ROUNDUP, Kriegszone

Urlauber sitzen in Golfregion fest

01.03.2026 - 15:05:17 | dpa.de

BERLIN - Geplant war ein erholsamer Urlaub - nun sitzen Tausende Reisende in einer Krisenregion fest, die unter Raketenbeschuss steht.

(Neu: weitere Details)

BERLIN (dpa-AFX) - Geplant war ein erholsamer Urlaub - nun sitzen Tausende Reisende in einer Krisenregion fest, die unter Raketenbeschuss steht. Durch den Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran sind am Wochenende auch viele deutsche Reisende im Nahen Osten und anderen Weltregionen gestrandet. An FlughÀfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion ging nichts mehr.

Etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten: An den beiden großen FlughĂ€fen von Dubai - am internationalen Flughafen DXB und am Al Maktoum Airport (DWC) - wurde der Flugverkehr bis auf weiteres ausgesetzt. Die Stimmung unter den Reisenden war einem Medienbericht zufolge angespannt. "Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos", zitierte die "Bild" einen deutschen Urlauber. "Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine AusgĂ€nge, die ZĂŒge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal."

Einzige Info: Auch in nÀchsten 24 Stunden geht's nicht weiter

Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen FlughĂ€fen der Nahost-Region mehr als 3.400 FlĂŒge gestrichen - betroffen waren neben Dubai auch etwa Abu Dhabi und Doha. Die Lufthansa hat dem "Bild"-Bericht zufolge ihre FlĂŒge von und nach Dubai gestrichen. Die Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv fallen demnach bis zum 7. MĂ€rz aus.

Eine Reisende aus Hamburg strandete auf dem RĂŒckflug von Malaysia mit der Airline Emirates bereits am Samstagvormittag in Dubai. Sie sei mit ihrem Mann in einem Hotel untergekommen, sagt die 46-JĂ€hrige der Deutschen Presse-Agentur. Die einzige Information bisher sei, dass es auch in den nĂ€chsten 24 Stunden nicht weitergehe.

Von ihrem Hotel aus sehe sie RauchsĂ€ulen ĂŒber der Stadt, berichtet sie. Mehrere Menschen hĂ€tten ihr erzĂ€hlt, es habe am Flughafen TrĂŒmmer gegeben.

PlanmĂ€ĂŸige Kreuzfahrt derzeit nicht verantwortbar

Möglicherweise bei Angriffen wurde auch das Luxushotel Fairmont The Palm Dubai getroffen, bei dem folgenden Feuer wurden nach Behördenangaben vier Menschen verletzt. Auf Social Media verbreitete Videos sollen zeigen, wie ein Geschoss nahe dem Hotel vom Himmel fÀllt. Auf anderen Videos ist zu sehen, wie der Eingangsbereich in Flammen steht, wÀhrend dichter schwarzer Rauch aufsteigt. Eine offizielle BestÀtigung zur Ursache des Vorfalls gab es zunÀchst nicht.

Betroffen sind auch Kreuzfahrten: So lag etwa die "MSC Euribia" der Schweizer Reederei MSC Cruises mit einer KapazitĂ€t fĂŒr mehr als 6.000 Passagiere einem Bericht zufolge in Dubai fest. Die Orient-Kreuzfahrt, die eigentlich am Sonntag starten sollte, wurde kurzfristig abgesagt.

Vom deutschen Anbieter TUI Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" mit einer KapazitĂ€t fĂŒr insgesamt gut 5.000 Reisende fest. "Die Sicherheit unserer GĂ€ste und der Crew hat fĂŒr uns jederzeit oberste PrioritĂ€t", hieß es auf der Website des Anbieters. Eine planmĂ€ĂŸige DurchfĂŒhrung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar.

Die in Dubai lebende Influencerin Fiona Erdmann schrieb in einer Story auf Instagram: "Uns geht es gut. Wir sind zu Hause. Die Kinder schlafen." Eine solche Situation habe sie in ihren neun Jahren in Dubai noch nicht erlebt.

AuswÀrtiges Amt: Betroffene sollen Krisenvorsorgeliste nutzen

Kein Weiterkommen gab es am Wochenende auch in anderen Weltregionen fĂŒr Urlauber, die auf manche arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney FlĂŒge der Fluggesellschaft Etihad Airways ĂŒber Abu Dhabi gestrichen.

"Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen", berichtete ein deutscher Reisender aus Sydney. "Dann wurden die FlĂŒge gestrichen." Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach, Hotelgutscheine gab es zunĂ€chst nicht. "Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wĂŒtend", sagte der Urlauber.

Das AuswĂ€rtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung fĂŒr mehr als ein Dutzend LĂ€nder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft ĂŒber Ausreisemöglichkeiten zu informieren.

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