Frankfurt-News, Marktstimmung

Börse Frankfurt-News: Marktstimmung: Tanz in den Mai

10.05.2024 - 08:40:25

Der DAX steht vor dem Allzeithoch, aber viele Investoren bleiben zurĂŒckhaltend.8. Mai 2024.

Der DAX steht vor dem Allzeithoch, aber viele Investoren bleiben zurĂŒckhaltend.

8. Mai 2024. Es mag vielleicht etwas makaber wirken, aber das Bild eines brennenden (Teddy)-bĂ€ren, das ein US-Kommentator gestern publizierte, steht fĂŒr die vergangenen Tage an der Börse: Pessimisten haben gelitten. Nun liegt unsere vergangene Stimmungserhebung wegen des Maifeiertages 14 Tage zurĂŒck, aber das Wechselbad, das die Börsianer seither durchlitten haben - zunĂ€chst ein RĂŒckgang des DAX um zeitweise 2,2 Prozent, gefolgt von einem satten Anstieg von rund 4,0 Prozent bis zum Erhebungszeitpunkt - war bemerkenswert.

Und nachtrĂ€glich muss man sich natĂŒrlich fragen, was aus dem großen Sell-Off, den einige namhafte Analysten insbesondere fĂŒr US-Aktien prognostiziert hatten, geworden ist. Immerhin konnte man seit Beginn des Quartals eine Korrektur des DAX von zeitweise insgesamt 5 Prozent notieren. Aber heute, wieder kurz vor dem Allzeithoch, spricht kaum jemand mehr von der (ohnehin umstrittenen) Börsenregel: "Sell in May". Vor allem nicht mehr seit vergangener Woche, als sich schlagartig einmal mehr die US-Zinserwartungen Ă€nderten. War man zuvor noch mancherorts davon ausgegangen, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr womöglich gar nicht mehr verĂ€ndern werde, kann man nun, so zumindest die mehrheitliche Meinung der Finanzmarktteilnehmer, seit Wochenbeginn wieder mit zwei Zinssenkungen in diesem Jahr rechnen.

Überall Gewinner?

Interessanterweise hat sich im Ergebnis an der Stimmung der von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigen Handelshorizont gegenĂŒber von vor zwei Wochen laut unserer heutigen Befragung nichts geĂ€ndert. Unser Börse Frankfurt Sentiment-Index verharrt nĂ€mlich auf einem Stand von +13.  Allerdings sagt der unverĂ€nderte Index-Stand wenig darĂŒber aus, zu welchen Positionswechseln es bei den Investoren zwischenzeitlich gekommen sein mag. Am Ende hat sich allerdings die Polarisierung zwischen Bullen und BĂ€ren deutlich verringert - beide Lager schrumpfen um jeweils 6 Prozentpunkte zu Gunsten der neutral gestimmten Akteure. Gut möglich, dass am Ende sowohl Bullen als auch BĂ€ren Gewinne mitgenommen haben.

Bei den Privatanlegern hat sich hingegen die Stimmung seit der Erhebung vom 24. April noch einmal verbessert, so dass unser Börse Frankfurt Sentiment-Index in diesem Panel um 8 Punkte auf einen neuen Stand von +18 steigen konnte. Dabei hat sich die Gruppe der Pessimisten um 5 Prozentpunkte verringert und eine Mehrheit von etwa 60 Prozent der besagten Anleger wechselte direkt zu den Optimisten, hat also die Position um 180

°

gedreht.

Zusammenfassend lĂ€sst sich also feststellen, dass sich mit der heutigen Befragung eine kleine Stimmungskluft zwischen institutionellen und privaten Investoren aufgetan hat. Dass Letztere in Sachen Optimismus an den institutionellen Pendants vorbeigezogen sind, verdankt sich vor allen Dingen den Teilnehmern, die wir ĂŒber Social Media befragt haben - wieder einmal zeigen sich diese deutlich optimistischer als die ĂŒbrigen Mitglieder dieses Panels.

Überraschungsfaktor VolatilitĂ€t?

Im gleichen Zuge ist bei den institutionellen Investoren der Anteil der neutral gestimmten Börsianer mit 33 Prozent aller Befragten genauso hoch wie zuletzt am 14. Februar und befindet sich demnach auf dem Jahreshoch. WĂ€hrend die verbliebenen Investoren damals in der Mehrheit leicht bearish waren (Sentiment-Index -11), sind bei der heutigen Befragung mehr bullishe Akteure zu verzeichnen. Das lĂ€sst vermuten, dass eine große Gruppe einen RĂŒckgang bei der VolatilitĂ€t erwartet. Gleichzeitig bleibt eine bullishe Mehrheit bestehen, die allerdings nicht groß genug ist, um fĂŒr den AufwĂ€rtstrend des DAX per se eine nachhaltige Gefahr darzustellen. Denn auch in der relativen Sicht im Vergleich zu den vergangenen drei und sechs Monaten sprechen wir nicht von Extremwerten. Kurzfristig könnten allerdings Gewinnmitnahmen durch die bullishe Mehrheit bei einem weiter steigenden Börsenbarometer dem DAX vorĂŒbergehend etwas Sand ins Getriebe streuen. Einiges spricht außerdem dafĂŒr, dass die VolatilitĂ€t möglicherweise steigen wird.

Sentiment-Index institutioneller Anleger*innen

DAX (VerÀnderung zu vergangener Erhebung): 18.500 (+300 zur Vorwoche) Börse Frankfurt Sentiment-Index institutionell Anlegende: +13 Punkte (+0 zur Vorwoche)

Sentiment-Index privater Anleger*innen

DAX (VerÀnderung zu vergangener Erhebung): 18.500  (+300 zur Vorwoche) Börse Frankfurt Sentiment-Index privat Anlegende: +18 Punkte  (+8 Punkte zur Vorwoche)

8. Mai 2024, © Goldberg & Goldberg fĂŒr boerse-frankfurt.de

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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