Analyse zur E-Auto-Wende: Chinesen ziehen vorbei
17.06.2025 - 06:13:57Zu diesem Ergebnis kommt der internationale Umweltforschungsverbund ICCT in seinem jÀhrlichen "Global Automaker Rating" zur E-MobilitÀt. WÀhrend die Organisation BMW DE0005190003, Mercedes-Benz DE0007100000 und VW DE0007664039 in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich noch weit vorn gesehen hatte, zogen nun vor allem neue Konkurrenten aus China vorbei.
So rutschte BMW von Platz drei auf fĂŒnf ab, Mercedes von Platz vier auf sieben. Der VW-Konzern, vor zwei Jahren noch auf Platz fĂŒnf im Ranking, landet nur noch auf Rang acht und damit noch einen Platz niedriger als vor einem Jahr. Zulegen konnten dagegen vor allem Hersteller aus China: Sowohl die Volvo-Mutter Geely als auch der MG-Hersteller SAIC zogen an BMW und Mercedes vorbei und belegen nun die PlĂ€tze drei und vier. Und auch andere China-Marken, namentlich Chang'an, Chery und Great Wall, konnten sich deutlich verbessern.
"Die diesjĂ€hrige Bewertung unterstreicht, dass das Jahr 2024 fĂŒr die europĂ€ischen Automobilhersteller eine verpasste Chance war", sagte ICCT-Europa-Direktor Peter Mock laut Mitteilung. "WĂ€hrend sich die Elektrifizierung der globalen AutomĂ€rkte beschleunigt, bleiben die exportabhĂ€ngigen deutschen Automobilhersteller zurĂŒck und spĂŒren den Druck."
Tesla US88160R1014 bleibt Spitzenreiter
Ganz vorn auf den PlÀtzen eins und zwei sehen die Umweltforscher weiter Elon Musks Firma Tesla, gefolgt vom chinesischen Aufsteiger BYD, der 2024 weltweit erstmals mehr E-Autos verkaufte als der US-Pionier. Beide hatten schon in den vergangenen beiden Jahren die SpitzenplÀtze belegt.
Bei dem Ranking hatte die Organisation anhand von zehn eigens erstellten Kriterien bewertet, wie erfolgreich die 21 weltweit gröĂten Automobilhersteller bei dem Ăbergang zu abgasfreien Fahrzeugen sind. Die Kriterien lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen: Marktdominanz, technologische Leistung und strategische Vision. Merkmale sind dabei unter anderem auch der Energieverbrauch der Autos, der Ressourceneinsatz in der Produktion und die Abdeckung unterschiedlicher Fahrzeugklassen.
Punktabzug fĂŒr BMW, Mercedes und VW
Die deutschen Hersteller bĂŒĂten dabei in fast allen Kategorien Punkte ein, wĂ€hrend die Herausforderer aus China in den meisten zulegten. Punktabzug gab es etwa fĂŒr BMW wegen Verzögerungen beim Elektro-Hochlauf der Marke Mini. Bei Mercedes und VW beklagt die Analyse fehlende Belege fĂŒr das angekĂŒndigte Batterierecycling. Beide wurden deshalb herabgestuft.
Einen deutlichen Sprung nach vorn konnte dagegen die Opel-, Peugeot- und Fiat-Mutter Stellantis NL00150001Q9 machen: Sie landete nun gleichauf mit dem deutschen Spitzenreiter BMW auf Platz 5.
Japaner und Koreaner als NachzĂŒgler
Noch deutlich hinter den deutschen Herstellern lagen dagegen die beiden US-Konzerne General Motors US37045V1008 und Ford US3453708600 sowie Renault FR0000131906 aus Frankreich auf den PlĂ€tzen 11, 12 und 14. Abgeschlagen ganz am Ende der Ranglisten finden sich Hersteller aus Japan und SĂŒdkorea, die allesamt auf den letzten sechs PlĂ€tzen landeten. Das ICCT stuft sie alle als NachzĂŒgler beim Thema E-MobilitĂ€t ein.
Die Jaguar- und Landrover-Mutter Tata aus Indien, bisher ebenfalls als NachzĂŒgler eingestuft, wurde dagegen erstmals hochgestuft zum Unternehmen in der Transformation - also weg vom Verbrenner hin zu emissionsfreien Modellen. Auch alle deutschen und europĂ€ischen Herstellen zĂ€hlen zu dieser Gruppe.
Das International Council on Clean Transportation (ICCT) sitzt in der US-Hauptstadt Washington. 2015 hatte die Organisation in den USA den VW-Abgasskandal mit aufgedeckt.

