HandelsgeschĂ€ft beflĂŒgelt Goldman Sachs - Aktie legt zu
15.04.2024 - 16:29:26Vor allem ein brummender Handel mit Wertpapieren brachte dem Wall-Street-Haus im ersten Quartal einen unerwarteten Gewinnsprung ein. Auf die AktionĂ€re entfiel mit 3,9 Milliarden US-Dollar (3,7 Mrd Euro) rund 27 Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Analysten hatten hingegen einen leichten RĂŒckgang erwartet. An der Börse kamen die Neuigkeiten entsprechend gut an.
Kurz nach Handelsstart in New York gewann die Goldman-Aktie fast fĂŒnf Prozent auf 408,61 Dollar und war damit klarer Spitzenreiter im Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048. Allerdings war es fĂŒr das Papier in den vergangenen Wochen deutlich abwĂ€rtsgegangen, nachdem sein Kurs Anfang April auf bis zu 419 Dollar nach oben gesprungen war. Im Vergleich zum Jahreswechsel hat die Aktie nun rund sechs Prozent gewonnen.
Im ersten Quartal profitierte Goldman Sachs von ĂŒberraschend hohen Einnahmen aus dem Handel mit Aktien, Anleihen, WĂ€hrungen und Rohstoffen. Die ErtrĂ€ge in diesem GeschĂ€ft legten im Jahresvergleich um zehn Prozent zu und ĂŒbertrafen die Erwartungen von Branchenexperten teils deutlich. Allerdings war das GeschĂ€ft in diesem Bereich ein Jahr zuvor eingebrochen.
Im klassischen Investmentbanking wie der Betreuung von Firmen bei BörsengĂ€ngen sowie Ăbernahmen und Fusionen wuchsen die ErtrĂ€ge sogar um fast ein Drittel. Im GeschĂ€ft mit Investmentfonds und der Vermögensverwaltung betrug der Zuwachs immerhin 18 Prozent.
Konzernweit wuchsen die ErtrĂ€ge um 16 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar und ĂŒbertrafen die Erwartungen ebenfalls. Der ZinsĂŒberschuss ging zwar um zehn Prozent zurĂŒck, aber nicht so stark wie erwartet. Ohnehin ist Goldman Sachs vom ZinsgeschĂ€ft mit Einlagen und Krediten bei Weitem nicht so abhĂ€ngig wie klassische Banken.
Wie andere Geldinstitute aus den USA musste auch Goldman Sachs höhere Kosten schultern. Mit knapp 8,7 Milliarden Dollar lagen sie zwar nur drei Prozent höher als ein Jahr zuvor. Damals hatte das Geldhaus jedoch hohe Abschreibungen auf Immobilienanlagen verbucht. Zudem hatte der Teilverkauf des GeschÀfts mit Verbraucherkrediten die ErtrÀge und den Gewinn belastet.
Goldman Sachs hatte sich mit einem VorstoĂ ins GeschĂ€ft mit normalverdienenden Privatkunden in den vergangenen Jahren verhoben. Inzwischen hat sich die Bank daraus mit hohen Belastungen wieder weitgehend zurĂŒckgezogen. Im verbliebenen PlattformgeschĂ€ft verbuchte sie im ersten Quartal einen Vorsteuerverlust von 117 Millionen Dollar.

