Fridays for Future demonstriert auf Borkum gegen Gasbohrung
11.08.2024 - 14:12:12Es sei ein Projekt "mit einem so immensen ökologischen und politischen Preis, ohne dass es irgendeine Notwendigkeit fĂŒr dieses Gas gibt", sagte Neubauer kurz vor Beginn der Demonstration. Rund 2.000 Menschen protestierten laut Fridays for Future auf Borkum, angemeldet waren 50.
Die Polizei konnte die Zahl weder bestĂ€tigen noch dementieren: Es hĂ€tten sich immer wieder Menschen dem Zug angeschlossen und andere ihn verlassen, sodass eine Zahl schwer zu ermitteln gewesen sei, sagte ein Beamter. Auch die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und BĂŒrgerinitiativen beteiligten sich Fridays for Future zufolge.
Das niederlÀndische Unternehmen One-Dyas plant Ende des Jahres, aus einem Feld vor den beiden Wattenmeerinseln Borkum und Schiermonnikoog Erdgas zu fördern. Dazu soll eine Förderplattform auf niederlÀndischem Hoheitsgebiet rund 23 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum errichtet werden. Gefördert werden soll den PlÀnen zufolge sowohl in niederlÀndischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten, nahe dem niedersÀchsischen Nationalpark Wattenmeer.
"Entweder man stellt sich auf die Seite von diesem auslĂ€ndischen Gaskonzern, der der einzige Gewinner bei dieser ganzen Sache ist", sagte Neubauer. "Oder man stellt sich auf die Seite von allen anderen: der Insel Borkum, der Menschen, der Klimaziele, des Koalitionsvertrages, der Ăkosysteme, der Riffe, der Kegelrobben und der internationalen GlaubwĂŒrdigkeit von Deutschland in der Energiewende."
Entscheidung zu Bohrungen steht an
Niedersachsens Landespolitik hatte in der Frage angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine Kehrtwende vollzogen. Ob die Bohrungen erlaubt werden, ist aber noch offen, denn fĂŒr die Erdgasförderung sind Genehmigungen der Niederlande und Deutschland erforderlich.
Auf deutscher Seite wird derzeit eine Entscheidung erwartet, ob das NiedersĂ€chsische Landesamt fĂŒr Bergbau, Energie und Geologie das Vorhaben genehmigt. Sollte die Genehmigung erteilt werden, will die Deutsche Umwelthilfe dagegen klagen. Zudem wird fĂŒr die Bohrungen ein Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden benötigt. Aus Sicht der Landesregierung hat daher die Bundesregierung das letzte Wort.
Im Ampel-Koalitionsvertrag von 2021 hatten SPD, GrĂŒne und FDP vereinbart, "keine neuen Genehmigungen fĂŒr Ăl- und Gasbohrungen jenseits der erteilten Rahmenbetriebserlaubnisse fĂŒr die deutsche Nord- und Ostsee" auszustellen.
Ein kĂŒrzlich genehmigtes Stromkabel darf nach einer Gerichtsentscheidung des Verwaltungsgerichts Oldenburg vorerst nicht verlegt werden. Den Eilantrag hatte die Deutsche Umwelthilfe gestellt.

