Berichte: Hegseth könnte US-Soldaten gefÀhrdet haben
Veröffentlicht am: 03.12.2025 um 21:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin Untersuchungsbericht kommt laut den Sendern CNN und ABC News zu dem Schluss, das Hegseth im MĂ€rz in den Vorbereitungen fĂŒr einen Angriff auf die Huthi-Miliz im Jemen hochsensible Einsatzdetails ĂŒber die App Signal geteilt und dabei möglicherweise US-Soldaten gefĂ€hrdet habe.
Der Bericht ist unter Verschluss und soll den Berichten zufolge am Donnerstag in geschwÀrzter Form veröffentlicht werden. Die Sender berufen sich auf Personen, die mit den Inhalten des ungeschwÀrzten Berichts vertraut seien.
Signal-AffÀre brachte Trumps Regierung in ErklÀrungsnot
Ende MÀrz hatte das US-Magazin "The Atlantic" die Inhalte eines Chats öffentlich gemacht, nachdem dessen Chefredakteur - vermutlich versehentlich - vom damaligen Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz in die Signal-Gruppe eingeladen worden war. Der Journalist konnte die sensiblen Informationen in der kommerziell betriebenen App live mitlesen und machte die Sicherheitspanne spÀter publik. Waltz wurde in der Folge als Nationaler Sicherheitsberater abberufen und wechselte als US-Botschafter zu den Vereinten Nationen nach New York.
Mitglieder des Gruppenchats waren die obersten FĂŒhrungsköpfe zur nationalen Sicherheit der USA: neben Hegseth unter anderem US-VizeprĂ€sident JD Vance, Waltz, der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, und die Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard.
In dem Chat ging es um einen US-MilitĂ€reinsatz gegen die Huthi-Miliz im Jemen Mitte MĂ€rz. Hegseth machte darin detaillierte Angaben ĂŒber Waffen und Angriffszeiten - wĂ€hrend ein Journalist alles mitlesen konnte. SpĂ€ter berichteten Medien, dass er die MilitĂ€rplĂ€ne auch mit seiner Ehefrau und anderen Personen geteilt habe.
Trump verteidigte seinen Minister
Hegseth argumentierte damals, er habe keine kritischen Informationen preisgegeben. US-PrĂ€sident Donald Trump verteidigte seinen Minister, der fĂŒr die schlagkrĂ€ftigste Streitmacht der Welt, ein Budget von rund 800 Milliarden Dollar sowie zentrale RĂŒstungsprojekte und sicherheitspolitische Entscheidungen verantwortlich ist.
Hegseth zĂ€hlte von Beginn an zu den umstrittensten Personalien in Trumps Kabinett. Bekannt wurde er in den USA als Moderator beim Sender Fox News. Politische Erfahrung brachte er nahezu keine mit. Nach seiner Nominierung fĂŒr den Posten waren Berichte ĂŒber mutmaĂliche rassistische und sexistische ĂuĂerungen, Alkoholmissbrauch sowie sexuelle Ăbergriffe aufgekommen. Er bestreitet die VorwĂŒrfe.
Hegseth ohnehin in der Kritik
Aktuell steht Hegseth auch wegen Medienberichten zum Vorgehen des US-MilitĂ€rs in der Karibik unter Druck: Demnach sollen die StreitkrĂ€fte am 2. September dort ein Boot, das Drogen transportiert haben soll, zunĂ€chst mit einem Schlag angegriffen und zwei ĂŒberlebende MĂ€nner anschlieĂend durch einen zweiten Schlag getötet haben.
Der zweite Angriff könnte laut Experten gegen das Völkerrecht verstoĂen haben - die MĂ€nner hatten sich der "Washington Post" zufolge an das schwelende Wrack geklammert und stellten keine unmittelbare Bedrohung dar. Hegseth bestreitet eine direkte Verantwortung.
