Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Bertelsmann will im US-Gesundheitsmarkt expandieren

26.03.2024 - 12:40:14 | dpa.de

Bertelsmann plant den Aufbau neuer GeschÀftszweige im Gesundheitsbereich.

"Ein GeschĂ€ftsbereich, den wir seit einiger Zeit in den Blick genommen haben, ist der der digitalen Gesundheit mit Schwerpunkt USA. Wir sehen in diesem Markt große Chancen", sagte Konzernchef Thomas Rabe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Konkret könnte es um Dienstleistungen fĂŒr KrankenhĂ€user gehen, zum Beispiel Abrechnungsdienstleistungen. "Wir schauen uns an, welche Möglichkeiten es in den USA gibt. Den Einstieg mĂŒsste man ĂŒber einen Unternehmenskauf machen", ergĂ€nzte Rabe. Der Bertelsmann-Chef schloss nicht aus, dass es bereits in diesem Jahr zu einem Abschluss kommen könnte. "Es geht darum, neue GeschĂ€ftsbereiche aufzubauen, um Bertelsmann noch breiter aufzustellen." Bertelsmann mit Hauptsitz in GĂŒtersloh ist schon im Gesundheitsbereich aktiv, etwa in den Bereichen Ausbildung und Logistik.

Bertelsmann mit weltweit mehr als 80 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist vor allem fĂŒr seine Medien- und BuchgeschĂ€fte bekannt. Zum Portfolio gehören die RTL Group LU0061462528 samt TV-Sendern und Zeitschriften wie "Stern" und "Geo" sowie die Buch-Verlagsgruppe Penguin Random House. Zum Konzern zĂ€hlen zudem GeschĂ€ftsbereiche wie Dienstleistungen von Arvato, die Musiksparte BMG und Bildungs- sowie InvestmentaktivitĂ€ten.

Der US-Markt ist fĂŒr Bertelsmann der zweitgrĂ¶ĂŸte Markt. Rabe geht davon aus, dass die USA in zwei bis drei Jahren fĂŒr Bertelsmann der grĂ¶ĂŸte Einzelmarkt sein werden. Auch in Indien, Brasilien und Mexiko plant Bertelsmann zu wachsen.

Der Konzern veröffentlichte am Dienstag seine Jahreszahlen fĂŒr 2023. Der Umsatz lag zum zweiten Mal in Folge ĂŒber der Marke von 20 Milliarden Euro und blieb mit 20,2 Milliarden auf Vorjahresniveau weitgehend stabil. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde mit 3,1 Milliarden Euro (Vorjahr 3,2 Milliarden Euro) beziffert. Ein Plus im BildungsgeschĂ€ft und im Dienstleistungsbereich kompensierte den Angaben zufolge weitgehend einen RĂŒckgang bei der RTL Group, die schon lĂ€nger wie auch andere Medienunternehmen unter der Werbeflaute leidet.

Das Konzernergebnis lag mit 1,3 Milliarden Euro wieder ĂŒber der Milliardenschwelle und stieg im Vergleich zu 2022 (1,1 Milliarden Euro). Dazu trug laut Bertelsmann der Verkauf der Anteile an dem internationalen Callcenter-DienstleistungsgeschĂ€ft Majorel bei. Rabe sagte: "Es gab eine Reihe von Sondereffekten. Das Konzernergebnis wĂ€re auch ohne diese ĂŒber der Marke von einer Milliarde herausgekommen."

Bei Bertelsmann ist einiges in Bewegung. So wurde Ende Januar der Tiefdruckstandort Ahrensburg bei Hamburg geschlossen. Der Schritt war schon lĂ€nger angekĂŒndigt worden. Rabe sagte: "Damit endeten die TiefdruckaktivitĂ€ten bei Bertelsmann nach mehreren Jahrzehnten. Das ist bei uns das Ende eines großen GeschĂ€ftes." Insgesamt wurden ĂŒber die Jahre sechs Standorte in Deutschland und Großbritannien geschlossen. Tiefdruck ist zum Beispiel fĂŒr Zeitschriften und Kataloge relevant.

Zudem will Bertelsmann seine Anteile an der DDV Mediengruppe mit "SĂ€chsischer Zeitung" an die Madsack Mediengruppe verĂ€ußern. An der Beteiligung am Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" möchte der Konzern hingegen festhalten. Rabe sagte der dpa: "Wir haben keine Absicht, unsere Beteiligung abzugeben. Im Gegenteil: Wir wollen dauerhaft daran festhalten."

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