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Boeing Aktie: Riyadh Air ordert nach

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 15:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Riyadh Air stockt Boeing-Auftrag auf 67 Dreamliner auf. Die Lieferkette bleibt trotz des Großauftrags eine Herausforderung für den Konzern.

Boeing Aktie: Riyadh Air bestellt 28 weitere 787 Dreamliner
Abstrakte Darstellung der Luftfahrtindustrie mit einem stilisierten Flugzeugflügel vor einem diffusen, warmen Horizont, der Wachstum und Expansion symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Boeing nutzt die Farnborough Airshow für gute Nachrichten aus Riad. Riyadh Air, die staatliche Fluggesellschaft Saudi-Arabiens, zieht Optionen für 28 weitere 787-Dreamliner. Damit wächst der Festauftrag des Carriers auf 67 Maschinen dieses Typs.

Besonders bemerkenswert: 20 der Bestellungen wandert Riyadh Air auf die größere 787-10-Variante um, ergänzt um elf bislang nicht offengelegte Käufe. Die 787-10 bietet 50 Sitze mehr als die 787-9 und verbraucht laut Boeing 25 Prozent weniger Treibstoff als die Flugzeuge, die sie ersetzt. Für Riyadh Air, das bislang sechs 787-9-Jets im Einsatz hat und sein Streckennetz bis 2030 auf über 100 Ziele ausbauen will, ist das ein zentraler Baustein der saudischen Vision-2030-Strategie.

Lieferkette bleibt der Flaschenhals

Der Auftragsschub kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Boeing operativ weiter mit sich selbst kämpft. Stephanie Pope, Chefin der Verkehrsflugzeugsparte, räumte am Rande der Messe ein, dass die Lieferkette "immer noch etwas volatil" sei. Verantwortlich dafür sind vor allem Verzögerungen bei den Antrieben von GE Aerospace sowie offene Zertifizierungsfragen bei Sitzen für die 787 — beides bremst die Auslieferungen und könnte einen geplanten Produktionshochlauf verzögern.

Bei der 737 Max sieht die Lage etwas freundlicher aus. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte die monatliche Produktionsobergrenze nach den schweren Qualitätsmängeln aus dem Jahr 2024 zunächst gedeckelt, inzwischen aber leicht angehoben. Von aktuell rund 42 Maschinen pro Monat soll die Rate laut Boeings eigenen Überlegungen mittelfristig auf 63 steigen — ein Schritt, der auch nötig ist, um die in den Krisenjahren aufgehäufte Schuldenlast abzubauen und Airbus im Mittelstreckensegment stärker Paroli zu bieten.

Immerhin gibt es auch regulatorisch Rückenwind: Die FAA erteilte Boeing am vergangenen Freitag die Erlaubnis zurück, Lufttüchtigkeitszeugnisse für 737 Max und 787 vor der Auslieferung selbst auszustellen. Diese Befugnis war dem Konzern nach den Produktionsproblemen zeitweise entzogen worden — ihre Rückgabe wertet Boeing als Signal, dass das Vertrauen der Aufsicht langsam zurückkehrt.

Bei der 777X bleibt der Zeitplan angespannt. Die überarbeitete Großraumjet-Version soll nach jahrelanger Verspätung erst ab 2027 an Kunden ausgeliefert werden, die bisherigen Verzögerungen haben Boeing bereits Milliarden gekostet. An einer komplett neuen Passagierjet-Generation arbeitet der Konzern derweil nur in der Planungsphase — ein offizieller Entwicklungsstart wird laut Pope nicht vor dem kommenden Jahrzehnt erwartet, da der Markt dafür erst reif werden müsse.

Die Boeing-Aktie notierte im vorbörslichen Handel nahezu unverändert bei rund 214 US-Dollar. Der Großauftrag aus Riad zeigt, dass die Nachfrage nach Boeing-Jets intakt bleibt — ob das Unternehmen sie mit stabilen Lieferketten auch bedienen kann, entscheidet sich in den kommenden Quartalen an der 787-Auslieferungsrate.

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