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Brent-Oel bricht bei 113 Dollar aus: Trumps Ultimatum treibt Preise vor Hormus-Eskalation

23.03.2026 - 09:05:09 | ad-hoc-news.de

US-Praesident Trump hat dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum fuer die Oeffnung der Strasse von Hormus gestellt. Brent-Rohoele steigt auf 113,45 Dollar, wahrend Goldman Sachs die Prognose auf 110 Dollar anhebt. DACH-Investoren spueren steigende Energiekosten und Inflationsdruck.

Rohoel News,  Oelpreis,  Brent Oel - Foto: THN
Rohoel News, Oelpreis, Brent Oel - Foto: THN

Brent-Rohoele hat am Montagmorgen die Marke von 113,45 US-Dollar pro Barrel durchbrochen. Der Anstieg von ueber einem Prozent resultiert direkt aus dem Ultimatum von US-Praesident Donald Trump an den Iran: Innerhalb von 48 Stunden muss die Strasse von Hormus vollstÀndig geoeffnet werden, andernfalls drohen Angriffe auf iranische Energieanlagen. Diese Eskalation im laengeren Iran-Krieg hat den Oelpreis seit Kriegsbeginn um 57 Prozent steigen lassen.

Stand: 23. Maerz 2026

Dr. Markus Lehmann, Rohoel-Marktanalyst und Energie-Experte. Spezialisiert auf geopolitische Risiken im globalen Oelmarkt.

Das Ultimatum im Detail: Fakten und unmittelbare Reaktionen

Trump stellte das Ultimatum in der Nacht zum Sonntag (MEZ). Er forderte die "vollstaendige und ohne Drohungen" freie Passage durch die Strasse von Hormus. Der Iran reagierte prompt: Sollten US-Angriffe auf Kraftwerke erfolgen, werde die Meerenge komplett gesperrt. Bisher wurde nur auswaehltem Handelsschiffen die Durchfahrt gestattet. Die Strasse von Hormus transportiert normalerweise 20 Prozent des globalen Oel- und LNG-Volumens.

Der Markt reagiert volatil. Brent mit Mai-Lieferung notiert bei 113,45 Dollar, WTI liegt aehnlich hoch. Der Preisanstieg folgt auf die Blockade seit Kriegsausbruch am 28. Februar. Analysten schÀtzen den Ausfall nahoestlicher Oelproduktion auf 7 bis 10 Millionen Barrel pro Tag. Irak hat Force Majeure fuer auslaendische Oelfelder erklaert; Basra Oil Company drosselte von 3,3 auf 0,9 Millionen Barrel taeglich.

Diese Zahlen sind bestaetigt: Der irakische Oelminister Hayan Abdel-Ghani teilte die Drosselung mit. Die Hormus-Blockade hat den Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gebracht. Iranische Vergeltungsschlaege trafen Tanker und US-Militaerstandorte; ein israelischer Schlag beschadigte das South Pars Gasfeld.

Warum der Markt jetzt hoch reagiert: RisikoprÀmie explodiert

Die unmittelbare Relevanz fuer Rohoel liegt in der potenziellen Vollblockade. Selbst eine Teilsperrung hat bereits 7-10 Millionen Barrel/Tag aus dem Markt genommen. Eine komplette Schliessung koennte 20 Millionen Barrel/Tag kosten – ueber 20 Prozent des globalen Angebots. Das treibt die RisikoprĂ€mie in die Hoehe, wie Amrita Sen von Energy Aspects betont: "Dies bedeutet eine weitere Eskalation, was hoehere Oelpreise zur Folge hat."

Marktteilnehmer wie Tim Waterer von KCM Trade waegen ab: Was, wenn das Ultimatum wirkt und Hormus wieder oeffnet? Deshalb stabilisieren sich Preise nach initialen Spruengen. Dennoch: Seit dem 21. Maerz brach Brent bei 112 Dollar aus, getrieben durch die Blockade. Goldman Sachs hebt die Prognose an: 110 Dollar fuer Maerz/April, 80 Dollar Ende Jahr – gegenueber zuvor 71 Dollar.

Die Bank geht von laengerer Unterbrechung im Persischen Golf aus. Interpretation: Der Markt preist nun ein Szenario mit anhaltender Versorgungsstoerung ein, nicht nur kurzfristiges Geopolitik-Noise.

Auswirkungen auf Europa und DACH-Region: Dieselpreise und Inflation

Fuer Deutschland, Oesterreich und die Schweiz sind die Implikationen direkt spuerbar. Europa importiert massiv Diesel und Flugkraftstoffe aus dem Golfgebiet, produziert aber zu wenig selbst. Die Blockade treibt Importmargen fuer Gasoel und Benzin in die Hoehe. Anfang Maerz stiegen Preise fuer Heizoel, Diesel und Benzin deutlich nach Kriegsausbruch.

In Deutschland spiegeln steigende Rohoel- und Produktpreise die Volatilitaet wider. Raffinerien wie in Bayern oder der Schweiz (z.B. Schweizerische Erdoloel AG) sehen Kostenexplosionen. Die EU erlaubt nun der Bundesregierung, Rosneft Deutschland voll zu uebernehmen – Treuhand laeuft bis 10. Maerz 2026, gekoppelt an Sanktionen. Das sichert kurzfristig Versorgung, mildert aber nicht den globalen Angebotschock.

Inflationsdruck: ECB beobachtet Energiepreise eng. Hoehere Dieselkosten belasten Transport und Industrie in der DACH-Region. Fuer Investoren heisst das: Schutz vor Inflation via Rohoel-ETCs oder Futures, aber mit hoher Volatilitaet. Der starke Dollar verstÀrkt den Druck auf Euro-notierte Maerkte.

Russlands Rolle: Profiteur der Hormus-Krise

Russland nutzt die Lage. Der Iran-Krieg steigert Einnahmen aus Oel und Gas. Putin drohte bereits mit Gasstopp, lenkt LNG nach Asien um. Gaspreise in Europa kletterten auf ueber 800 Dollar/1000 Kubikmeter. Russland liefert weiter an Slowakei und Ungarn, die EU-Ausstiegsplaene ablehnen.

Ein langer Krieg beguenscht Moskau: Kraft Sibirien 2 als Druckmittel gegen China und Europa. Nord Stream 2-Roehre koennten reaktiviert werden. Fuer DACH-Investoren bedeutet das Diversifikationsdruck: Abhaengigkeit von Russland bleibt, trotz Sanktionen. Oelpreise koennen durch russische Ueberangebote gedÀmpft werden, aber Geopolitik dominiert.

Goldman Sachs Prognose: Hohe Preise laengerfristig

Goldman Sachs sieht anhaltend hohe Niveaus: 110 Dollar Brent fuer Maerz/April, 80 Dollar Jahresende. Grund: Laengere Golf-Unterbrechungen. Fruehere Prognose: 71 Dollar Q4. Die Aenderung spiegelt Eskalationsrisiken wider. Andere Analysten warnen vor Uebertreibung: Maerkte warten auf Hormus-Entwicklung.

Indien prueft iranisches Oel-Kaeufe, asiatische Raffinerien folgen. US-Firma wie Shell, Trafigura kaufen SPR-Releases. Das mildert globalen Schock, aber Europa bleibt vulnerabel. WTI heute folgt Brent, notiert ueber 110 Dollar.

Risiken und Katalysatoren: Was Investoren jetzt beachten muessen

Kurze Liste der Trigger: 1. Ablauf des Ultimatums (23. Maerz). 2. Iranische Reaktion auf US-Drohungen. 3. Weitere Schlaege auf Energieinfrastruktur. 4. OPEC+ Reaktion – keine aktuelle Drosselung gemeldet. 5. EIA/API-Lagerdaten diese Woche koennten US-VorrĂ€te beleuchten.

Fuer DACH: Bundesrat in der Schweiz beschraenkt Ruestungsexporte in die USA wegen Iran-Krieg. Das signalisiert Bedenken. ECB-Inflationsdaten werden Energiepreise einpreisen. Euro-Schwache vs. Dollar verstÀrkt Oelpreisdruck in Euro.

Positionierung: Long Brent Oel via Futures oder ETCs, aber mit Stops wegen Volatilitaet. Kurzfristig: 115 Dollar bei Eskalation, 105 Dollar bei Deeskalation. Langfristig: Supply-Risiken ueberwiegen Demand-Schwache.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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