Institut fĂŒr vorsichtige Fangmengen bei bedrohten FischbestĂ€nden
23.08.2024 - 12:11:16So zeige eine Studie aus Australien, dass sich gerade weit reduzierte FischbestĂ€nde nicht so schnell erholten, wie das in den Bestandsberechnungen eingeschĂ€tzt werde. Dies liege oftmals an Ăberfischung aber auch an schlechten Entwicklungen in der Umwelt, sagte Instituts-Experte Alexander Kempf der Deutschen Presse-Agentur.
Dabei mĂŒsse etwa wie beim Dorsch abgewogen werden zwischen einem Ende der Fischerei und Auswirkungen auf Familienbetriebe an der Ostsee. Sollten bei DorschbestĂ€nden auch BeifĂ€nge verboten werden, hĂ€tte das auf andere Fischereiarten erhebliche Auswirkungen. Die Plattfischfischerei habe beispielsweise immer Dorsch als Beifang.
Gleichzeitig zeige die Studie fĂŒr den Fang von Scholle oder Schellfisch in der Nordsee wenige Auswirkungen. Dort liege die Biomasse trotz ĂberschĂ€tzung weit ĂŒber jeglichen Referenzwerten, die BestĂ€nde seien in einem guten Zustand. Nach Angaben Kempfs hat auch der Internationale Rat fĂŒr Meeresforschung die ĂberschĂ€tzungen der BestĂ€nde im Blick und Regeln aufgestellt. Diese seien in der Studie allerdings bislang nicht sichtbar geworden.
Studie weist ĂŒberschĂ€tzte Empfehlungen nach
Ein Team um Graham Edgar von der University of Tasmania (Australien) untersuchte Daten von 230 FischgrĂŒnden weltweit und glich die Werte mit denen aus Modellen ab. Demnach wurde bei den Empfehlungen vielfach deutlich ĂŒberschĂ€tzt, wie viele Fische einer Art es noch gibt und wie schnell sich ein Bestand erholen kann.
Besonders bei bereits ĂŒberfischten Populationen sei die Abweichung der genutzten Modelle gravierend. Aber auch als erholt eingestufte BestĂ€nde schrumpften der Analyse zufolge in Wirklichkeit oft weiter. Die GröĂe von BestĂ€nden und die Dynamik ihrer Erholung seien bisher viel zu optimistisch eingeschĂ€tzt worden, berichten Forschende im Fachmagazin "Science".
Das Neue an der Studie ist laut Kempf, dass sie an so vielen BestĂ€nden durchgefĂŒhrt worden sei und dabei mehr ĂberschĂ€tzungen als UnterschĂ€tzungen ermittelt worden seien.
Empfehlungen fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher
FĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Studie Kempf zufolge, dass sie auf Nachhaltigkeit achten und möglichst BestĂ€nde konsumieren sollten, die in einem guten Zustand sind. Eine Orientierung böten etwa zertifizierte Fischprodukte.

