US-Vize Vance unterstĂŒtzt Orban im Ungarn-Wahlkampf
07.04.2026 - 16:30:05 | dpa.de(neu: Mehr Details.)
BUDAPEST (dpa-AFX) - Der amerikanische VizeprĂ€sident JD Vance hat den ungarischen Regierungschef Viktor Orban bei einem Besuch mit unverhohlenem Lob kurz vor der Parlamentswahl unterstĂŒtzt. "Der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten (Donald Trump) und der MinisterprĂ€sident von Ungarn waren gemeinsam dazu fĂ€hig, wunderbare Dinge zu tun", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orban in Budapest.
Vance war kurz zuvor unter enormen Sicherheitsvorkehrungen in der ungarischen Hauptstadt eingetroffen. Ganze StraĂenzĂŒge waren abgesperrt, ebenso wie die Zufahrtswege zum internationalen Flughafen von Budapest. Flugpassagiere mussten mit ihrem GepĂ€ck 35 bis 40 Minuten zu FuĂ gehen, um den Airport zu erreichen, berichteten ungarische Medien.
Vance pries seinen ungarischen Gastgeber auf der Pressekonferenz als "weisen Staatsmann", auf den Trump und er gerne hörten, um bei den - derzeit stillstehenden - FriedensbemĂŒhungen zur Beilegung des russischen Kriegs gegen die Ukraine weiterzukommen. "Viktor war besser als jeder andere, um uns dabei zu helfen, damit wir verstehen, was brauchen die Ukrainer, was brauchen die Russen, um zu einem Frieden zu kommen", sagte er.
In den Umfragen liegt Orban deutlich hinten
Orban sieht am kommenden Sonntag einer Parlamentswahl entgegen, die er verlieren könnte. Die meisten Umfragen sehen die Tisza-Partei seines Herausforderers Peter Magyar deutlich vor der Fidesz-Partei von Orban liegen. In der EU steht der rechtspopulistische Regierungschef wegen des Abbaus von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Kritik. Auffallend ist auch seine NÀhe zum russischen PrÀsidenten Wladimir Putin, dessen Narrative er in den von ihm kontrollierten Medien verbreiten lÀsst.
Vance forderte die ungarischen WĂ€hler dazu auf, nicht darauf zu achten, wer fĂŒr oder gegen Europa oder die USA sei, sondern wer fĂŒr sie, das ungarische Volk, da sei. "Ich habe einen Mann gesehen, der sich erbittert fĂŒr die Interessen Ungarn eingesetzt hat, und ich bin hier, um ihn in diesem Wahlzyklus zu unterstĂŒtzen", meinte er mit Blick auf Orban. Wahlforscher gehen aber davon aus, dass der Besuch von Vance die Dynamik des ungarischen Wahlkampfs kaum beeinflussen wird.
Vance wettert gegen die "BĂŒrokraten" der EU
Zugleich ging Vance mit der EuropĂ€ischen Union und ihren AmtstrĂ€gern - ihren "BĂŒrokraten" - hart ins Gericht. Mit seiner Reise nach Budapest wolle er "eine Botschaft an alle, vor allem aber an die BĂŒrokraten in BrĂŒssel senden, die alles, was sie konnten, getan haben, um das ungarische Volk niederzuhalten, weil sie den AnfĂŒhrer, der sich fĂŒr das ungarische Volk einsetzt, nicht mögen", fĂŒhrte er aus.
Die "BrĂŒsseler BĂŒrokraten" hĂ€tten versucht, die ungarische Volkswirtschaft zu zerstören und es "weniger unabhĂ€ngig bei der Energieversorgung" zu machen. TatsĂ€chlich erhielt Ungarn etwa beim Bezug von russischem Erdöl, das unter EU-Sanktionen fĂ€llt, von Anfang an eine Ausnahmeregelung. Diese lĂ€uft allerdings nĂ€chstes Jahr aus.
Orban betonte, dass Ungarn weiterhin dafĂŒr zur VerfĂŒgung stehe, einen von Trump vorgeschlagenen Friedensgipfel in Budapest auszurichten, "wenn die USA und die Russen meinen, dass ein solcher mit ihnen nötig ist", sagte er. Vance zufolge ist Budapest der "ideale Ort" fĂŒr einen solchen Gipfel. Im Schatten des von Trump und Israel begonnenen Iran-Kriegs gibt es jedoch sichtlich keine Bewegung in den BemĂŒhungen um einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine.
Washington arbeitet mit jedem Wahlsieger zusammen
Auf eine Journalistenfrage, die auf einen etwaigen Wahlsieg des Orban-Herausforderers Magyar abzielte, sagte Vance: "NatĂŒrlich arbeiten wir mit jedem zusammen, der die Wahl gewinnt. (...) Aber Viktor Orban wird diese Wahl gewinnen, und ich bin sehr zuversichtlich, dass unser positives VerhĂ€ltnis fortgesetzt wird. Nicht wahr, Viktor?", sagte er. "Das ist der Plan", antwortete Orban.
Zuletzt hatte Trump im MĂ€rz dieses Jahres seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Orban bekundet: "Er (Orban) hat meine völlige und totale Zustimmung", sagte Trump in einer Videobotschaft an eine Konferenz in Budapest, an der auch Orban teilnahm. "Ich hoffe, dass er (die Wahl) gewinnt, und zwar haushoch", sagte Trump weiter. Orban sei ein "starker FĂŒhrer".
Der Ungar hatte sich bereits vor Trumps erster Amtszeit, die von 2017 bis 2021 dauerte, mit dem US-PrĂ€sidenten verbĂŒndet. In Trumps Kreisen betrachten viele, unter ihnen auch Vance, den seit 2010 ununterbrochen regierenden Orban als Vorbild bei der Schaffung eines halb-autoritĂ€ren Machtsystems.
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