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KORREKTUR / ROUNDUP 2: Lufthansa geht wegen Streikkosten auf Sparkurs

30.04.2024 - 15:20:01

(Berichtigt wird im ersten Absatz, zweiter Satz, die Aussage zu den Neueinstellungen: Es sollen in der Verwaltung der Kernmarke Lufthansa lediglich weniger rpt weniger neue Mitarbeiter eingestellt werden als zunÀchst geplant.)FRANKFURT - Die Lufthansa DE0008232125 geht nach den teuren Streiks zu Jahresbeginn auf Sparkurs.

(Berichtigt wird im ersten Absatz, zweiter Satz, die Aussage zu den Neueinstellungen: Es sollen in der Verwaltung der Kernmarke Lufthansa lediglich weniger rpt weniger neue Mitarbeiter eingestellt werden als zunÀchst geplant.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa DE0008232125 geht nach den teuren Streiks zu Jahresbeginn auf Sparkurs. Vorstandschef Carsten Spohr kĂŒndigte am Dienstag ungeachtet der starken Buchungen fĂŒr den Sommer an, in der Verwaltung der Kernmarke Lufthansa weniger neue Mitarbeiter einzustellen als zunĂ€chst geplant. Gespart werden mĂŒsse bei allen Themen, die den Kunden nicht direkt betreffen, sagte Spohr bei der Vorstellung der Zahlen fĂŒr das erste Quartal in Frankfurt.

GrundsĂ€tzlich habe sich das Unternehmen vorgenommen, im Vergleich zu 2019 in den administrativen Bereichen mit 20 Prozent weniger FĂŒhrungspersonal und Mitarbeitern auszukommen. Auch die hohen Streikkosten mĂŒssten durch eine erhöhte ProduktivitĂ€t wieder hereingeholt werden.

Die Tickets der Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian, Eurowings oder Lufthansa werden auch im laufenden Sommer knapp und teuer bleiben. Er sehe allerdings keine weiteren Preiserhöhungen, sondern eher ein Abflachen der Preise, sagte Spohr und zeigte sich ĂŒberzeugt: "Es wird wieder ein sehr starker Reisesommer." Die Buchungen fĂŒr die warme JahreshĂ€lfte lĂ€gen 16 Prozent höher als 2023, was ein "hochprofitables Wachstum" verspreche. Es werde sicher erneut ein "sehr, sehr gutes Jahr" fĂŒr den Lufthansa-Konzern. Helfen soll dabei auch die neue Kabinen-Ausstattung "Allegris", die am 1. Mai in einem ersten Langstreckenflugzeug an den Start geht.

Einen operativen Gewinn auf dem Niveau des Vorjahres hat sich Spohr fĂŒr 2024 jedoch abgeschminkt. Wegen der Belastungen durch die fortgesetzten Streiks und schlechter laufender GeschĂ€fte mit der Luftfracht sah sich die Lufthansa-Spitze bereits Mitte April gezwungen, ihr Gewinnziel um eine halbe Milliarde Euro zusammenzustreichen. Statt rund 2,7 Milliarden wie 2023 soll das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) im laufenden Jahr nur noch 2,2 Milliarden Euro erreichen. Im saisonbedingt reiseschwachen ersten Quartal hatte sich der operative Verlust im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 849 Millionen Euro verdreifacht.

Zur gekappten Gewinnerwartung trĂ€gt bei, dass der Konzern wegen der StreikausfĂ€lle, stockender Flugzeuglieferungen und einer vorsichtigeren KapazitĂ€tsplanung im Gesamtjahr nur 92 Prozent seines Angebots aus dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 in die Luft bringen kann. UrsprĂŒnglich hatte Spohr 94 Prozent fĂŒr das Gesamtjahr angepeilt. Im reisestarken dritten Quartal sollen es nun immerhin mehr als 95 Prozent werden.

Die Belastungen durch die diversen Streiks bezifferte das Unternehmen auf rund 450 Millionen Euro. Davon fielen 350 Millionen Euro bereits im ersten Quartal an, als unter anderem das eigene Bodenpersonal wie auch die Kabinen-Crews, aber auch das Sicherheitspersonal an vielen FlughÀfen in den Ausstand getreten waren.

Spohr berichtete am Dienstag von einem frischen Tarifabschluss mit den Piloten der Tochtergesellschaft Eurowings bis Ende 2026, der ganz ohne Streiks erreicht worden sei. VertrĂ€ge fĂŒr die allermeisten Mitarbeiter seien nun abgeschlossen. "FĂŒr die nĂ€chsten Jahre herrscht Tariffrieden", sagte Spohr zuversichtlich. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit bestĂ€tigte die Einigung auf ein Eckpunkte-Papier.

Kritik ĂŒbte Spohr an der EuropĂ€ischen Kommission, die mit Auflagen die dringend notwendige Konsolidierung der europĂ€ischen Luftfahrt erschwere. Gemeint ist der geplante Einstieg des deutschen Konzerns bei der italienischen Staatsairline Ita, ĂŒber den die EU-Kommission nach einer FristverlĂ€ngerung bis zum 13. Juni entscheiden will.

Der Lufthansa-Konzern hat demnach noch bis zum 6. Mai Zeit, mit kommerziellen ZugestĂ€ndnissen die Wettbewerbsbedenken zu zerstreuen. Die Behörde befĂŒrchtet ein Übergewicht des Lufthansa-Konzerns auf einzelnen Strecken und FlughĂ€fen. Spohr machte klar, dass es fĂŒr sein Unternehmen keinen "Plan B" zur Ita-Übernahme bei einem ablehnenden Bescheid aus BrĂŒssel gebe. Es gehe darum, fĂŒr die italienischen Kunden ein besseres Angebot auf Lang- und Kurzstrecken zu schaffen. "Es muss sich aber auch fĂŒr uns lohnen."

An der Börse wurden die Neuigkeiten unentschlossen aufgenommen: Der Kurs der Lufthansa-Aktie sank am Morgen zunĂ€chst um mehr als anderthalb Prozent und kletterte spĂ€ter Ă€hnlich stark ins Plus. Am frĂŒhen Nachmittag lag das Papier leicht in der Gewinnzone und damit im Mittelfeld des MDax DE0008467416. Seit dem Jahreswechsel ist der Kurs jedoch um rund 16 Prozent gesunken.

@ dpa.de | DE0008232125 ERGEBNISSE