Brandschutz-Reformen: Schweiz plant Neuregelung, Deutschland setzt andere PrioritÀten
26.01.2026 - 21:34:12Während die Schweiz ihre nationalen Brandschutzvorschriften grundlegend reformiert, verfolgt Deutschland einen anderen Ansatz. Hier stehen derzeit industrielle Emissionen und die Resilienz kritischer Infrastrukturen im Fokus.
Schweiz: Marschhalt bei Liberalisierung, neuer Zeitplan
Die umfassende Revision des Schweizer Brandschutzrechts, bekannt als BSV 2026, hat eine wichtige Phase abgeschlossen. Die technische Vernehmlassung endete am 11. Januar 2026. Dabei gab es eine wichtige Klarstellung: Einige geplante Deregulierungen wurden vorerst gestoppt. Dieser „Marschhalt“ soll Raum für gründliche Prüfungen bieten.
Das Projekt unter Führung des Verbands Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) will das seit 2015 geltende Regelwerk modernisieren. Ziel ist ein risikoorientierterer Ansatz. Die Vorschriften sollen schlanker werden, die Eigenverantwortung der Gebäudeeigentümer gestärkt und Sicherheitsmaßnahmen besser an die tatsächliche Gefährdung angepasst werden. Besonders diskutiert wurden etwa flexiblere Fluchtweg-Gestaltungen.
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Über 60 Organisationen beteiligten sich an der Konsultation. Ihre Stellungnahmen werden nun ausgewertet. Die endgültigen Vorschriften sollen 2027 in Kraft treten – ein Jahr später als ursprünglich angedacht.
Deutschland: Kein Pendant zum Schweizer Großprojekt
In Deutschland existiert kein vergleichbares Bundesprojekt „Brandschutzvorschriften 2026“. Die Regelung des Brandschutzes ist hierzulande Ländersache und in den jeweiligen Landesbauordnungen verankert. Die Branche bleibt stabil, getrieben durch die Umsetzung bestehender Normen.
Stattdessen rückten zuletzt andere Sicherheitsthemen auf die politische Agenda. Am 21. Januar 2026 billigte das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der novellierten EU-Industrieemissionsrichtlinie (IED). Sie soll Schadstoffe aus Industrieanlagen reduzieren und setzt neue Umweltstandards, die auch die Anlagensicherheit stärken. Rund 40.000 Industrieanlagen in Europa sind betroffen. Das Gesetz schafft Anreize für Investitionen in moderne Umwelttechnik und will Genehmigungsverfahren beschleunigen.
Fokus auf kritische Infrastrukturen und Katastrophenschutz
Ein weiterer Schwerpunkt in Deutschland ist die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. Der Bundestag debattierte am 15. Januar 2026 über Vorschläge zur Stärkung des nationalen Katastrophenschutzes. Es ging um die Sicherheit von Energie-, Wasser-, Kommunikations- und Gesundheitssystemen gegen physische und Cyber-Bedrohungen.
Ein zentrales Thema waren Notfallpläne für großflächige, langandauernde Stromausfälle. Diskutiert wurden Mindeststandards für Notstromversorgungen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Leitstellen. Diese Debatte unterstreicht den strategischen Fokus auf nationale Resilienz.
Zwei Länder, zwei Wege
Die Wege der Schweiz und Deutschlands in Sachen Sicherheitsvorschriften bleiben verschieden. Die Schweiz arbeitet auf eine bundesweit einheitliche Brandschutzreform 2027 hin. In Deutschland müssen sich Unternehmen vor allem auf die neuen Anforderungen der Industrieemissionsrichtlinie einstellen.
Der politische Diskurs um Katastrophenschutz und kritische Infrastrukturen dürfte zudem in neue Gesetzesinitiativen münden. Auch die Modernisierung der Ausrüstung von Feuerwehren und Rettungsdiensten steht zur Debatte. Eine umfassende Bundesreform des Brandschutzrechts steht zwar nicht bevor. Doch das regulatorische Umfeld für Sicherheit in Deutschland entwickelt sich durch gezielte Initiativen stetig weiter.
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