Lauterbach in Ludwigslust: 'Verbesserungen im Vergleich zu heute'
30.05.2024 - 18:34:05"Das kann die Reform auch leisten. Ich glaube, wir kommen da zueinander", sagte Lauterbach bei seinem Besuch im Klinikum Helene von BĂŒlow in Ludwigslust am Donnerstagnachmittag. Gleichzeitig könne der Bund nicht den QualitĂ€tsaspekt der Krankenhausreform aufgeben.
Lauterbach sieht die Reform als groĂe Chance fĂŒr kleinere regionale Kliniken im lĂ€ndlichen Raum. FĂŒr BundeslĂ€nder wie Mecklenburg-Vorpommern werde die Reform ein Segen sein, weil die kleinen KrankenhĂ€user aus ihrer Defizitlage herauskĂ€men, sagte Lauterbach zuvor bei der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.
Hintergrund des Besuchs in Ludwigslust ist die Situation des FlĂ€chenlandes Mecklenburg-Vorpommern. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte kommen lĂ€ndliche KrankenhĂ€user unter finanziellen Druck, weshalb der Kreis im Jahr 2021 das verschuldete Krankenhaus in Crivitz vom Mediclin-Konzern ĂŒbernommen hatte. 2023 ĂŒbertrug der kirchliche KrankenhaustrĂ€ger Stift Bethlehem mit seinen zwei Kliniken in Ludwigslust und Hagenow 25,1 Prozent der Anteile. Dadurch besitzt der Kreis seitdem 75,1 Prozent und ebnete damit den Weg fĂŒr einen kommunalen Klinikverbund in der Region mit dem Ziel, alle drei Standorte zu erhalten und Synergie-Effekte zu heben.
"Damit wir alle Krankenhausstandorte langfristig erhalten können, ist eine Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft dringend geboten", sagte Christine Klingohr, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, in einer Pressemitteilung. "Wir sind daher froh, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach diese riesige Reform auf den Weg bringt." Mit der Krankenhausreform wĂŒrden nicht mehr die Fallzahlen ĂŒber die Zukunft eines Krankenhauses entscheiden.
Aus Sicht Mecklenburg-Vorpommerns ist insbesondere die Finanzierung bedarfsnotwendiger kleiner KrankenhĂ€user mit bevölkerungsbedingt geringer Fallzahl jedoch immer noch unzureichend. "Wir brauchen daher eine Sockelfinanzierung fĂŒr die tatsĂ€chlichen Vorhaltekosten bei SicherstellungshĂ€usern", wurde Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) in einer Pressemitteilung zitiert.
"Die 60 Prozent Vorhaltepauschale, die wir bezahlen, damit kann man durchaus klarkommen", sagte Lauterbach. "Wir bezahlen zusÀtzlich noch ZuschlÀge." Damit könnten "die HÀuser gut auskommen. Das sind alles Verbesserungen im Vergleich zu heute."

