British American Tobacco Aktie: Kosten runter, Stellen weg
29.06.2026 - 17:34:15 | boerse-global.de
Ein Fünftel der Belegschaft, rund 9.000 Positionen — das ist der Preis, den British American Tobacco für seine Kostenwende zahlt. CEO Tadeu Marroco hat den Umbau heute offiziell konkretisiert, und die Reaktion am Markt fiel prompt negativ aus.
Was BAT plant
Das Unternehmen will bis Ende 2026 rund 5.500 Stellen abbauen und weitere 3.500 Aufgaben an externe Partner auslagern. Die Basis: eine weltweite Belegschaft von rund 47.000 Menschen. Das US-Geschäft, das über die Tochtergesellschaft Reynolds American läuft, ist von den Maßnahmen ausgenommen.
Das Ziel ist klar formuliert: bis Ende 2028 jährliche Einsparungen von rund 600 Millionen Pfund — das entspricht etwa 695 Millionen Euro. Marroco spricht von einer "agileren" Organisation, die sich stärker auf Technologie stützt. Strategische Partnerschaften sollen den Abbau flankieren.
Strukturwandel als Treiber
Hinter dem Stellenabbau steckt mehr als ein klassisches Sparprogramm. BAT kämpft in vielen Märkten mit rückläufiger Nachfrage nach klassischen Zigaretten — ein strukturelles Problem der gesamten Branche. Der Konzern will künftig mehr als die Hälfte seiner Erlöse mit alternativen Nikotinprodukten erzielen: darunter die E-Zigarettenmarke Vuse und die Nikotinbeutel von Velo. Der Konzernumbau, 2025 gestartet, soll genau diese Neuausrichtung finanzieren und beschleunigen.
Das Vorgehen ähnelt dem von Philip Morris International, das auf einem vergleichbaren Transformationspfad unterwegs ist. Für BAT ist der Schritt allerdings besonders einschneidend: Ein Fünftel der globalen Mitarbeiter zu ersetzen oder auszulagern ist kein kosmetischer Eingriff.
Die Aktie verlor in London zeitweise rund 1,8 Prozent — ein nüchternes Markturteil über ein Programm, dessen Früchte erst 2028 vollständig sichtbar werden sollen. Ob die Einsparungen reichen, um das Wachstum im Alternativgeschäft zu finanzieren, wird sich spätestens in den Jahreszahlen 2026 zeigen.
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