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Brent bei 112 Dollar: Trumps Ultimatum treibt Ă–lpreise - Hormus-Blockade eskaliert

23.03.2026 - 08:27:49 | ad-hoc-news.de

US-Präsident Trump droht mit Angriffen auf iranische Kraftwerke, Iran kontert mit Vergeltung gegen Ölanlagen. Brent stabilisiert sich bei 112 Dollar, WTI bei 98 Dollar - der weite Spread signalisiert anhaltende Versorgungsrisiken durch die Blockade der Straße von Hormus.

Rohoel News,  Oelpreis,  Brent Oel - Foto: THN
Rohoel News, Oelpreis, Brent Oel - Foto: THN

Brent-Rohöl-Futures bewegen sich montags bei 112 Dollar pro Barrel, nachdem US-Präsident Donald Trump Iran ein 48-Stunden-Ultimatum stellte: vollständige Wiederöffnung der Straße von Hormus oder Angriffe auf Kraftwerke. Iran droht im Gegenzug mit Schlägen gegen regionale Ölanlagen - eine Eskalation, die den Marktpreis weiter antreibt.

Der Konflikt, der nun in die vierte Woche geht, hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die 20 Prozent des globalen Öls fließen, nahezu lahmgelegt. Produktionsausfälle im Nahen Osten werden auf 7 bis 10 Millionen Barrel pro Tag geschätzt. Irak hat Force Majeure für ausländisch erschlossene Felder erklärt, Basra-Produktion sank von 3,3 auf 0,9 Millionen Barrel täglich.

Stand: 23. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Rohöl-Marktanalyst. Die Hormus-Blockade verändert fundamentale Ölströme weltweit.

Ultimatum als Marktdriver: Preise schwanken volatil

Brent notierte früh montags bei 112,18 Dollar, ein Minus von 1 Cent, WTI bei 98,75 Dollar mit Plus von 52 Cent. Später kletterte Brent auf 112,84 Dollar, WTI blieb stabil. Der Spread von über 13 Dollar ist der breiteste seit Jahren und spiegelt Transportengpässe wider.

Analyst Michael McCarthy von Moomoo Australia sieht Momentum für weitere Gewinne: Ein Test der 120-Dollar-Marke sei realistisch. Die Volatilität resultiert aus geringer Liquidität und Gewinnmitnahmen, doch das Risiko premium dominiert.

Fatih Birol von der IEA warnte: Die Krise sei schwerwiegender als die Ölschocks der 1970er zusammen. Händler wägen ab, ob Trumps Drohung die Blockade löst oder eskaliert.

Hormus-Blockade: Tatsächliche Auswirkungen auf Supply

Seit dem 28. Februar blockiert Iran die Straße von Hormus, mit Angriffen auf Tanker und Anlagen. Ein israelischer Schlag traf das South Pars-Gasfeld. Der Verkehr ist massiv eingeschränkt, was den Preisrallye seit dem 21. März befeuert - Brent brach damals die 112-Dollar-Marke.

Iraks Ölminister Hayan Abdel-Ghani bestätigte die Drosselung in Basra. Force Majeure schützt Konzerne vor Lieferpflichten. Analysten rechnen mit langfristigen Störungen, solange keine Marine-Einsätze die Routen sichern.

Indische Raffinerien prüfen Käufe iranischen Öls trotz Sanktionen, was alternative Ströme andeutet. Doch der Hauptkanal bleibt verstopft, was Europa trifft.

Eskalationsrisiko: Irans Konterdrohung

Irans Parlamentssprecher Qalibaf warnte auf X: Angriffe auf Kraftwerke führten zu Zerstörung kritischer Infrastruktur im Golf. Amrita Sen von Energy Aspects sieht keine Kapitulation Teherans, sondern verbrannte Erde.

Vandana Hari von Vanda Insights betont: Rhetorik treibt kurzfristig, reale Ströme langfristig. Trumps widersprüchliche Signale - Deeskalation gestern, Ultimatum heute - erzeugen Unsicherheit.

Tim Waterer von KCM Trade: Märkte zögern, da eine Öffnung der Straße möglich bleibt. Doch Irans Revolutionsgarde droht mit vollständiger Blockade.

DACH-Perspektive: Höhere Energiekosten drücken Industrie

Für Deutschland, Österreich und Schweiz bedeutet die Krise explodierende Importkosten. Europa holt 90 Prozent seines Öls aus dem Mittelmeerraum, nun gestört. Raffinerien wie Bayernoil oder Miro melden höhere Frachtraten.

Die Bundesbank warnt vor Inflationsanstieg durch Energie: Dieselpreise klettern, Logistik leidet. DAX-Energieaktien wie Wintershall oder OMV profitieren kurzfristig, doch Industrie-ETFs leiden unter Margendruck. Schweizer Raffinerien in Cressier passen Preise an.

ECB-Präsidentin Lagarde könnte Zinssenkungen verzögern, wenn Öl über 110 Dollar bleibt. Euro schwächt sich gegenüber Dollar, was Importe verteuert. Anleger in DACH sollten Hedging via Brent-ETCs prüfen.

Marktpositioning und OPEC+-Kontext

OPEC+ hält Quoten, doch Ausfälle übersteigen Puffer. Saudi-Arabien pumpt extra, deckt Teilausfälle. Keine Notfall-Sitzung geplant, da Fokus auf Diplomatie liegt.

API- und EIA-Daten werden überschattet; Lager sind sekundär bei physischen Störungen. Spekulanten bauen Long-Positionen aus, CFTC-Daten zeigen Rekordnetto-Longs.

Risiken: US-Marine-Einsatz könnte Preise dämpfen, weitere Angriffe sie explodieren lassen. Asien sucht Alternativen, doch Tankerumleitungen kosten Zeit.

Ausblick: Risikoprämie bleibt eingepreist

Solange Hormus blockiert, bleibt die Prämie bei 10-15 Dollar. Öffnung würde zu Correction führen, Eskalation auf 130 Dollar treiben. Händler beobachten Trumps Fristende heute Abend.

FĂĽr DACH-Investoren: Diversifizieren in Gas-ETFs oder Gold als Hedge. Kurzfristig Long-Brent via Futures, langfristig auf Nachfragebremsung achten.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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