BEM-Beratung wird für Unternehmen zur Überlebensfrage
25.03.2026 - 15:13:05 | boerse-global.deDeutsche Unternehmen zahlen jährlich 82 Milliarden Euro für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Die aktuellen Daten zeigen: Trotz eines leichten Rückgangs verharren die Ausfallzeiten auf historisch hohem Niveau. Experten sehen im Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) den Schlüssel, um die Arbeitsfähigkeit zu sichern und rechtliche Fallstricke zu umgehen.
Die Fehlzeiten-Bilanz des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeichnet ein klares Bild. Mit durchschnittlich 23,3 Krankheitstagen pro Kopf blieb die Belastung 2025 massiv. Laut Institut der deutschen Wirtschaft kostete die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall die Arbeitgeber zuletzt rund 82 Milliarden Euro jährlich.
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In diesem Umfeld gewinnt die professionelle BEM-Beratung an Dringlichkeit. Das gesetzlich verankerte Verfahren ist Pflicht, sobald ein Mitarbeiter länger als sechs Wochen fehlt. Doch die Anforderungen an ein rechtssicheres Vorgehen sind durch neue Urteile weiter gestiegen.
Neue Urteile verschärfen die Rechtslage
Die rechtliche Relevanz eines korrekten BEM-Verfahrens hat sich gefestigt. Ein zentraler Aspekt ist die sogenannte Reaktivierungspflicht. Arbeitgeber müssen grundsätzlich ein neues BEM einleiten, wenn ein Beschäftigter innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines vorherigen Verfahrens erneut die Sechs-Wochen-Frist überschreitet.
Ein nur pro forma durchgeführtes Verfahren scheitert vor Gericht regelmäßig. Bereits formale Fehler bei der Einladung oder unzureichende Datenschutzhinweise können das gesamte BEM unwirksam machen. Ohne ein fehlerfreies Verfahren ist es für Arbeitgeber nahezu unmöglich, die Verhältismäßigkeit einer krankheitsbedingten Kündigung nachzuweisen.
Psychische Erkrankungen treiben Ausfallzeiten
Ein Schwerpunkt der BEM-Beratung liegt 2026 auf psychischen Belastungen. Der DAK-Psychreport und AOK-Daten bestätigen: Psychische Erkrankungen sind die langwierigste Ursache für Fehlzeiten. Mit durchschnittlich 28,5 Tagen pro Fall führen Diagnosen wie Depressionen zu erheblichen betrieblichen Störungen.
Standardlösungen reichen hier oft nicht aus. Eine qualifizierte Beratung hilft, individuelle Maßnahmenpakete zu schnüren. Diese gehen über ergonomische Anpassungen hinaus und umfassen die Gestaltung von Arbeitsabläufen oder die Reduzierung von Stressfaktoren. Vor allem in Berufen mit hoher emotionaler Belastung, wie in der Pflege, fungiert das BEM so als präventives Frühwarnsystem.
KI und Digitalisierung revolutionieren das BEM
Ein technologischer Wandel prägt die Beratung. Moderne Softwarelösungen unterstützen Unternehmen dabei, BEM-berechtigte Mitarbeiter frühzeitig und automatisiert zu identifizieren – natürlich unter Einhaltung der DSGVO.
Die digitale Transformation ermöglicht eine präzisere Ursachenanalyse. Durch die Anbindung an Fehlzeiten-Management-Systeme können Berater anonymisierte Daten auswerten. So lassen sich Häufungen in bestimmten Abteilungen erkennen. Unternehmen, die digitale Tools integrieren, verkürzen die Durchlaufzeiten und erhöhen die Akzeptanz bei den Beschäftigten.
BEM als Instrument der Mitarbeiterbindung
Über die rechtliche Absicherung hinaus wird die BEM-Beratung zunehmend als strategisches Personalinstrument verstanden. In Zeiten des Fachkräftemangels können sich Betriebe den Verlust erfahrener Mitarbeiter kaum leisten. Die Kosten für eine Neubesetzung übersteigen die Investition in eine Wiedereingliederung oft um ein Vielfaches.
Analysen legen nahe: Eine erfolgreiche Wiedereingliederung verbessert das Betriebsklima. Erleben Mitarbeiter, dass das Unternehmen ernsthaft an ihrer Gesundheit interessiert ist, steigt die Loyalität. Eine professionelle Beratung unterstützt Führungskräfte zudem, die oft schwierigen BEM-Gespräche wertschätzend zu führen.
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Die Kosten der Untätigkeit sind immens
Der Vergleich der Daten zeigt: Das Niveau der Fehlzeiten hat sich auf einem hohen Plateau eingependelt. Waren es 2024 noch 23,9 Tage, sind es 2025 23,3 Tage pro Versichertem. Belasten zunächst Kurzerkrankungen die Statistik, sind es heute vor allem die Langzeitfälle, die die Unternehmen wirtschaftlich unter Druck setzen.
Die Belastungsgrenze vieler Betriebe ist erreicht. Die BEM-Beratung hat sich von einer Nischendienstleistung zur strategischen Notwendigkeit entwickelt. Unternehmen, die das BEM nur als lästige Pflicht betrachten, riskieren hohe Gerichtskosten und den Verlust wertvoller Fachkräfte.
Prävention wird zum Wettbewerbsfaktor
Für die kommenden Jahre ist mit einer weiteren Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu rechnen. Diskussionen über eine stärkere Verzahnung von BEM und betrieblicher Gesundheitsförderung nehmen zu.
Zudem wird die Bedeutung externer BEM-Beauftragter steigen. Viele mittelständische Unternehmen stoßen bei komplexen Verfahren an ihre Grenzen und setzen auf externe Expertise. Der Trend geht klar in Richtung eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements. In einer alternden Gesellschaft wird die Fähigkeit, Mitarbeiter trotz gesundheitlicher Einschränkungen im Job zu halten, zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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