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Frankfurt Schluss: Dax sinkt - Iran-Krieg und Zoll-Drohungen

03.06.2026 - 18:09:22 | dpa.de

Belastet von zunehmenden Spannungen im Iran-Krieg und neuen Zolldrohungen der USA ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch eingeknickt.

Der Dax DE0008469008 fiel unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten um 1,31 Prozent auf 24.795,94 Zähler. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor 0,64 Prozent auf 32.736,35 Punkte.

Die Lage im Iran-Krieg bleibt unklar. US-Präsident Donald Trump bekräftigte am Vorabend ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem Iran, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über einen Rahmenvertrag andauern. Aus dem Iran verlautete, dass seit Tagen keine Gespräche mehr stattfänden. In der Nacht auf Mittwoch lieferten sich beide Seiten die schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe. Die Ölpreise legten wieder zu.

Zudem drohten die USA 60 Volkswirtschaften neue Zölle an, weil sie Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen unter anderen die Europäische Union, Großbritannien, Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.

Der erneute Aufstieg auf Rekordhöhen werde für den Dax zunehmend beschwerlicher, schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Statt neuer Friedenssignale im Iran-Krieg drückten Meldungen über militärische Eskalationen und frische US-Zolldrohungen die Stimmung. "Auf dem Weg zum Gipfel gleicht jede neue Belastung einem weiteren Stein im Rucksack der Anleger, während die Luft in der Nähe der Rekordstände immer dünner wird", resümierte der Experte.

Im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Bank DE0005140008 mit minus 3,7 Prozent zu den schwächsten Werten. Finanzchef Raja Akram hatte auf einer Investorenveranstaltung angedeutet, dass die Vorsorge für faule Kredite im zweiten Quartal wohl etwas über den Markterwartungen liegen dürfte.

Die Aktien von Redcare Pharmacy NL0012044747 schnellten um 5,4 Prozent nach oben und setzten sich damit an die Spitze des MDax. Für die Apotheken kommt eine lange ausgebliebene Erhöhung des Honorars für rezeptpflichtige Medikamente. Ein Fix-Bestandteil der Vergütung von 8,35 Euro pro Packung soll zum 1. Juli zunächst auf 9,00 Euro steigen, wie eine vom Bundeskabinett zur Kenntnis genommene Verordnung des Wirtschaftsministeriums vorsieht. Zum 1. Januar 2027 soll dann eine Anhebung auf 9,50 Euro folgen. Union und SPD hatten die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung wegen der Finanznöte der gesetzlichen Krankenkassen zunächst zurückgestellt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte dann aber eine Umsetzung in diesem Frühjahr an.

Die Aktien des Chip-Zulieferers Aixtron DE000A0WMPJ6 profitierten von einer positiven Analystenstudie zum Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML NL0010273215 und stiegen auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Letztlich notierten sie gut vier Prozent im Plus.

Dagegen sackten die Papiere von Ströer DE0007493991 um 5,2 Prozent ab, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien zum Verkauf empfohlen hatte. Das Verbraucherumfeld in Deutschland trübe sich ein, was das Geschäft mit Außenwerbung bremsen dürfte, schrieb Analyst James Tate. Er geht zwar davon aus, dass Ströer weitere Marktanteile gewinnt, wurde zunächst aber zurückhaltender für den Geschäftsverlauf.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ging es um 0,89 Prozent auf 6.053,57 Punkte nach unten. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 und der Züricher SMI CH0009980894 gaben weniger deutlich nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 verlor zum europäischen Börsenschluss fast ein Prozent./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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