finale Bestätigung. Rückenwind kommt von einem Urteil des US-Supreme-Court Ende Juni, das die Grundlage vieler sogenannter "Failure-to-warn"-Klagen deutlich geschwächt hat. Eine erfolgreiche Anhörung zusammen mit dieser Rechtsprechung könnte die Risikoprämie der Aktie spürbar senken.

Analysten uneins über Kursziel

Die Einschätzungen der Banken gehen auseinander. Goldman Sachs hob das Kursziel zuletzt auf 62,50 Euro an und begründete dies mit gesunkenen Kapitalkosten durch geringere Rechtsrisiken. Barclays sieht Potenzial bis 60 Euro, JPMorgan bleibt vorsichtiger bei 50 Euro.

Als nächster Widerstand gilt das 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro. Nach unten fungiert die Marke von 45 Euro als erste Unterstützung. Bestätigt Bayer am 4. August die Jahresziele und fällt die Anhörung am 19. August positiv aus, dürfte der Weg in Richtung des bisherigen Jahreshochs frei werden.

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