Ergebnisse, Produktion/Absatz

Renault wird im TagesgeschÀft profitabler - Aktie sackt dennoch ab

25.07.2024 - 13:59:44

BOULOGNE-BILLANCOURT - Der Autobauer Renault FR0000131906 hat im ersten Halbjahr trotz eines besseren Abschneidens im TagesgeschÀft weniger Gewinn gemacht.

(neu: Kursentwicklung, HĂ€ndler- und Analystenstimmen, Absatzentwicklung.)

BOULOGNE-BILLANCOURT (dpa-AFX) - Der Autobauer Renault FR0000131906 hat im ersten Halbjahr trotz eines besseren Abschneidens im TagesgeschÀft weniger Gewinn gemacht. Der auf die AktionÀre entfallende Nettogewinn sank um 38 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro, wie die Franzosen am Vorabend in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilten. Unter anderem belasteten der Buchwertverlust eines Anteilsverkaufs am japanischen Partner Nissan JP3672400003 und weniger GewinnbeitrÀge von Beteiligungen. Obwohl Renault im TagesgeschÀft eine rekordhohe und besser als erwartet ausgefallene ProfitabilitÀt erzielte, straften die Anleger am Donnerstag die Aktie in einer sehr schwachen Branchenstimmung mit einem satten Kursverlust ab.

Das Papier verlor in Paris zuletzt mehr als 9 Prozent auf 43,21 Euro. Im Handel hieß es, ein gekappter Gewinnausblick bei Nissan habe den Kursrutsch befördert. Die Papiere von Nissan waren in Tokio zeitweise 11 Prozent abgesackt, weil das Unternehmen nach dem ersten GeschĂ€ftsquartal seinen Ausblick fĂŒr den operativen Gewinn senkte. Renault besitzt noch 39 Prozent der Anteile an den Japanern, gut 16 Prozent direkt. Die GeschĂ€fte von Nissan wirken sich also auch auf den Gewinn von Renault aus.

Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies schrieb zu Renault, schwÀchere AbsÀtze hÀtten die positiven Entwicklungen der Verkaufspreise, des Absatzmix und der Kosten weitgehend zunichtegemacht. Vor allem aber lastete die sehr schwache Lage der Branche auf den Aktien, die in diesem Jahr bisher auch viel besser gelaufen waren als der europÀische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts EU0009658681 von Herstellern und Zulieferern. Vor allem Rivale Stellantis NL00150001Q9 enttÀuschte mit seinem Zahlenwerk. Hinzu kam noch die schwache Entwicklung beim US-Autoriesen Ford US3453708600.

Der konzernweite Umsatz blieb mit plus 0,4 Prozent auf knapp 27 Milliarden Euro stabil. Die operative Marge zog um einen halben Prozentpunkt auf 8,1 Prozent an. Vor allem geringere Kosten im Einkauf und niedrigere Rohmaterialpreise gaben Schub. Renault-Chef Luca de Meo bestÀtigte die Prognose: Dieses Jahr soll die operative Marge mindestens 7,5 Prozent erreichen, der freie Barmittelzufluss mindestens 2,5 Milliarden Euro.

Zwar lieferten die Franzosen im ersten Halbjahr insgesamt 1,15 Millionen Autos und kleine Nutzfahrzeuge an die Kunden aus - das waren knapp 2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch das war vor allem dem Lagerabbau bei den HĂ€ndlern geschuldet: Von Renault an die HĂ€ndler selbst gingen die VerkĂ€ufe deutlich zurĂŒck. Der Umsatz im FahrzeuggeschĂ€ft selbst ging daher auch wegen Wechselkurseffekten zurĂŒck. So konnte das operative Ergebnis in der Sparte trotz der Fortschritte bei Preisen und Kosten kaum gesteigert werden. Bei Autobauern erzeugt vor allem der Verkauf an die HĂ€ndler den fĂŒr die Bilanz maßgeblichen Umsatz.

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