BT Aktie: Joint Venture mit Verizon
29.06.2026 - 10:06:40 | boerse-global.de
BT und Verizon Communications bündeln ihre internationalen Unternehmensgeschäfte in einem gemeinsamen Unternehmen — und der britische Telekommunikationskonzern sieht dafür sofort bares Geld.
Die beiden Konzerne unterzeichneten heute den Vertrag zur Gründung eines 50:50-Joint-Ventures, das BT International mit Verizons internationaler Enterprise-Sparte vereint. Das neue Unternehmen soll mehr als 3.000 Kunden in über 180 Ländern bedienen und kommt auf einen kombinierten Jahresumsatz von rund vier Milliarden Dollar. Verizon zahlt BT dabei einen Ausgleichsbetrag von 625 Millionen Dollar — eine direkte Kapitalzufuhr für die Briten.
Fokus auf das britische Heimatgeschäft
Der strategische Kern des Deals ist klar: Beide Mutterkonzerne sollen sich künftig stärker auf ihre jeweiligen Heimatmärkte konzentrieren. Das neue Joint Venture positioniert sich als Plattform für Cloud- und KI-Anwendungen im multinationalen Unternehmensbereich.
Martijn Blanken wurde als designierter CEO des Joint Ventures berufen. Er bringt fast drei Jahrzehnte Führungserfahrung bei Unternehmen wie Telstra und KPN mit und tritt seine Stelle bei BT zum 1. September an. Bis zum offiziellen Start des Gemeinschaftsunternehmens führt Clive Selley BT International weiter.
Guidance angepasst, Kerngeschäft stabil
Der Deal hat Konsequenzen für BTs Zahlenwerk. Da die International-Sparte künftig als aufgegebener Geschäftsbereich behandelt wird, passte BT seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2027 entsprechend an. Der erwartete Gruppengesamtumsatz sinkt auf eine Spanne von 17,1 bis 17,6 Milliarden Pfund — zuvor lagen die Erwartungen bei 19,0 bis 19,5 Milliarden Pfund. Das bereinigte EBITDA wird nun mit 8,1 bis 8,2 Milliarden Pfund prognostiziert, jeweils ohne den internationalen Bereich.
Das britische Servicegeschäft bleibt von der Anpassung unberührt: Die Guidance für den bereinigten UK-Serviceumsatz hält BT unverändert bei 15,1 bis 15,4 Milliarden Pfund.
Die Aktie legte auf das neue angesichts eines insgesamt schwächeren FTSE 100 merklich zu — das Marktumfeld wurde durch Inflationssorgen der Bank of England belastet. Das Closing des Deals ist für 2027 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen. Bis dahin operieren beide Unternehmensbereiche weiterhin eigenständig.
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