Bund bietet LĂ€ndern 240 Millionen fĂŒr Stellen in der Justiz
25.06.2026 - 06:25:52 | dpa.deWorum es dabei geht: Der Bund gibt den LÀndern Geld, damit die ihre Justizbehörden digitaler machen und mit mehr Personal ausstatten können. Denn alle sind sich einig, dass jahrelanges Warten auf Entscheidungen dem Vertrauen in den Rechtsstaat schadet.
Insgesamt geht es um 210 Millionen Euro fĂŒr Digitalisierung und 240 Millionen Euro fĂŒr zusĂ€tzliche Stellen in der Justiz. AuĂerdem soll der Bund rechtliche Voraussetzungen fĂŒr schnellere, effektivere Verfahren schaffen.
Die LÀnder verpflichten sich ihrerseits, bis 2029 bundesweit 2.000 Richter, StaatsanwÀlte sowie sonstige Justizmitarbeiter einzustellen. Wer in den vergangenen Jahren schon viel neues Personal eingestellt hat, kann sich diese Stellen dann anrechnen lassen.
ZĂ€he Verhandlungen
Die Verhandlungen ĂŒber die Details des Pakts hatten sich lange hingezogen, obwohl Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) von Anfang an hinter dem Vorhaben stand. Der hessische MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) Ă€uĂerte sich wĂ€hrend der Verhandlungen besonders kritisch. Seine Argumentation: Vom Bund komme nur eine Anschubfinanzierung, die LĂ€nder mĂŒssten die neu eingestellten, Richter, StaatsanwĂ€lte und das GeschĂ€ftsstellenpersonal aber dann ĂŒber viele Jahre weiter bezahlen.
Personalnot bei Staatsanwaltschaften und Strafgerichten
Der Deutsche Richterbund (DRB) hofft jetzt auf einen Investitionsschub fĂŒr die Justiz. DRB-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn sagt: "Es ist höchste Zeit, dass die Politik eine personelle Trendwende fĂŒr die chronisch ĂŒberlastete Strafjustiz einleitet und flankierend das Verfahrensrecht fĂŒr Strafprozesse deutlich vereinfacht." Das sei dringend notwendig, um das Vertrauen in den Rechtsstaat zu stĂ€rken. Denn das leide, "wenn Gerichtsverfahren sich immer lĂ€nger hinziehen und Ermittlungen aus Personalnot immer öfter vorzeitig eingestellt werden mĂŒssen". Es sei niemandem mehr zu vermitteln, dass sich bei den Staatsanwaltschaften inzwischen mehr als eine Million offene FĂ€lle stauten. Allein in den Staatsanwaltschaften und Strafgerichten fehlten aktuell rund 2.000 Juristen und ebenso viele BeschĂ€ftigte im Unterbau.
Erster Pakt wurde Ende Januar 2019 besiegelt
Einen ersten Pakt fĂŒr den Rechtsstaat zur StĂ€rkung der Justiz hatten Bund und LĂ€nder im Januar 2019 vereinbart. Auch damals ging es vor allem darum, die Justizbehörden digitaler zu machen und zusĂ€tzliches Personal einzustellen.
