Söder, Verbrenner-PlÀne

Söder: Verbrenner-PlÀne sind Scheinlösung und Katastrophe

18.12.2025 - 19:25:51

Bayerns MinisterprĂ€sident und CSU-Chef Markus Söder geht die Abkehr der EU-Kommission vom strikten Verbrenner-Aus lĂ€ngst nicht weit genug - im Gegenteil: Er spricht von einer Scheinlösung, von einer Katastrophe fĂŒr die deutschen Autobauer, und fordert deshalb dringend Nachbesserungen."Das wird nicht reichen, was da beschlossen wurde", sagte Söder im "Welt"-Talk "Burgard".

Bayerns MinisterprĂ€sident und CSU-Chef Markus Söder geht die Abkehr der EU-Kommission vom strikten Verbrenner-Aus lĂ€ngst nicht weit genug - im Gegenteil: Er spricht von einer Scheinlösung, von einer Katastrophe fĂŒr die deutschen Autobauer, und fordert deshalb dringend Nachbesserungen.

"Das wird nicht reichen, was da beschlossen wurde", sagte Söder im "Welt"-Talk "Burgard". Im ersten Moment sei er sehr optimistisch gewesen, jetzt sei er wieder pessimistisch. "Das scheint mir eher eine Scheinlösung zu sein, die noch mal besonders negativ fĂŒr Deutschland wirkt."

Der CSU-Chef verwies auf die Dienstflotten, fĂŒr die es keine Ausnahmen geben solle. "Das ist eine Katastrophe, ehrlicherweise, weil unsere deutschen Automobilhersteller im Wesentlichen ĂŒber Dienstflotten arbeiten."

Nach Aussagen des Verbands der Automobilindustrie, von BMW DE0005190003 und vielen anderen könne dies nicht die letzte Lösung sein. "Sonst stirbt ein Teil unserer Autoindustrie, vor allem der Zulieferer, und da bin ich nicht bereit, das zu akzeptieren", stelle Söder klar.

EU-Kommission korrigierte PlÀne

Die EU-Kommission hatte die PlĂ€ne fĂŒr ein striktes Verbrenner-Aus zuletzt angepasst: So sollen nun auch nach 2035 Autos mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden können. Eigentlich hatten sich UnterhĂ€ndler der EU-Staaten und des Europaparlaments vor rund drei Jahren darauf verstĂ€ndigt, dass Neuwagen ab 2035 kein klimaschĂ€dliches CO2 mehr ausstoßen dĂŒrfen.

Von diesem 100-Prozent-Reduktionsziel wird nun Abstand genommen. KĂŒnftig soll es Ausnahmen geben, wonach nur noch bis zu 90 Prozent CO2 im Vergleich zum Basisjahr 2021 eingespart werden mĂŒssen. Voraussetzung ist, dass der CO2-Ausstoß durch die Verwendung von umweltfreundlichem Stahl und mehr klimafreundlicheren Kraftstoffen ausgeglichen wird.

Unternehmensflotten in Deutschland allerdings sollen nach dem Willen der EU-Kommission nahezu klimaneutral werden: Bis 2035 sollen neu in den Flotten großer Unternehmen registrierte Fahrzeuge zu 95 Prozent emissionsfrei unterwegs sein. FĂŒr die meisten Fahrzeuge bedeutet dies, dass sie elektrisch betrieben wĂŒrden.

Söder: Merz sieht das genauso

Genau dies muss nach Ansicht Söders dringend korrigiert werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sehe das genauso, sagte Söder. Merz und vor allem die EuropĂ€ische Volkspartei mĂŒssten sich nun noch einmal "massiv positionieren". "Ich habe da jetzt Monate dafĂŒr gekĂ€mpft, fĂŒr Auto, fĂŒr die BetriebsrĂ€te, fĂŒr die Zulieferer." Dann hĂ€tten sogar der grĂŒne MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann und die SPD in Deutschland zugestimmt. Nun mĂŒsse man dafĂŒr sorgen, dass die BrĂŒsseler PlĂ€ne noch einmal verĂ€ndert werden.

@ dpa.de