Brent Crude: 10,66 Prozent Sturz auf 87,89 Dollar
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 16:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Diplomatie statt Drohnen: Die plötzliche Entspannung im Nahen Osten schickt den Ălpreis auf Talfahrt. Lange trieb die Angst vor einer Blockade der StraĂe von Hormus die Kurse nach oben. Nun schwindet diese Sorge schlagartig.
Diplomatie kĂŒhlt den Markt ab
US-PrĂ€sident Donald Trump ordnete den Stopp der Luftangriffe auf iranische Ziele an. Er will Raum fĂŒr neue Verhandlungen schaffen. Zuvor trieben 13 NĂ€chte militĂ€rischer Gewalt den Preis zeitweise ĂŒber die 100-Dollar-Marke. Teheran signalisierte daraufhin Verzicht auf sofortige Vergeltung. Die geopolitische RisikoprĂ€mie am Persischen Golf löste sich am Montag rasch auf.
OPEC senkt Nachfrageprognose
Hinzu kommen schwache fundamentale Daten. Die OPEC korrigierte ihre Erwartungen fĂŒr das globale Nachfragewachstum 2026 nach unten. Es ist die dritte Senkung in Folge. Das Kartell rechnet nur noch mit einem Plus von 780.000 Barrel pro Tag. Als Grund nennt die Organisation die schwache IndustrieaktivitĂ€t in China und Indien.
Indes hĂ€lt die OPEC+-Allianz an ihrer Förderstrategie fest. Die Gruppe um Saudi-Arabien und Russland weitet die Produktion schrittweise aus. FĂŒr den September ist eine Erhöhung der Quoten um 188.000 Barrel pro Tag vorgesehen. Das Kartell fĂŒhrt damit die freiwilligen KĂŒrzungen aus dem Jahr 2023 wie geplant zurĂŒck.
Markteinordnung und Ausblick
Der Preis fĂŒr Brent Crude stĂŒrzte am Montag um 10,66 Prozent ab. Mit 87,89 US-Dollar liegt die Notierung nun deutlich unter dem April-Hoch von 126,10 Dollar. HĂ€ndler schichten von Versorgungsangst auf makroökonomische Sorgen um. Parallel dazu macht der feste US-Dollar das in Greenback fakturierte Rohöl fĂŒr internationale KĂ€ufer teurer.
Die Lage bleibt fragil. Bisher gibt es kein formelles Friedensabkommen zwischen den Konfliktparteien. Zudem stellt die Bedrohung durch Houthi-KrĂ€fte im Roten Meer ein latentes Risiko fĂŒr den Handel dar. Am 2. August 2026 treffen sich die Minister der Allianz zur nĂ€chsten Strategierunde. HĂ€lt die diplomatische Ruhe bis dahin an, dĂŒrfte die Gruppe den Kurs der schrittweisen Mehrproduktion bestĂ€tigen.
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