Wahl, Moldau

Wahl in Moldau: ProeuropÀische Regierungspartei vorn

29.09.2025 - 06:18:09

Bei der Parlamentswahl in der Republik Moldau steuert die regierende proeuropÀische Partei Aktion und SolidaritÀt (PAS) um PrÀsidentin Maia Sandu auf eine Mehrheit zu.

Nach AuszĂ€hlung von rund 80 Prozent der Stimmzettel lag sie am spĂ€ten Abend mit gut 44 Prozent vorn. Der russlandfreundliche Patriotische Block des frĂŒheren Staatschefs Igor Dodon kam demnach auf rund 28 Prozent, wie auf der Homepage der zentralen Wahlkommission dokumentiert wurde.

Die Parlamentswahl in dem verarmten Agrarstaat zwischen EU-Mitglied RumÀnien und der Ukraine gilt als richtungsweisend. Moldau mit seinen 2,4 Millionen Einwohnern ist seit 2022 EU-Beitrittskandidat.

Die prowestliche PrĂ€sidentin Sandu hofft auf eine Mehrheit proeuropĂ€ischer KrĂ€fte, um die Reformen fĂŒr einen Beitritt zur EU fortzusetzen. Sie hatte zuvor Russland massive Einflussnahme im Wahlkampf vorgeworfen. Moldauische Behörden sprachen von russischem Stimmenkauf, Desinformation in sozialen Netzwerken und Cyberattacken.

Prorussische und prorumÀnische KrÀfte können hoffen

Hoffnung auf einen Einzug ins Parlament, in dem 101 Sitze fĂŒr vier Jahre zu vergeben sind, konnten sich auch die russlandfreundlichen KrĂ€fte des Blocks Alternativa und der Partei Nostru des GeschĂ€ftsmanns Renato Usatii machen. Unerwartet schaffte auch die einst fĂŒr eine Vereinigung mit RumĂ€nien gegrĂŒndete Partei PPDA nach AuszĂ€hlung der ersten Stimmen den Sprung ĂŒber die 5-Prozent-HĂŒrde.

Die Wahlbeteiligung wurde mit gut 52 Prozent angegeben und lag damit höher als 2021 (48 Prozent). Der Ausgang der Abstimmung ist vor allem vom Urnengang der Diaspora im Ausland abhĂ€ngig. Hunderttausende Moldauer leben in der EU, sie haben traditionell einen großen Einfluss darauf, wer in ihrer Heimat regiert.

VorwĂŒrfe der Wahlmanipulation

Auch Moskau warf der FĂŒhrung in der Hauptstadt Chisinau Manipulation vor - so seien russlandfreundliche Parteien und KrĂ€fte ausgeschlossen worden von der Wahl. Am Wahltag gab es Beschwerden, dass BĂŒrger aus der abtrĂŒnnigen Region Transnistrien wegen einer im Zuge einer angeblichen Bombendrohung gesperrten BrĂŒcke nicht nach Moldau zur Abstimmung gelangen konnten. Traditionell haben auch die Menschen in Transnistrien mit moldauischem Pass Einfluss auf den Wahlausgang.

Moldau hat rund 2,4 Millionen Einwohner. Zur Wahl aufgerufen sind auch Hunderttausende Moldauer, die im Ausland leben. Das vorlÀufige Endergebnis wird an diesem Montag erwartet.

@ dpa.de