Ăzdemir fordert Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung
13.09.2024 - 11:37:34Vier Monate vor dem planmĂ€Ăigen Inkrafttreten habe die EU-Kommission noch nicht abschlieĂend dargelegt, wie sie betroffenen Unternehmen bei der Umsetzung des Gesetzes helfe, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. "Der Anwendungsstart muss verschoben werden, Punkt", sagte Ăzdemir (GrĂŒne).
"Die Unternehmen brauchen ausreichend Zeit, um sich vorzubereiten. Das gilt auch fĂŒr LĂ€nder mit kleinbĂ€uerlichen Produktionsstrukturen", so der Bundesagrarminister. "Sonst drohen Lieferketten zum Ende des Jahres zu reiĂen - zum Schaden der deutschen und europĂ€ischen Wirtschaft."
Deutsche Waldbesitzer wehren sich schon lĂ€nger gegen das EU-Vorhaben. Erst kĂŒrzlich forderte der WaldeigentĂŒmer-Verband AGDW eine Verschiebung und Ăberarbeitung der Verordnung.
Gesetz zum Schutz des Regenwaldes
Produkte wie Kaffee, Holz, Soja, Kakao und Palmöl dĂŒrfen laut der Verordnung nur noch in der EU verkauft werden, wenn dafĂŒr nach 2020 keine WĂ€lder gerodet wurden. Damit soll auch die Abholzung des Regenwaldes etwa im sĂŒdamerikanischen Amazonasgebiet deutlich reduziert werden.
Konkret mĂŒssen Unternehmen kĂŒnftig eine SorgfaltserklĂ€rung abgeben, dass fĂŒr ihr Produkt nach dem 31. Dezember 2020 kein Wald gerodet oder geschĂ€digt wurde. Wer sich nicht an die Vorschriften hĂ€lt, muss mit hohen Strafen von mindestens vier Prozent des Jahresumsatzes in der EU rechnen.
UnterstĂŒtzung bekommt Ăzdemir vom Koalitionspartner FDP. "Nutzen und Umsetzung der Entwaldungsverordnung sind wenige Wochen vor Inkrafttreten völlig ungeklĂ€rt", sagte FDP-Fraktionsvize Carina Konrad. "Das schafft Unsicherheit und stellt Waldbesitzer vor unlösbare Herausforderungen. So wird das Vertrauen in Deutschland und Europa geschwĂ€cht."

